Im zur amt­li­chen Publi­ka­ti­on vor­ge­se­he­nen Urteil vom 24. Mai 2016 befass­te sich das BGer mit der Anfech­tung einer Kosten­re­ge­lung in einem Urteil des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts. Im Nach­gang an die­ses Urteil leg­te die Eid­ge­nös­si­sche Elek­tri­zi­täts­kom­mis­si­on (ElCom) mit Ver­fü­gung vom 12. Febru­ar 2015 die anre­chen­ba­ren Kapi­tal­ko­sten der Über­tra­gungs­netz Basel/Laufenburg AG neu fest. Mit Ein­ga­be vom 16. April 2015 gelang­te die Netz­ge­sell­schaft Swiss­grid AG (Swiss­grid) an das BGer und stell­te den Antrag, dass die ihr auf­er­leg­ten Ver­fah­rens­ko­sten und Par­tei­ent­schä­di­gun­gen auf­zu­he­ben sei­en.

Das BGer ergreift in die­sem Ver­fah­ren die Mög­lich­keit, um sei­ne bis­he­ri­ge Recht­spre­chung im Zusam­men­hang mit Ver­fü­gun­gen, die auf­grund eines Rück­wei­sungs­ent­schei­des neu ergan­gen sind, zu prä­zi­sie­ren. Wenn die neu ergan­ge­ne Ver­fü­gung in der Sache nicht mehr ange­foch­ten wird und bloss die Kosten­re­ge­lung im Rück­wei­sungs­ent­scheid bean­stan­det wird, gilt Fol­gen­des:

Wer auf Grund eines Rück­wei­sungs­ent­schei­des nach einem zwei­ten Ver­fah­rens­gang auf eine neu­er­li­che Anfech­tung der auf­grund des Rück­wei­sungs­ent­schei­des ergan­ge­nen Ver­fü­gung in der Sache ver­zich­tet und bloss noch die im Rück­wei­sungs­ent­scheid getrof­fe­ne Kosten­re­ge­lung rügen will, muss dies — ana­log zu ver­gleich­ba­ren unter­in­stanz­li­chen Kon­stel­la­tio­nen — sofort, d.h. auf bun­des­ge­richt­li­cher Ebe­ne innert der von Art. 100 BGG fest­ge­setz­ten Frist ab Eröff­nung der neu ergan­ge­nen Ver­fü­gung tun (E. 1.3.).

Die vor­lie­gend strei­ti­ge Ver­fü­gung sei am 12. Febru­ar 2015 ergan­gen und am 18. Febru­ar 2015 ver­sen­det wor­den, wes­halb die mit Ein­ga­be vom 16. April 2015 erho­be­ne Beschwer­de ver­spä­tet sei. Mit der direk­ten Anfech­tung beim BGer kön­ne nicht zuge­war­tet wer­den, bis die neu ergan­ge­ne Ver­fü­gung in Rechts­kraft erwach­sen sei. Das BGer tritt des­halb auf die Beschwer­de der Swiss­grid nicht ein.

Fabian Klaber

Posted by Fabian Klaber

Dr. Fabian Klaber, LL.M, hat an der Universität Basel und an der Columbia Law School (LL.M.) studiert, war danach als wissenschaftlicher Assistent an der Universität Basel tätig und absolvierte Praktika bei Froriep und beim Bezirksgericht Horgen. Er arbeitet im Advokaturbureau Kleb | Harburger.