Der Bun­des­rat hat Anfang April 2017 beschlos­sen, die letz­ten Ände­run­gen des Geset­zes über die uni­ver­si­tä­ren Medi­zi­nal­be­ru­fe (MedBG) in ange­pass­ten Ver­ord­nun­gen auf den 1. Janu­ar 2018 in Kraft zu set­zen. Danach wer­den alle Medi­zi­nal­per­so­nen, die in der Schweiz tätig sind, künf­tig im Medi­zi­nal­be­ru­fe­re­gi­ster erfasst.

Eine der wich­tig­sten Mass­nah­men, die mit den gesetz­li­chen Neue­run­gen ein­ge­führt wird, ist die obli­ga­to­ri­sche Regi­strie­rung der Aus­bil­dungs­di­plo­me und Sprach­kennt­nis­se aller uni­ver­si­tä­ren Medi­zi­nal­per­so­nen in den Berei­chen Human­me­di­zin, Zahn­me­di­zin, Chi­ro­prak­tik, Phar­ma­zie und Vete­ri­när­me­di­zin. Die Betrof­fe­nen müs­sen für den Ein­trag ins Medi­zi­nal­be­ru­fe­re­gi­ster inner­halb von zwei Jah­ren ihre Diplo­me regi­strie­ren las­sen sowie den Nach­weis der Sprach­kennt­nis­se erbrin­gen.

Mit der Revi­si­on wird zudem die Bewil­li­gungs­pflicht für die “selbst­stän­di­ge Berufs­aus­übung“ zur “pri­vat­wirt­schaf­li­chen Berufs­aus­übung in eige­ner fach­li­cher Ver­ant­wor­tung” erwei­tert. Damit wird der Kreis der­je­ni­gen Medi­zi­nal­per­so­nen grö­sser, die über eine sol­che Bewil­li­gung ver­fü­gen müs­sen. Denn die wirt­schaft­li­che Form der Berufs­aus­übung (selbst­stän­dig oder ange­stellt) ist nicht mehr aus­schlag­ge­bend für die Fra­ge, ob eine Per­son über eine Berufs­aus­übungs­be­wil­li­gung ver­fü­gen muss oder nicht. Dies soll den Kan­to­nen, die das Aus­üben des Medi­zi­nal­be­ru­fes gestützt auf das MedBG bewil­li­gen müs­sen, eine bes­se­re Kon­trol­le erlau­ben.

Mit der Revi­si­on des Geset­zes brau­chen Apo­the­ke­rin­nen und Apo­the­ker, die eine Berufs­aus­übungs­be­wil­li­gung nach dem MedBG bean­tra­gen, neu einen eid­ge­nös­si­schen Wei­ter­bil­dungs­ti­tel in Offi­zin­phar­ma­zie oder Spi­tal­phar­ma­zie. Dadurch wer­den sie den pri­vat­wirt­schaft­lich täti­gen Ärz­tin­nen und Ärz­ten gleich gestellt.

Zur Ver­ein­fa­chung der Auf­sichts­auf­ga­be der Kan­to­ne und zur Ver­bes­se­rung der Pati­en­ten­si­cher­heit wer­den künf­tig auch die auf­grund des kan­to­na­len Rechts ver­häng­ten Dis­zi­pli­nar­mass­nah­men dem Medi­zi­nal­be­ru­fe­re­gi­ster gemel­det, wie das heu­te bereits bei den nach dem MedBG getrof­fe­nen Mass­nah­men der Fall ist.

Juana Vasella

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RA Dr. Juana Vasella ist Habilitandin, Oberassistentin und Lehrbeauftragte an der Universität Luzern sowie Co-Direktorin der Kompetenzstelle für Logistik- und Transportrecht KOLT. Daneben ist sie als Konsulentin für MME Legal | Tax | Compliance tätig. Zuvor hat Juana Vasella an der TU Dresden, der Universität Zürich und der Bucerius Law School sowie bei CMS von Erlach Poncet AG gearbeitet.