Im zur amt­li­chen Publi­ka­ti­on vor­ge­se­he­nen Urteil vom 26. Sep­tem­ber 2017 befass­te sich das BGer mit einer Spe­zi­al­land­wirt­schafts­zo­ne in der Gemein­de Raron. Im Mai 2015 leg­te die Gemein­de Raron den Detail­nut­zungs­plan “Bag­ger­see” öffent­lich auf. Der Detail­nut­zungs­plan sieht vor, dass 24’000 m2 (von ins­ge­samt rund 150’000 m2) des Peri­me­ters “Bag­ger­see”  der Spe­zi­al­land­wirt­schafts­zo­ne “Bag­ger­see” zuge­teilt wer­den. Im betref­fen­den Peri­me­ter bestehen ver­schie­de­ne Pla­nun­gen für öffent­li­che und pri­va­te Bau­ten und Anla­gen (u.a. Auto­bahn­rast­stät­te der A9 Ober­wal­lis; Ring­kuh­kampf­are­na; Markt­hal­le der Ober­wal­li­ser Land­wirt­schafts­kam­mer [OLK]; Bade- und Erho­lungs­land­schaft). Die A. AG, B. AG und D. AG sind Eigen­tü­me­rin­nen von Par­zel­len, wel­che im Peri­me­ter “Bag­ger­see” lie­gen. Sie erho­ben alle­samt Ein­spra­che beim Gemein­de­rat und gelang­ten mit der Streit­sa­che bis vor BGer, wel­ches die Beschwer­den gut­heisst.

Die Beschwer­de­füh­re­rin­nen machen im wesent­li­chen gel­tend, dass sich die Spe­zi­al­land­wirt­schafts­zo­ne weder auf Art. 16a Abs. 3 noch auf Art. 18 RPG (Raum­pla­nungs­ge­setz; SR 700) stüt­zen kön­ne. In Bezug auf das von Art. 16a Abs. 3 RPG  gefor­der­te Pla­nungs­ver­fah­ren hält das BGer fest, dass die­ses Pla­nungs­ver­fah­ren in der Regel im Ver­fah­ren der kan­to­na­len Richt­pla­nung statt­fin­det. Im Richt­plan des Kan­tons Wal­lis wer­de jedoch weder eine posi­ti­ve noch eine nega­ti­ve Pla­nung mög­li­cher Stand­or­te von Spe­zi­al­land­wirt­schafts­zo­nen vor­ge­nom­men. Zudem dien­ten sowohl die Markt­hal­le der OLK als auch die Ring­kuh­kampf­are­na einer nicht land­wirt­schaft­li­chen Bewirt­schaf­tung.

Hin­sicht­lich Art. 18 RPG stellt das BGer fest, dass die Kan­to­ne die bun­des­recht­li­chen Grund­ty­pen (Bau­zo­ne, Land­wirt­schafts­zo­ne, Schutz­zo­ne) durch wei­te­re Nut­zungs­zo­nen unter­tei­len, vari­ie­ren, kom­bi­nie­ren und ergän­zen kön­nen. Die Haupt­be­stim­mung der streit­ge­gen­ständ­li­chen Spe­zi­al­land­wirt­schafts­zo­ne sei die Zulas­sung von Bau­ten und Anla­gen. Die­se sei­en jedoch pri­mär inner­halb bestehen­der Bau­zo­nen zu rea­li­sie­ren.

Die Zuläs­sig­keit einer Klein­bau­zo­ne — so das BGer — müs­se vor­lie­gend nicht geprüft wer­den, denn die Flä­che der rechts­kräf­tig aus­ge­schie­de­nen Bau­zo­nen dür­fe bis zur Geneh­mi­gung der Anpas­sung des Wal­li­ser Richt­plans an das revi­dier­te RPG nicht ver­grö­ssert wer­den.

Fabian Klaber

Posted by Fabian Klaber

Dr. Fabian Klaber, LL.M, hat an der Universität Basel und an der Columbia Law School (LL.M.) studiert, war danach als wissenschaftlicher Assistent an der Universität Basel tätig und absolvierte Praktika bei Froriep und beim Bezirksgericht Horgen. Er arbeitet im Advokaturbureau Kleb | Harburger.