Die vom Par­la­ment im ver­gan­ge­nen Sep­tem­ber beschlos­se­nen Ände­run­gen des Bun­des­ge­set­zes über die Ver­rech­nungs­steu­er (VStG; SR 642.21) tre­ten am 15. Febru­ar 2017 in Kraft. Damit kann die Ver­rech­nungs­steu­er­pflicht im Kon­zern­ver­hält­nis ins­künf­tig durch blo­sse Mel­dung auch dann noch erfüllt wer­den, wenn die 30-tägi­ge Mel­de­frist (ab Fäl­lig­keit der Divi­den­de) bereits abge­lau­fen ist; vor­aus­ge­setzt, die übri­gen bereits bis­her gel­ten­den Vor­aus­set­zun­gen für das Mel­de­ver­fah­ren im Kon­zern­ver­hält­nis sind erfüllt. Bei Fäl­len ver­spä­te­ter Mel­dung — die übri­gen Vor­aus­set­zun­gen vor­be­hal­ten — darf die EStV zudem ins­künf­tig kei­nen Ver­zugs­zins mehr erhe­ben son­dern nur noch eine Ord­nungs­bus­se von maxi­mal 5000 Fran­ken (i.S.v. Art. 64 VStG).

Bereits bezahl­te Ver­zugs­zin­sen, die allein wegen ver­spä­te­ter Mel­dung erho­ben wur­den, dür­fen von den Gesell­schaf­ten inner­halb eines Jah­res ab Inkraft­tre­ten zurück­ge­for­dert wer­den. Die­se Rück­wir­kung auf Sach­ver­hal­te vor Inkraft­tre­ten der neu­en Bestim­mung ist aus­ge­schlos­sen für Steu­er- oder Ver­zugs­zins­for­de­run­gen, wel­che ent­we­der bereits ver­jährt sind oder schon vor dem 1. Janu­ar 2011 rechts­kräf­tig fest­ge­setzt wur­den. Für die Rück­zah­lung der nach den neu­en Bestim­mun­gen (vgl. Art. 70c VStG) nicht mehr geschul­de­ten Ver­zugs­zin­sen hat die EStV ein ver­ein­fach­tes Ver­fah­ren vor­ge­se­hen und Rege­lun­gen für Über­gangs­kon­stel­la­tio­nen getrof­fen.

Philipp Kruse

Posted by Philipp Kruse

RA Philipp Kruse führt seit 2012 eine eigene Praxis für Steuerrecht in Zürich (Kruse | Tax & Law). Er studierte an den Universitäten Bern, Heidelberg und Exeter/UK und hat seit 1998 in drei Zürcher Wirtschaftskanzleien praktiziert. Er war von 2003 bis 2007 im Kantonalen Steueramt Zürich tätig und hat sich seither auf den Bereich 'Steuer- und Abgaberecht' spezialisiert.