B. schloss einen Werk­ver­trag betref­fend die Reno­va­ti­on sei­nes Hau­ses mit der C. AG und der D. GmbH ab. Die bei­den Unter­neh­mun­gen ver­ga­ben die elek­tri­schen Arbei­ten an die A. GmbH (Beschwer­de­füh­re­rin) als deren Sub­un­ter­neh­men.

B. stell­te ein Gesuch um vor­sorg­li­che Beweis­füh­rung gegen die C. AG und die D. GmbH, dem statt­ge­ge­ben wur­de. Eini­ge Zeit spä­ter klag­te B. auf Scha­den­er­satz gegen die C. AG und die D. GmbH. Die Beklag­ten ver­kün­de­ten im Kla­ge­ver­fah­ren der A. GmbH den Streit (Art. 78 ZPO). Die A. GmbH stell­te dar­auf das Gesuch, es sei ihr die Inter­ven­ti­on im Ver­fah­ren bezüg­lich vor­sorg­li­cher Beweis­füh­rung zu bewil­li­gen (Art. 79 Abs. 1 lit. a ZPO).

Die bei­den kan­to­na­len Instan­zen des Kan­tons Genf wie­sen das Gesuch ab. Das Bun­des­ge­richt hiess die dage­gen gerich­te­te Beschwer­de der A. GmbH gut und bewil­lig­te die Inter­ven­ti­on (Urteil 4A_352/2015 vom 4. Janu­ar 2016).

Das Bun­des­ge­richt wies ins­be­son­de­re auf Art. 74 ZPO hin. Gemäss die­ser Bestim­mung kön­nen Drit­te jeder­zeit als Neben­par­tei in einem Pro­zess inter­ve­nie­ren, wenn sie ein recht­li­ches Inter­es­se glaub­haft machen, eine rechts­hän­gi­ge Strei­tig­keit wer­de zugun­sten einer Par­tei ent­schie­den (E. 3.2.1). Das gilt sinn­ge­mäss auch betref­fend Ver­fah­ren um vor­sorg­li­che Beweis­füh­rung (E. 3.2.2 und 3.2.3). Die Neben­in­ter­ven­ti­on ist jeder­zeit bis zum Abschluss des kan­to­na­len Rechts­mit­tel­ver­fah­rens zuläs­sig (E. 3.3.1 und E. 3.3.2).

Roland Bachmann

Posted by Roland Bachmann

Roland Bachmann ist Partner bei Nater Dallafior Rechtsanwälte AG. Sein Schwerpunkt als Wirtschaftsanwalt ist die Prozessführung. Vor seiner Tätigkeit in der Advokatur arbeitete Roland Bachmann als juristischer Sekretär des Obergerichts Zürich und des Bezirksgerichts Zürich. Er studierte an den Universitäten von Zürich, Tours (Frankreich) und Ann Arbor in Michigan (USA).