Im vom 26. Janu­ar 2016 datie­ren­den Ent­scheid befass­te sich das BGer mit der Recht­mä­ssig­keit eines kan­to­na­len Nut­zungs­plans, wel­cher einen Flach­moor­pe­ri­me­ter tan­giert. Der Plan­ent­wurf sah unter ande­rem einen neu­en Wan­der­weg mit Sicht­blen­de vor, der auf einer Län­ge von unge­fähr 230 Metern am nörd­li­chen Rand des Flach­moors hät­te ent­lang füh­ren sol­len. Gegen den öffent­lich auf­ge­leg­ten Plan­ent­wurf erho­ben eine Pri­vat­per­son und zwei juri­sti­sche Per­so­nen Ein­spra­che beim kan­to­na­len Umwelt­de­par­te­ment und spä­ter Beschwer­de beim BGer, wel­ches die Begeh­ren der Beschwer­de­füh­rer abweist.

Die Beschwer­de­füh­rer machen ins­be­son­de­re gel­tend, dass der im Nut­zungs­plan vor­ge­se­he­ne neue Wan­der­weg mit Sicht­blen­de im Wider­spruch zu Art. 78 Abs. 5 BV, Art. 23d NHG (Natur- und Hei­mat­schutz­ge­setz, SR 451) und Art. 5 Abs. 2 der Flach­moor­ver­ord­nung (Ver­ord­nung über den Schutz der Flach­moo­re von natio­na­ler Bedeu­tung, SR 451.33) ste­he, da damit ledig­lich die nord­west­lich des Schutz­ge­biets gele­ge­ne Bade­an­stalt erschlos­sen wer­den sol­le. Das BGer sagt ein­lei­tend, dass es sich beim streit­ge­gen­ständ­li­chen Flach­moor um ein Moor von beson­de­rer Schön­heit und natio­na­ler Bedeu­tung im Sin­ne der BV, des NHG und der Flach­moor­ver­ord­nung hand­le, wobei das Ver­fas­sungs­recht kaum Raum las­se für eine Abwä­gung sich wider­strei­ten­der Inter­es­sen im Ein­zel­fall.


Sodann hält das BGer fest, dass der geplan­te Wan­der­weg der Auf­recht­erhal­tung des Schutz­ziels für das Flach­moor die­ne, da er die Eli­mi­nie­rung bestehen­der Stö­run­gen bewir­ke. Das Flach­moor ste­he unter einem gro­ssen Nut­zungs­druck und wer­de von meh­re­ren uner­wünsch­ten Tram­pel­pfa­den beein­träch­tigt. Die Errich­tung des Wan­der­wegs füh­re dazu, dass erho­lungs­su­chen­de Per­so­nen nicht mehr quer durch das Schutz­ge­biet gehen wür­den. Schliess­lich sei­en ande­re Weg­füh­run­gen von den kan­to­na­len Behör­den geprüft, aber nach­voll­zieh­bar als im Sin­ne des Moor­schut­zes weni­ger geeig­net ein­ge­stuft wor­den.

Fabian Klaber

Posted by Fabian Klaber

Dr. Fabian Klaber, LL.M, hat an der Universität Basel und an der Columbia Law School (LL.M.) studiert, war danach als wissenschaftlicher Assistent an der Universität Basel tätig und absolvierte Praktika bei Froriep und beim Bezirksgericht Horgen. Er arbeitet im Advokaturbureau Kleb | Harburger.