Die Anla­ges­tif­tun­gen A., B., C. und D. sind Anla­ges­tif­tun­gen im Sin­ne des BVG. Alle vier sind an der E. AG betei­ligt, wobei sie zusam­men 100 % des Akti­en­ka­pi­tals hal­ten. Die E. AG hält ihrer­seits das gesam­te Akti­en­ka­pi­tal an der F. AG und ist an ver­schie­de­nen regio­na­len Bewirt­schaf­tungs­un­ter­neh­men betei­ligt. Die F. AG ist die Ver­mö­gens­ver­wal­te­rin eines Immo­bi­li­en­fonds. Sämt­li­che der vor­ge­nann­ten Gesell­schaf­ten gehö­ren zur Grup­pe H.

Die Ober­auf­sichts­kom­mis­si­on Beruf­li­che Vor­sor­ge (OAK) stell­te in einer Ver­fü­gung fest, dass die Struk­tur der Grup­pe H. gegen die ASV ver­sto­sse und wies die Anla­ges­tif­tun­gen an, inner­halb von sechs Mona­ten ab Rechts­kraft der Ver­fü­gung bezüg­lich ihrer Betei­li­gun­gen den ver­ord­nungs­kon­for­men Zustand her­zu­stel­len. Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt wies die dage­gen erho­be­ne Beschwer­de ab. Das Bun­des­ge­richt bestä­tig­te den vor­in­stanz­li­chen Ent­scheid (Urteil 9C_304/2016 vom 23. Mai 2017).

Unbe­strit­ten war, dass die E. AG kei­ne zuläs­si­ge Toch­ter­ge­sell­schaft gemäss Art. 32 Abs. 1 ASV war. Das Bun­des­ge­richt hat­te zu prü­fen, ob die vor­ge­nann­te Ver­ord­nungs­be­stim­mung geset­zes- und ver­fas­sungs­kon­form ist (E. 3.2).

Das Bun­des­ge­richt erwog im Wesent­li­chen, der Zweck von Anla­ges­tif­tun­gen bestehe in der Anla­ge von Vor­sor­ge­ver­mö­gen der beruf­li­chen Vor­sor­ge. Anla­ges­tif­tun­gen sei­en des­halb Hilfs­stif­tun­gen der beruf­li­chen Vor­sor­ge (E. 4.1). Das Bun­des­ge­richt stell­te wei­ter fest, dass der mass­geb­li­che Geset­zes­text offen for­mu­liert sei (E. 5.1). Auch wenn der Ver­ord­nungs­ge­ber eine hohe Rege­lungs­dich­te geschaf­fen habe, wel­che ren­di­ten­star­ke Anla­ges­tif­tun­gen offen­sicht­lich ein­engen wür­de, kön­ne nicht gesagt wer­den, er sei über sei­ne Kom­pe­tenz hin­aus gegan­gen. Die Gesetz­mä­ssig­keit der Ver­ord­nung war damit gege­ben (E. 5.3). Das Bun­des­ge­richt bejah­te im Übri­gen auch die Ver­fas­sungs­mä­ssig­keit, wobei sich die Beschwer­de­füh­re­rin­nen ins­be­son­de­re auf die Wirt­schafts­frei­heit und die Eigen­tums­ga­ran­tie beru­fen hat­ten (E. 6).

Roland Bachmann

Posted by Roland Bachmann

Roland Bachmann ist Partner bei Nater Dallafior Rechtsanwälte AG. Sein Schwerpunkt als Wirtschaftsanwalt ist die Prozessführung. Vor seiner Tätigkeit in der Advokatur arbeitete Roland Bachmann als juristischer Sekretär des Obergerichts Zürich und des Bezirksgerichts Zürich. Er studierte an den Universitäten von Zürich, Tours (Frankreich) und Ann Arbor in Michigan (USA).