Im vor­lie­gen­den, zur amt­li­chen Publi­ka­ti­on vor­ge­se­he­nen Urteil hat­te das Bun­des­ge­richt zu ent­schei­den, ob eine aus dem Wech­sel­recht her­vor­ge­gan­ge­ne Ein­re­de genü­gend begrün­det war, um den Rechts­vor­schlag zu bewil­li­gen. Dem Urteil lag fol­gen­der Sach­ver­halt zu Grun­de:

Die Bank B. hat­te die A. AG betrie­ben. Der Rechts­vor­schlag der A. AG war sowohl vom erst­in­stanz­li­chen Gericht als auch von der Cour de Justi­ce zurück­ge­wie­sen wor­den. Hier­ge­gen wie­der­um hat­te die A. AG Beschwer­de in Zivil­sa­chen erho­ben.

Das Bun­des­ge­richt erin­ner­te zunächst dar­an, dass der Sicht­wech­sel bei der Vor­le­gung fäl­lig wird und zur Zah­lung vor­ge­legt wer­den muss. Der Sicht­wech­sel muss am Zah­lungs­ort vor­ge­legt wer­den. Die A. AG war der Ansicht, dass sie die Zah­lung ver­wei­gern dür­fe, weil die Bank den Sicht­wech­sel bei der Zah­lung nicht vor­ge­legt habe (E. 2.2.2.–3.2.).

Das Bun­des­ge­richt erwog, dass die Bedin­gung der Vor­le­gung des Sicht­wech­sels bei der Zah­lung dar­in liegt, dass der Aus­stel­ler nach der Zah­lung den quit­tier­ten Wech­sel aus­ge­hän­digt erhält. Wei­ter erin­ner­te das Bun­des­ge­richt dar­an, dass für For­de­run­gen, die sich auf einen Wech­sel grün­den, beim Betrei­bungs­amt die Wech­sel­be­trei­bung ver­langt wer­den kann, sofern der Schuld­ner der Kon­kurs­be­trei­bung unter­liegt. Fer­ner ver­wies das Bun­des­ge­richt auf Art. 182 SchKG und unter­strich, dass das Gericht den Rechts­vor­schlag bewil­li­gen muss, sofern eine Ein­re­de als begrün­det erscheint (E. 4.1.).

Das Bun­des­ge­richt bestä­tig­te jedoch in der Fol­ge den Ent­scheid der Vor­in­stanz: Im vor­lie­gen­den Fall war als Zah­lungs­ort der Sitz der Bank B. fest­ge­legt wor­den. Folg­lich hät­te sich die A. AG sel­ber an den Zah­lungs­ort bege­ben müs­sen und den Sicht­wech­sel am Sitz der Bank B. ent­ge­gen neh­men müs­sen, damit die Vor­le­gung voll­stän­dig wird. Der Sicht­wech­sel war somit am Zah­lungs­ort vor­ge­legt wor­den; die Beschwer­de wur­de dem­nach abge­wie­sen (E. 4.2.5.–5.).

Lukas Wiget

Posted by Lukas Wiget

RA Dr. Lukas Wiget, LL.M, ist als Rechtsanwalt bei Blum&Grob Rechtsanwälte AG tätig. Nach dem Studium an der Universität Zürich arbeitete er zunächst als wissenschaftlicher Assistent, später am Bezirksgericht Horgen und in einer grösseren Zürcher Wirtschaftskanzlei. Das LL.M.-Studium absolvierte er in Sydney an der University of New South Wales.