Im Ent­scheid 4A_403/2016 (frz.) hat­te sich das Bun­des­ge­richt zur Fra­ge der Haf­tung einer Bank bei unter­las­se­ner Auf­klä­rung über das Emit­ten­ten­ri­si­ko (Leh­man Bro­thers) zu äussern.

Es stütz­te dabei den Ent­scheid der Vor­in­stanz, wonach die unter­las­se­ne Auf­klä­rung über das Emit­ten­ten­ri­si­ko für den ein­ge­tre­te­nen Scha­den nicht kau­sal war. Dies mit dem Argu­ment, die Bank­kun­den hät­ten sich mut­mass­lich auch bei gehö­ri­ger Risi­ko­auf­klä­rung nicht anders ver­hal­ten (freie Übers. aus dem Frz.):

3.6 […] Jeden­falls stel­len [die Klä­ger] nicht rechts­ge­nüg­lich in Abre­de, dass das Risi­ko bezüg­lich des Emit­ten­ten des Pro­dukts nur theo­re­tisch und ver­schwin­dend klein war. Gestützt auf die­se Tat­sa­che und die all­ge­mei­ne Lebens­er­fah­rung konn­ten die kan­to­na­len Rich­ter berech­tig­ter­wei­se dar­auf schlie­ssen, dass die Kun­den an ihrem Anla­ge­ent­scheid fest­ge­hal­ten hät­ten, wenn sie das Emit­ten­ten­ri­si­ko mit ihrem Bera­ter  bespro­chen hät­ten. Ob sie, wie sie vor­brin­gen, in Anla­ge­fra­gen uner­fah­ren waren, ver­mag an die­ser Beur­tei­lung nichts zu ändern.”

Claudio Kerber

Posted by Claudio Kerber

RA lic.iur. Claudio Kerber arbeitet als Rechtsanwalt und Partner bei der Kanzlei Werder Viganò AG. Er ist Ko-Autor von Lehrwerken zum Wertpapierrecht (2005) und Finanzmarktrecht (2015).