Die A. GmbH reich­te vor dem Han­dels­ge­richt Zürich eine Kla­ge betref­fend eine For­de­rung aus dem Ver­kauf von Gesell­schafts­an­tei­len gegen die B. GmbH ein. Sie ver­lang­te die Zah­lung von CHF 30’000 zuzüg­lich Zin­sen. Das Han­dels­ge­richt ver­nein­te sei­ne Zustän­dig­keit und trat auf die Kla­ge nicht ein.

Das Bun­des­ge­richt schütz­te die­sen Nicht­ein­tre­tens­ent­scheid. Es wies dar­auf hin, dass Art. 243 Abs. 3 ZPO zu beach­ten sei, falls eine Ange­le­gen­heit zugleich die Vor­aus­set­zun­gen der Zustän­dig­keit des Han­dels­ge­richts (Art. 6 ZPO) und die­je­ni­gen für die Gel­tung des ver­ein­fach­ten Ver­fah­rens (Art. 243 ZPO) erfül­le. In einem sol­chen Fall fin­de gestützt auf Art. 243 Abs. 3 ZPO das ver­ein­fach­te Ver­fah­ren “kei­ne Anwen­dung” in Strei­tig­kei­ten vor der ein­zi­gen kan­to­na­len Instanz. Das Bun­des­ge­richt erin­ner­te sodann an sein Urteil BGE 139 III 457, ins­be­son­de­re E. 4.4.3, wonach die Rege­lung der Ver­fah­rens­art jener über die sach­li­che Zustän­dig­keit der Han­dels­ge­rich­te vor­ge­he (s. auch den Bei­trag auf Swiss­blawg).

Gestützt dar­auf erwog es, dass aus den glei­chen Über­le­gun­gen wie im dama­li­gen Urteil das Han­dels­ge­richt hin­sicht­lich sämt­li­cher Ange­le­gen­hei­ten, auf die nach Art. 243 Abs. 1 und 2 ZPO das ver­ein­fach­te Ver­fah­ren anwend­bar ist, nicht zustän­dig sei.

Martin Rauber

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RA Dr. Martin Rauber, LL.M, arbeitet als Rechtsanwalt bei Nater Dallafior Rechtsanwälte AG. Zuvor wirkte er als juristischer Sekretär am Bezirksgericht Horgen, wo er heute als nebenamtlicher Ersatzrichter im Einsatz steht. Er studierte an der Universität Freiburg i.Ue., der Université Libre de Bruxelles sowie an der University of Edinburgh (LL.M. Commercial Law).