Das BGer hat­te in der vor­lie­gen­den Aus­ein­an­der­set­zung zu beur­tei­len, wel­che Wir­kun­gen einer nicht im Regi­ster ein­ge­tra­ge­ne­ne Mar­ken­li­zenz gegen­über dem Erwer­ber der Mar­ke zukom­men. Das BGer bestä­tigt dabei, dass die Lizenz ohne Regi­ster­ein­trag rein obli­ga­to­ri­sche Wir­kung zwi­schen den Par­tei­en des Lizenz­ver­trags hat und dem Erwer­ber der Mar­ke nicht ent­ge­gen­ge­hal­ten wer­den kann, und zwar selbst dann nicht, wenn die­ser von der Exi­stenz der Lizenz Kennt­nis hat­te:

Das Bun­des­ge­richt hat ent­schie­den, dass die Lizenz ein obli­ga­to­ri­sches Recht gegen­über dem Mar­ken­in­ha­ber auf Dul­dung des Mar­ken­ge­brauchs ver­schafft, wäh­rend das Recht an der Mar­ke beim Mar­ken­in­ha­ber ver­bleibt […]. Die Leh­re ver­tritt denn auch mehr­heit­lich die Auf­fas­sung, der Lizenz­ver­trag ver­schaf­fe kei­ne Rech­te an der Mar­ke selbst, son­dern umfas­se die obli­ga­to­ri­sche Berech­ti­gung gegen den Mar­ken­in­ha­ber auf Dul­dung des Mar­ken­ge­brauchs […]. Dass jeden­falls ein Lizenz­ver­trag ohne Regi­ster­ein­trag nur obli­ga­to­ri­sche Wir­kung gegen­über dem Lizenz­ge­ber ent­fal­tet, scheint nicht bestrit­ten. Die in der Beschwer­de ange­führ­te Lehr­mei­nung für die Behaup­tung, “dass Lizenz­ver­trä­ge im Kon­kurs nicht auto­ma­tisch been­det wer­den”, bezieht sich denn auch auf sol­che, die im Mar­ken­re­gi­ster ein­ge­tra­gen sind; nur für die­sen Fall besteht Suk­zes­si­ons­schutz auch im Kon­kurs […]. Die Ein­tra­gung im Mar­ken­re­gi­ster hat inso­fern kon­sti­tu­ti­ve Wir­kung, als der Lizenz­ver­trag damit auch spä­te­ren Mar­ken­in­ha­bern ent­ge­gen­ge­hal­ten wer­den kann. Die Vor­in­stanz hat zutref­fend erkannt, dass die Mar­ken­li­zenz aus­schliess­lich obli­ga­to­ri­sche Wir­kung gegen­über dem Lizenz­ge­ber ent­fal­tet, solan­ge sie im Mar­ken­re­gi­ster nicht ein­ge­tra­gen ist. Da allein der Lizenz­ge­ber ver­trag­lich ver­pflich­tet ist, kann die Lizenz ohne Ein­trag ins Regi­ster einem spä­te­ren Erwer­ber der Mar­ke unbe­se­hen um des­sen Kennt­nis vom Lizenz­ver­trag nicht ent­ge­gen­ge­hal­ten wer­den […].

Eine Zusam­men­fas­sung des Urteils fin­det sich auch auf der Web­site trade​mark​.chhttp://​www​.rentsch​part​ner​.ch/​t​r​a​d​e​m​a​r​k​-​l​a​w​/​n​e​w​s​/​8​1​4​-​b​u​n​d​e​s​g​e​r​i​c​h​t​-​k​e​i​n​e​-​k​o​n​k​u​r​s​f​e​s​t​i​g​k​e​i​t​-​d​e​r​-​n​i​c​h​t​-​r​e​g​i​s​t​r​i​e​r​t​e​n​-​m​a​r​k​e​n​l​i​z​enz von Rentsch Part­ner.

David Vasella

Posted by David Vasella

RA Dr. David Vasella ist Gründer von swissblawg und Rechtsanwalt und Counsel bei Walder Wyss. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert, betreibt den Blog daten:recht und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich.