A. (Beschwer­de­füh­re­rin) wur­de als Dienst­stel­len­lei­te­rin des Per­so­nal­am­tes im Kan­ton Basel-Land­schaft ange­stellt. Nach eini­gen Jah­ren ver­ein­bar­ten die Par­tei­en die Auf­lö­sung des Arbeits­ver­hält­nis­ses. A. wur­de per sofort frei­ge­stellt und erhielt eine Abgangs­ent­schä­di­gung. Kur­ze Zeit danach mach­te A. Lohn­nach­zah­lun­gen gel­tend, weil sie in der Besol­dung dis­kri­mi­niert wor­den sei. Die Fra­ge der Lohn­gleich­heit war nicht zum Gegen­stand der Auf­he­bungs­ver­ein­ba­rung gemacht wor­den (Urteil 8C_376/2015 vom 24. März 2016).

Das Bun­des­ge­richt hielt zwar eine Lohn­dis­kri­mi­nie­rung für glaub­haft gemacht (E. 7.3). Der Kan­ton konn­te jedoch bewei­sen, dass die unglei­che Ent­löh­nung der Beschwer­de­füh­re­rin auf sach­lich begrün­de­ten Moti­ven beruh­te (E. 7.4 und 10).

Der Anfangs­lohn des Amts­vor­gän­gers lag je nach Berech­nung um 11.5 bzw. 8.6 % höher als der­je­ni­ge der Beschwer­de­füh­re­rin. Die Lohn­dif­fe­renz zwi­schen dem Schluss­lohn des Vor­gän­gers und dem Anfangs­lohn der Beschwer­de­füh­re­rin betrug mehr als 40 % (E. 7.2). Der Amts­nach­fol­ger erhielt einen Lohn, der rund 15 % höher lag als der Anfangs­lohn der Beschwer­de­füh­re­rin (E. 7.3). Eine Lohn­dis­kri­mi­nie­rung war damit glaub­haft gemacht.

Der Kan­ton konn­te die Lohn­dif­fe­ren­zen indes­sen mit sach­li­chen Grün­den objek­ti­vie­ren. Der Amts­vor­gän­ger war bei Stel­len­an­tritt älter als die Beschwer­de­füh­re­rin, ver­füg­te über eine län­ge­re und brei­te­re Füh­rungs­er­fah­rung und hat­te im Gegen­satz zur Beschwer­de­füh­re­rin ein juri­sti­sches Stu­di­um abge­schlos­sen (lic. iur.), wobei das erwor­be­ne Fach­wis­sen für die Funk­ti­ons­aus­übung von wesent­li­chem Nut­zen war (E. 8.2). Auf­grund einer Pro­jekt­lei­tung war der Amts­vor­gän­ger über­dies beför­dert wor­den, wäh­rend eine Beför­de­rung der Beschwer­de­füh­re­rin auf­grund man­geln­der Kom­mu­ni­ka­ti­on mit der Direk­ti­on auf­ge­scho­ben wor­den war (E. 8.2 und 8.6).

Betref­fend den höhe­ren Anfangs­lohn des Nach­fol­gers fiel ins Gewicht, dass der Kan­ton wegen der Auf­lö­sung des Arbeits­ver­hält­nis­ses mit der Beschwer­de­füh­re­rin unter Zeit­druck stand und der Amts­nach­fol­ger beson­de­re Qua­li­fi­ka­tio­nen für die Funk­ti­on als Lei­ter des kan­to­na­len Per­so­nal­am­tes auf­wies (E. 9.4).

Roland Bachmann

Posted by Roland Bachmann

Roland Bachmann ist Partner bei Nater Dallafior Rechtsanwälte AG. Sein Schwerpunkt als Wirtschaftsanwalt ist die Prozessführung. Vor seiner Tätigkeit in der Advokatur arbeitete Roland Bachmann als juristischer Sekretär des Obergerichts Zürich und des Bezirksgerichts Zürich. Er studierte an den Universitäten von Zürich, Tours (Frankreich) und Ann Arbor in Michigan (USA).