Das vor­lie­gen­de Urteil erging in einer Aus­ein­an­der­set­zung zwi­schen dem Von-Roll-Kon­zerm (hier “Von Roll 1”) einer­seits und der Inha­be­rin dar­aus abge­spal­te­ner Gesell­schaf­ten ande­rer­seits (hier “Von Roll 2”); wobei bei­de Par­tei­en im ver­ein­bar­ten Umfang berech­tigt sind, Zei­chen mit dem Bestand­teil “Von Roll” zu ver­wen­den. Von Roll 2 stand ins­be­son­de­re auch der Zusatz “hydro” zu, und Von Roll 2 ist auch Inha­be­rin der prio­ri­täts­äl­te­ren Mar­ke “VON ROLL HYDRO”. Von Roll 1 hat­te spä­ter aber die die Fir­ma “Von Roll Water Hol­ding AG” und die Mar­ke “VON ROLL WATER” ein­ge­tra­gen.

In die­ser Sache hat­te das BGer im Febru­ar 2015 bereits einen Rück­wei­sungs­ent­scheid mit fol­gen­der Fest­stel­lung gefällt (4A_553/2014):

Zwar
trifft zu, dass sich die­se Ver­wechs­lungs­ge­fahr inso­fern nicht ohne
Wei­te­res nach mar­ken­recht­li­chen Grund­sät­zen beur­tei­len lässt, als nach
Art. 14 des Kauf­ver­trags bei­de Grup­pen den Bestand­teil “Von Roll”
wei­ter­hin benut­zen dür­fen, wes­halb sich eine Ver­wechs­lungs­ge­fahr aus den ver­wen­de­ten Zusät­zen erge­ben muss. Dass sich die Beur­tei­lung der Ver­wechs­lungs­ge­fahr dar­über hin­aus nicht ein­mal an den kenn­zei­chen­recht­li­chen Grund­sät­zen ori­en­tie­ren soll, lässt sich dar­aus jedoch nicht ablei­ten.

Strit­tig war hier erneut die Fra­ge, ob zwi­schen den gegen­über­ste­hen­den Zei­chen Ver­wech­sel­bar­keit bestehe. Das OGer SO als Vor­in­stanz hat­te dies bejaht.

Das BGer bestä­tigt die­ses Ergeb­nis und wie­der­holt, dass die Ver­wechs­lungs­ge­fahr vor­lie­gend zunächst nach der Abgren­zungs­ver­ein­ba­rung zu beur­tei­len ist,  die Ver­wechs­lungs­ge­fahr im die­sem Rah­men aber nach kenn­zei­chen­recht­li­chen Grund­sät­zen erfol­ge.

Die Vor­in­stanz hat­te daher zu Recht gefor­dert, dass sich die von der ursprüng­li­chen Von Roll ver­wen­de­ten Zusät­ze deut­lich von dem Zusatz “HYDRO” unter­schei­den. Das BGer wies fer­ner den Ein­wand der Von Roll 1 zurück, dass die Zusät­ze “Water”, “Aqua” und “Hydro” rein beschrei­bend sind; denn gera­de die­se rein kenn­zei­chen­recht­li­che Sicht­wei­se wur­de durch die Abspal­tungs­ver­ein­ba­rung aus­ge­schlos­sen.

David Vasella

Posted by David Vasella

RA Dr. David Vasella ist Gründer von swissblawg und Rechtsanwalt und Counsel bei Walder Wyss. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert, betreibt den Blog daten:recht und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich.