Der Bun­des­rat hat die Revi­si­on des Kor­rup­ti­ons­straf­rechts (dazu unse­ren frü­he­ren Bei­trag) auf den 1. Juli 2016 in Kraft gesetzt. Dazu die Medi­en­mit­tei­lung:

Nach gel­ten­dem Recht kann die Pri­vat­be­stechung nur ver­folgt wer­den, wenn eine betrof­fe­ne Per­son Straf­an­trag stellt. Die­se Vor­aus­set­zung hat sich als zu hohe Hür­de für eine kon­se­quen­te Straf­ver­fol­gung erwie­sen, ist es doch seit Ein­füh­rung der Straf­norm im Jahr 2006 zu kei­ner ein­zi­gen Ver­ur­tei­lung gekom­men. Pri­vat­be­stechung wird des­halb — ausser in leich­ten Fäl­len — neu von Amtes wegen ver­folgt wer­den.

Zudem ist heu­te die Bestechung von Pri­va­ten nur straf­bar, wenn sie zu Wett­be­werbs­ver­zer­run­gen im Sin­ne des Geset­zes über den unlau­te­ren Wett­be­werb (UWG) führt. Die Revi­si­on ver­schiebt des­halb die ent­spre­chen­den Straf­be­stim­mun­gen vom UWG ins Straf­ge­setz­buch. Damit wer­den in Zukunft auch Schmier­geld­zah­lun­gen ausser­halb von klas­si­schen Kon­kur­renz­si­tua­tio­nen, z.B. bei der Ver­ga­be von Sport­an­läs­sen, straf­bar sein.

Neben die­sen bei­den Haupt­punk­ten dehnt die Revi­si­on den Gel­tungs­be­reich der Straf­be­stim­mun­gen über die Vor­teils­ge­wäh­rung und -annah­me von Amts­trä­gern aus. In Zukunft wird die­ses soge­nann­te Anfüt­tern oder Ein­sei­fen auch dann straf­bar sein, wenn die Vor­tei­le nicht an den Amts­trä­ger sel­ber, son­dern — mit des­sen Wis­sen — an einen Drit­ten gehen. 

David Vasella

Posted by David Vasella

RA Dr. David Vasella ist Gründer von swissblawg und Rechtsanwalt und Counsel bei Walder Wyss. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert, betreibt den Blog daten:recht und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich.