Im zur amt­li­chen Publi­ka­ti­on vor­ge­se­he­nen Urteil vom 11. Novem­ber 2016 äusser­te sich das BGer zur Zuläs­sig­keit eines durch X. ange­bo­te­nen Park­ser­vice (ser­vice de voitu­ri­er et valet de par­king) auf dem Gelän­de des Flug­ha­fens Genf. Die Tätig­keit von X. wur­de ver­bo­ten, weil er über kei­ne Kon­zes­si­on ver­füg­te und es durch den Park­ser­vice zu Behin­de­run­gen auf Kurz­zeit­park­plät­zen kam, wel­che den nor­ma­len Flug­ha­fen­be­trieb stör­ten. X. gelang­te an das BGer, wel­ches die Beschwer­de abweist.

X. bringt ins­be­son­de­re vor, dass das Ver­bot des Park­ser­vice gegen die Wirt­schafts­frei­heit (Art. 27 BV) ver­sto­sse. Das BGer hält indes­sen mit Ver­weis auf die frü­he­re Recht­spre­chung (BGE 125 I 182, 199 und BGE 117 Ib 387, 394) fest, dass sich aus der Wirt­schafts­frei­heit für kom­mer­zi­el­le Tätig­kei­ten weder ein Anspruch auf einen ordent­li­chen noch auf einen gestei­ger­ten Anstalts­ge­brauch her­lei­ten las­se. Inso­fern müs­se auch nicht geprüft wer­den, ob die Ein­schrän­kung der Wirt­schafts­frei­heit im Sin­ne von Art. 36 BV zuläs­sig sei.

Indes­sen sei — so das BGer — zu prü­fen, ob das Ver­bot mit dem Grund­satz von Art. 5 Abs. 2 BV (staat­li­ches Han­deln muss im öffent­li­chen Inter­es­se lie­gen und ver­hält­nis­mä­ssig sein) zu ver­ein­ba­ren sei. Dies sei vor­lie­gend der Fall, denn X. kön­ne den Park­ser­vice — ohne die Park­plät­ze des Flug­ha­fens benüt­zen zu müs­sen — ausser­halb des Flug­ha­fen­ge­län­des anbie­ten, indem er sei­ne Kund­schaft bei­spiels­wei­se mit einem Shut­tle­bus zum Ter­mi­nal beför­de­re. Auf die­se Wei­se könn­ten die Kurz­zeit­park­plät­ze ihren ursprüng­lich vor­ge­se­he­nen Zweck erfül­len (Zur­ver­fü­gung­stel­lung kurz­zei­ti­ger Par­kie­rungs­flä­che für Per­so­nen, wel­che Flug­pas­sa­gie­re zum Ter­mi­nal brin­gen oder vom Flug­ha­fen abho­len).

Fabian Klaber

Posted by Fabian Klaber

Dr. Fabian Klaber, LL.M, hat an der Universität Basel und an der Columbia Law School (LL.M.) studiert, war danach als wissenschaftlicher Assistent an der Universität Basel tätig und absolvierte Praktika bei Froriep und beim Bezirksgericht Horgen. Er arbeitet im Advokaturbureau Kleb | Harburger.