Die Eid­ge­nös­si­sche Steu­er­ver­wal­tung (EStV) hat sich zur Fra­ge geäu­ssert, ab wel­chem Zeit­punkt Selbst­an­zei­gen nicht mehr straf­los erfol­gen könn­ten, resp. ab wann Steu­er­fak­to­ren aus einer Selbst­an­zei­ge auf­grund des auto­ma­ti­schen Infor­ma­ti­ons­aus­tau­sches (AIA) als bereits bekannt zu gel­ten hät­ten.

Wer Steu­er­fak­to­ren zur Selbst­an­zei­ge bringt, wel­che im Rah­men des AIA (s. AIA-Grund­la­gen) der EStV zu über­mit­teln sind, soll nach Auf­fas­sung der EStV spä­te­stens ab 30. Sep­tem­ber 2018 nicht mehr von Straf­frei­heit pro­fi­tie­ren kön­nen.

Die­se Regel habe für jene Steu­er­fak­to­ren zu gel­ten, wel­che auf­grund der AIA-Grund­la­gen mit einem bestimm­ten Part­ner­land seit 1. Janu­ar 2017 gesam­melt und dem­entspre­chend bis 30. Sep­tem­ber 2018 effek­tiv aus­zu­tau­schen sind. Für Steu­er­fak­to­ren, wel­che erst in spä­te­ren Jah­ren aus­zu­tau­schen sind, gel­te die­se Rege­lung ana­log für den 30. Sep­tem­ber des Jah­res, in wel­chem der dies­be­züg­li­che Daten­aus­tausch (erst­mals) statt­fin­det.

Gemäss EStV haben die aus­zu­tau­schen­den AIA-Infor­ma­tio­nen spä­te­stens ab dem genann­ten Datum bei der zustän­di­gen Steu­er­ver­wal­tung als bekannt zu gel­ten. Dass die­se Infor­ma­tio­nen allen­falls erst nach die­sem Datum der kan­to­na­len Steu­er­ver­wal­tung effek­tiv zuge­stellt, resp. von ihr erst spä­ter effek­tiv zur Kennt­nis genom­men wer­den, soll offen­bar nicht rele­vant sein.

Die als „Infor­ma­ti­on“ über­schrie­be­ne Ver­laut­ba­rung der EStV bin­det die kan­to­na­len Steu­er­ver­wal­tun­gen in die­ser Fra­ge grund­sätz­lich nicht (d.h. ab wann eine kant. Steu­er­ver­wal­tung von den zur Anzei­ge gebrach­ten Steu­er­fak­to­ren bereits Kennt­nis hat­te). Die dies­be­züg­lich bis­her kom­mu­ni­zier­ten kan­to­na­len Pra­xis­hand­ha­bun­gen sind dem­entspre­chend noch recht unter­schied­lich und soll­ten im Ein­zel­fall recht­zei­tig in Erfah­rung gebracht wer­den.

Infor­ma­ti­on der EStV vom 15. Sep­tem­ber 2017

Philipp Kruse

Posted by Philipp Kruse

RA Philipp Kruse führt seit 2012 eine eigene Praxis für Steuerrecht in Zürich (Kruse | Tax & Law). Er studierte an den Universitäten Bern, Heidelberg und Exeter/UK und hat seit 1998 in drei Zürcher Wirtschaftskanzleien praktiziert. Er war von 2003 bis 2007 im Kantonalen Steueramt Zürich tätig und hat sich seither auf den Bereich 'Steuer- und Abgaberecht' spezialisiert.