Der Bun­des­rat hat am 9. Juni 2017 die Ver­nehm­las­sung zum Bun­des­ge­setz über die Berech­nung des Betei­li­gungs­ab­zu­ges bei Too-big-to-fail (TBTF)-Instrumenten eröff­net. Ziel die­ser Vor­la­ge ist es, eine gewinn­steu­er­li­che Mehr­be­la­stung bei der Aus­ga­be gewis­ser Finanz­in­stru­men­te zu ver­hin­dern, weil der durch die Aus­ga­be ange­streb­te Eigen­ka­pi­tal­auf­bau regel­mä­ssig auf­sichts­recht­lich moti­viert ist.

Der Bun­des­rat schlägt vor, den nega­ti­ven Effekt der sog. TBTF-Instru­men­te (CoCos, Wri­te-off-Bonds und Bail-in-Bonds i.S.v. Art.11 – 13; 28 – 32 BankG) auf den Betei­li­gungs­ab­zug nun auch bei der Gewinn­steu­er zu besei­ti­gen. Dazu sol­len die an die Inve­sto­ren bezahl­ten Zin­sen sowie die in der Bilanz abge­bil­de­te Wei­ter­ga­be des Kapi­tals aus TBTF-Instru­men­ten von der Berech­nung des Betei­li­gungs­ab­zugs aus­ge­klam­mert blei­ben. Geset­zes­tech­nisch beschränkt sich die Anpas­sung auf zwei neue Bestim­mun­gen: Art.70 Abs. 6 DBG und Art. 28 Abs. 1qua­ter StHG.

Von der neu­en Rege­lung pro­fi­tie­ren Kon­zer­nober­ge­sell­schaf­ten von Ban­ken, wel­che die genann­ten TBTF-Instru­men­te emit­tie­ren, wozu sie auf­grund auf­sichts­recht­li­cher Vor­schrif­ten unter bestimm­ten Umstän­den ver­pflich­tet sind. Die neu­en Vor­schrif­ten gel­ten für sämt­li­che Kon­zer­nober­ge­sell­schaf­ten, wel­che die­se Finan­zie­rungs­in­stru­men­te emit­tie­ren, unab­hän­gig davon, ob system­re­le­vant oder nicht. Weil TBTF-Instru­men­te de fac­to nur von system­re­le­van­ten Ban­ken aus­ge­ge­ben wer­den, wir­ken sich die vor­lie­gen­den Anpas­sun­gen pri­mär zugun­sten die­ser Ban­ken aus (aktu­ell: UBS; CS; ZKB; Raiff­ei­sen und Post­Fi­nan­ce).

Die vor­lie­gen­de Neue­rung bei der Gewinn­steu­er ergänzt die bereits in Kraft getre­te­ne Befrei­ung der TBTF-Instru­men­te von der Ver­rech­nungs­steu­er und der Stem­pel­ab­ga­be und steht im Zusam­men­hang der Too-Big-Too-Fail-Stra­te­gie zur För­de­rung des Eigen­ka­pi­tal­auf­baus bei system­re­le­van­ten Ban­ken.

Philipp Kruse

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RA Philipp Kruse führt seit 2012 eine eigene Praxis für Steuerrecht in Zürich (Kruse | Tax & Law). Er studierte an den Universitäten Bern, Heidelberg und Exeter/UK und hat seit 1998 in drei Zürcher Wirtschaftskanzleien praktiziert. Er war von 2003 bis 2007 im Kantonalen Steueramt Zürich tätig und hat sich seither auf den Bereich 'Steuer- und Abgaberecht' spezialisiert.