Der Bun­des­rat hat am 9. Juni 2017 das Eid­ge­nös­si­sche Finanz­de­part­ment (EFD) beauf­tragt, bis Sep­tem­ber 2017 eine Geset­zes­vor­la­ge aus­zu­ar­bei­ten, wel­che die Kern­an­lie­gen der im Febru­ar 2017 geschei­ter­ten Unter­neh­mens­steu­er­re­form III (USR III) unter dem Namen Steu­er­vor­la­ge 17 mehr­heits­fä­hig machen soll. Der Bun­des­rat plant, die Bot­schaft zur Steu­er­vor­la­ge 17 (SV 17) vor­aus­sicht­lich im Früh­jahr 2018 zusam­men mit der Bot­schaft zur Reform der Ehe­gat­ten­be­steue­rung zu bera­ten.

Die Ziel­set­zun­gen der SV 17 bleibt gegen­über der USR III unver­än­dert (d.h.: Wie­der­her­stel­lung der inter­na­tio­na­len Akzep­tanz, Erhalt der Stand­ort­at­trak­ti­vi­tät der Schweiz und Siche­rung der Steu­er­ein­nah­men von Bund, Kan­to­nen und Gemein­den). Ins­be­son­de­re sol­len die inter­na­tio­nal ver­pön­ten Steu­er­pri­vi­le­gi­en (u.a. für Sta­tus­ge­sell­schaf­ten) nach wie vor bald­mög­lichst abge­schafft wer­den.

Dage­gen sieht die SV 17 Ände­run­gen vor bei den Mass­nah­men, wel­che dem Erhalt der Stand­ort­at­trak­ti­vi­tät die­nen oder die betrof­fe­nen Kan­to­ne unter­stüt­zen sol­len. Zu nen­nen sind hier ins­be­son­de­re:

  • Die zins­be­rei­nig­te Gewinn­steu­er (‘NID’; wird ersatz­los gestri­chen);
  • Diver­se Restrik­tio­nen: betref­fend Patent­box (Soft­ware soll nicht mehr qua­li­fi­zie­ren); betref­fend For­schungs­ab­zug (enger gefasst als in USR III); betref­fend pri­vi­le­gier­te Divi­den­den­be­steue­rung (wird auf Kan­tons-und Bun­des­ebe­ne gegen­über USR III wei­ter ein­ge­schränkt) sowie bei der Ober­gren­ze der maxi­mal mög­li­chen steu­er­li­chen Ent­la­stung in den Kan­to­nen (Sen­kung gegen­über der USR III);
  • Die Erhö­hung des Kan­tons­an­teils an den direk­ten Bun­des­steu­ern (fällt gerin­ger aus als in der USR III);
  • Erhö­hung der Kin­der- und Aus­bil­dungs­zu­la­gen von Arbeit­ge­bern an Arbeit­neh­mer (bis­her nicht vor­ge­se­hen).

Ab Febru­ar 2017 hat­te eine Arbeits­grup­pe von Bund und Kan­to­nen zahl­rei­che Stel­lung­nah­men von Par­tei­en, Kan­to­ne, Gemein­den, Ver­bän­den, Gewerk­schaf­ten und Kir­chen ein­ge­holt, um Eck­wer­te der neu­en Vor­la­ge zu for­mu­lie­ren. Die Ergeb­nis­se hat­te die Arbeits­grup­pe am 1. Juni 2017 publi­ziert. Erneut zeich­net sich ein poli­tisch schwie­ri­ger Gesetz­ge­bungs­pro­zess ab.

Philipp Kruse

Posted by Philipp Kruse

RA Philipp Kruse führt seit 2012 eine eigene Praxis für Steuerrecht in Zürich (Kruse | Tax & Law). Er studierte an den Universitäten Bern, Heidelberg und Exeter/UK und hat seit 1998 in drei Zürcher Wirtschaftskanzleien praktiziert. Er war von 2003 bis 2007 im Kantonalen Steueramt Zürich tätig und hat sich seither auf den Bereich 'Steuer- und Abgaberecht' spezialisiert.