Der Bun­des­rat hat kürz­lich beschlos­sen, die neu­en Bestim­mun­gen des Steu­er­har­mo­ni­sie­rungs­ge­set­zes (StHG; SR 642.14) betref­fend Besteue­rungs­ort von Mak­ler­pro­vi­sio­nen aus Immo­bi­li­en­ge­schäf­ten auf den 1. Janu­ar 2019 in Kraft zu set­zen. Damit wer­den die Regeln für die Begrün­dung einer beschränk­ten Steu­er­pflicht in die­sem Zusam­men­hang ana­log zu jenen der direk­ten Bun­des­steu­er gestal­tet: Mak­ler­pro­vi­sio­nen aus Immo­bi­li­en­ge­schäf­ten in der Schweiz/im Kan­ton füh­ren nur dann zu einer beschränk­ten Steu­er­pflicht in der Schweiz/im Kan­ton, wenn der Mak­ler in der Schweiz weder einen Wohn­sitz noch ein Geschäfts­do­mi­zil hat. Mit der vor­lie­gen­den Prä­zi­sie­rung wer­den gewis­se in der Leh­re seit län­ge­rem kri­ti­sier­te redak­tio­nel­le Män­gel des StHG besei­tigt.

Nach gel­ten­dem Recht sind Pro­vi­sio­nen für die Ver­mitt­lung von Grund­stücken durch natür­li­che Per­so­nen mit Wohn­sitz in der Schweiz in jenem Kan­ton zu ver­steu­ern, in wel­chem das betref­fen­de Grund­stück liegt. Liegt es in einem ande­ren Kan­ton als das Geschäfts­do­mi­zil, begrün­de­te die Ver­mitt­lungs­pro­vi­si­on bis­her eine beschränk­te Steu­er­pflicht am Bele­gen­heits­ort des Grund­stücks (gem. bis­her. Art. 4 Abs. 1 StHG).

Ab 1. Janu­ar 2019 haben natür­li­che Per­so­nen, wel­che Grund­stücke ver­mit­teln, die dar­aus resul­tie­ren­den Mak­ler­pro­vi­sio­nen nur dann am Bele­gen­heits­ort zu ver­steu­ern, wenn der Mak­ler kei­nen Wohn- oder Geschäfts­sitz in der Schweiz hat (neu­er Art. 4 Abs. 1 und Abs. 2 lit. g StHG). In allen übri­gen Fäl­len wird die in der Schweiz ansäs­si­ge natür­li­che Per­son (wie bis­her auch die juri­sti­schen Per­so­nen) die Ver­mitt­lungs­pro­vi­si­on durch­wegs an ihrem schwei­ze­ri­schen Wohn-, resp. Geschäfts­sitz (am Haupt­steu­er­do­mi­zil) zu ver­steu­ern haben, dies also auch dann, wenn das betref­fen­de Grund­stück nicht im sel­ben Kan­ton liegt. Die­se Rege­lung galt bis­her so bereits für juri­sti­sche Per­so­nen.

Die hier­zu ana­log ver­lau­fen­den Bestim­mun­gen für die direk­te Bun­des­steu­er blei­ben unver­än­dert.

Gewin­ne aus Han­del mit (in Kan­to­nen ausser­halb des Geschäfts­do­mi­zils gele­ge­nen) Grund­stücken sind wei­ter­hin durch­wegs im Bele­gen­heits­kan­ton zu ver­steu­ern (gem. bis­her. und neu­en Art. 4 Abs. 1 und Art. 21 Abs.1 lit. d StHG).

Gemäss Bun­des­rat haben die­se Anpas­sun­gen kei­ne Aus­wir­kun­gen auf die Steu­er­ein­nah­men des Bun­des. Die finan­zi­el­len Aus­wir­kun­gen für die Kan­to­ne sei­en ver­nach­läs­sig­bar, weil eine nur sehr klei­ne Grup­pe von Steu­er­pflich­ti­gen betrof­fen sei.

Die ent­spre­chen­de Vor­la­ge war vom Natio­nal- und Stän­de­rat in der Früh­jahrs­ses­si­on 2017 ange­nom­men wor­den, in Umset­zung der Moti­on Ful­vio Pel­li (Nr. 13.3728 vom 18.9.2013).

Philipp Kruse

Posted by Philipp Kruse

RA Philipp Kruse führt seit 2012 eine eigene Praxis für Steuerrecht in Zürich (Kruse | Tax & Law). Er studierte an den Universitäten Bern, Heidelberg und Exeter/UK und hat seit 1998 in drei Zürcher Wirtschaftskanzleien praktiziert. Er war von 2003 bis 2007 im Kantonalen Steueramt Zürich tätig und hat sich seither auf den Bereich 'Steuer- und Abgaberecht' spezialisiert.