Der Ent­wurf und die Bot­schaft zum revi­dier­ten FMG wur­den heu­te im Bun­des­blatt publi­ziert. Die Bot­schaft umschreibt die wesent­li­chen Ände­run­gen wie folgt:

Inhalt der Vor­la­ge
Ange­sichts neu­er Inter­net­dien­ste und der zuneh­men­den Zahl an – schwei­ze­ri­schen und aus­län­di­schen – Anbie­te­rin­nen sol­cher Dien­ste ist die Anwen­dung der all­ge­mei­nen Mel­de­pflicht schwie­rig gewor­den. Des­halb wird vor­ge­schla­gen, die­se abzu­schaf­fen und durch eine Regi­strie­rung der­je­ni­gen Fern­mel­de­dienst­an­bie­te­rin­nen zu erset­zen, die vom Bun­des­amt für Kom­mu­ni­ka­ti­on (BAKOM) ver­wal­te­te Adres­sie­rungs­ele­men­te oder kon­zes­si­ons­pflich­ti­ge Funk­fre­quen­zen nut­zen. […]

Die 2007 ein­ge­führ­te Pflicht für die markt­be­herr­schen­den Fern­mel­de­dienst­an­bie­te­rin­nen, einen voll­stän­dig ent­bün­del­ten Zugang zum Teil­neh­mer­an­schluss zu gewäh­ren, betrifft nur die Dop­pel­ader-Metall­lei­tun­gen. Ange­sichts des Aus­baus der Glas­fa­ser­net­ze ist eine Erwei­te­rung die­ser Pflicht auf sämt­li­che lei­tungs­ge­bun­de­ne Anschlüs­se vor­zu­se­hen. Der Ent­wurf ent­hält dies­be­züg­lich eine Norm zur Kom­pe­tenz­de­le­ga­ti­on an den Bun­des­rat. Zur För­de­rung eines wirk­sa­men Wett­be­werbs bei der Erbrin­gung von Fern­mel­de­dien­sten kann der Bun­des­rat einen tech­no­lo­gie­neu­tra­len Zugang zum lei­tungs­ge­bun­de­nen Teil­neh­mer­an­schluss vor­se­hen, der auch vir­tu­ell sein kann. Der Ent­wurf sieht zudem vor, dass jede Fern­mel­de­dienst­an­bie­te­rin das Recht hat, Zugang zum Gebäu­de­ein­füh­rungs­punkt zu erhal­ten und die gebäu­de­in­ter­nen Anla­gen mit­zu­be­nut­zen.

Der Bun­des­rat kann Mass­nah­men tref­fen, um den Wett­be­werb zu för­dern und unver­hält­nis­mä­ssig hohe End­kun­den­ta­ri­fe im Bereich des inter­na­tio­na­len Roa­mings zu ver­hin­dern. Meh­re­re wei­te­re Bestim­mun­gen zie­len auf die Ver­bes­se­rung des Kon­su­men­ten­schut­zes ab. So wer­den den Fern­mel­de­dienst­an­bie­te­rin­nen Trans­pa­renz­pflich­ten in Bezug auf die Bear­bei­tung der von ihnen über­mit­tel­ten Infor­ma­tio­nen (Netz­neu­tra­li­tät) und die Qua­li­tät ihrer Dien­ste auf­er­legt. Wei­ter sieht der Ent­wurf stren­ge­re Mass­nah­men gegen uner­wünsch­te Wer­bung vor. Kin­der und Jugend­li­che sol­len ausser­dem bes­ser vor den Gefah­ren der Nut­zung von Fern­mel­de­dien­sten geschützt wer­den.

Bei der Rege­lung der Nut­zung von Funk­fre­quen­zen kommt es zu einem Para­dig­men­wech­sel. Wäh­rend heu­te die Kon­zes­si­ons­pflicht die Regel bil­det, kann das Fre­quenz­spek­trum künf­tig grund­sätz­lich frei inner­halb der Schran­ken der gesetz­li­chen Vor­schrif­ten genutzt wer­den. Ausser­dem wird der Han­del mit Fre­quen­zen mög­lich sein, eben­so wie der Abschluss von Koope­ra­ti­ons­ver­trä­gen zwi­schen Kon-zes­sio­nä­rin­nen betref­fend Infra­struk­tur-Sharing und die gemein­sa­me Nut­zung von Fre­quen­zen. Der Bun­des­rat wird über­dies einen Teil der Kon­zes­si­ons­ge­büh­ren für Funk­kon­zes­sio­nen für flan­kie­ren­de Mass­nah­men im Bereich der nich­tio­ni­sie­ren­den Strah­lung ein­set­zen kön­nen.

In Bezug auf die Adres­sie­rungs­ele­men­te kon­so­li­diert der Ent­wurf die Rechts­grund­la­gen im Hin­blick auf deren Ver­wal­tung durch das BAKOM und sieht beson­de­re Bestim­mun­gen für die Inter­net-Domains vor. Sodann wer­den Ände­run­gen bei den Bestim­mun­gen zum Not­ruf sowie bezüg­lich Sicher­heit von Infor­ma­tio­nen und von Fern­mel­de­in­fra­struk­tu­ren und -dien­sten ange­bracht.
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David Vasella

Posted by David Vasella

RA Dr. David Vasella ist Gründer von swissblawg und Rechtsanwalt und Counsel bei Walder Wyss. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert, betreibt den Blog daten:recht und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich.