Im auf fran­zö­sisch redi­gier­ten und zur amt­li­chen Publi­ka­ti­on vor­ge­se­he­nen Urteil vom 28. Juni 2017 unter­such­te das BGer, unter wel­chen Vor­aus­set­zun­gen die Errich­tung eines Geträn­ke­aus­schanks (Buvet­te) in einer Alp­hüt­te zuläs­sig ist. J. ist Allein­ak­tio­när der I. SA, wel­che Eigen­tü­me­rin der Par­zel­le Nr. 170 “Aplayau” in der waadt­län­der Gemein­de Blo­nay ist. Die Par­zel­le ist mit einer Alp­hüt­te über­baut und dient der Über­som­me­rung von Vieh. Die I. SA woll­te in der Alp­hüt­te einen Geträn­ke­aus­schank mit ins­ge­samt 50 Innen- und Aussen­sitz­plät­zen rea­li­sie­ren und ersuch­te des­halb um eine Bau­be­wil­li­gung, wel­che auch erteilt wur­de. Dage­gen gelang­ten A. und C. bis vor BGer, wel­ches die Beschwer­de gut­heisst.

Die Beschwer­de­füh­rer rügen zunächst, dass es sich bei einem Söm­me­rungs­be­trieb nicht um ein land­wirt­schaft­li­ches Gewer­be im Sin­ne des BGBB (Bun­des­ge­setz über das bäu­er­li­che Boden­recht; SR 211.412.11) hand­le und der Geträn­ke­aus­schank des­halb nicht auf Art. 24b RPG (Raum­pla­nungs­ge­setz; SR 700) gestützt wer­den kön­ne. Die­se Rüge wird vom BGer jedoch ver­wor­fen, da der Begriff des land­wirt­schaft­li­chen Gewer­bes auch tem­po­rä­re Betrie­be umfas­sen kön­ne.

Sodann brin­gen die Beschwer­de­füh­rer vor, dass es sich bei der Alp­hüt­te auf der Par­zel­le Nr. 170 “Aplayau” nicht um ein tem­po­rä­res Betriebs­zen­trum im Sin­ne von Art. 24b Abs. 1bis RPG hand­le. Das BGer hält dies­be­züg­lich fest, dass der nicht­land­wirt­schaft­li­che Neben­be­trieb, also der Geträn­ke­aus­schank, eine geo­gra­fi­sche Nähe zum land­wirt­schaft­li­chen Gewer­be auf­wei­sen müs­se. Die Alp­hüt­te — so das BGer — sei für die land­wirt­schaft­li­che Tätig­keit im vor­lie­gen­den Fall aber gar nicht not­wen­dig. Das Vieh befin­de sich wäh­rend der Über­som­me­rung per­ma­nent auf der Wei­de und die Alp­hüt­te ent­hal­te kei­ne Infra­struk­tur zur Beher­ber­gung oder Ver­sor­gung der Tie­re. Sie qua­li­fi­zie­re des­halb nicht als tem­po­rä­res Betriebs­zen­trum und für die Ertei­lung einer Aus­nah­me­be­wil­li­gung bestehe kein Raum.

Das BGer heisst die Beschwer­de gut und hebt den Ent­scheid der Vor­in­stanz auf.

Fabian Klaber

Posted by Fabian Klaber

Dr. Fabian Klaber, LL.M, hat an der Universität Basel und an der Columbia Law School (LL.M.) studiert, war danach als wissenschaftlicher Assistent an der Universität Basel tätig und absolvierte Praktika bei Froriep und beim Bezirksgericht Horgen. Er arbeitet im Advokaturbureau Kleb | Harburger.