Der Bun­des­rat hat am 18. Okto­ber 2017 beschlos­sen, das Bun­des­ge­setz über den inter­na­tio­na­len auto­ma­ti­schen Aus­tausch län­der­be­zo­ge­ner Berich­te mul­ti­na­tio­na­ler Kon­zer­ne (ALBAG) auf den 1. Dezem­ber 2017 in Kraft zu set­zen. Damit setzt die Schweiz einen der glo­ba­len Min­dest­stan­dards des BEPS-Pro­jekts um (sog. Coun­try-by-Coun­try-Reporting; CbCR; BEPS-Massn­nah­me 13). Das ALBAG und die Mul­ti­la­te­ra­le Ver­ein­ba­rung der zustän­di­gen Behör­den über den Aus­tau­sch­län­der­be­zo­ge­ner Berich­te (ALBA-Ver­ein­ba­rung) bil­den die wich­tig­sten recht­li­chen Grund­la­gen für das Coun­try-by-Coun­try-Reporting. Die ALBA-Ver­ein­ba­rung will der Bun­des­rat noch im Dezem­ber in Kraft set­zen.

Des wei­te­ren hat der Bun­des­rat am 18. Okto­ber 2017 die­je­ni­gen Län­der fest­ge­legt, mit wel­chen die Schweiz län­der­be­zo­ge­ne Berich­te aus­tau­schen will (Län­der­li­ste).

Die dazu­ge­hö­ri­ge Ver­ord­nung über den inter­na­tio­na­len auto­ma­ti­schen Aus­tausch län­der­be­zo­ge­ner Berich­te mul­ti­na­tio­na­ler Kon­zer­ne (ALBAV) hat­te der Bun­des­rat bereits am 29.9.2017 ver­ab­schie­det und sie eben­falls auf den 1. Dezem­ber 2017 in Kraft gesetzt. Danach sind mul­ti­na­tio­na­le Unter­neh­men mit einem Gesamt­um­satz von min­de­stens CHF 900 Mil­lio­nen (Art. 3 ALBAV) ver­pflich­tet, einen län­der­be­zo­ge­nen Bericht zu erstel­len, wel­cher die inhalt­li­chen Vor­ga­ben von Art. 1 ALBAV erfüllt.

Die Pflicht zur Ein­rei­chung eines län­der­be­zo­ge­nen Berichts besteht erst­mals für Geschäfts­jah­re, die am 1. Janu­ar 2018 oder spä­ter begin­nen. Der erste regu­lä­re Aus­tausch fin­det im Jahr 2020 statt. Auf frei­wil­li­ger Basis kön­nen Kon­zer­ne Län­der­be­rich­te für die Steu­er­pe­ri­oden 2016 und 2017 ein­rei­chen (s. EStV-Anlei­tung unten), wel­che die EStV sodann den Part­ner­staa­ten ab 2018 über­mit­teln wird.

Damit auch für die­se Berich­te die in der ALBA-Ver­ein­ba­rung und dem Amts­hil­fe­über­ein­kom­men ent­hal­te­nen Garan­ti­en (Daten­schutz, Ver­trau­lich­keit und sach­ge­mä­sse Ver­wen­dung) zur Anwen­dung kom­men, ver­ab­schie­de­te der Bun­des­rat an sei­ner Sit­zung vom 18. Okto­ber 2017 auch eine ent­spre­chen­de Erklä­rung zur ALBA-Ver­ein­ba­rung.

Philipp Kruse

Posted by Philipp Kruse

RA Philipp Kruse führt seit 2012 eine eigene Praxis für Steuerrecht in Zürich (Kruse | Tax & Law). Er studierte an den Universitäten Bern, Heidelberg und Exeter/UK und hat seit 1998 in drei Zürcher Wirtschaftskanzleien praktiziert. Er war von 2003 bis 2007 im Kantonalen Steueramt Zürich tätig und hat sich seither auf den Bereich 'Steuer- und Abgaberecht' spezialisiert.