Die Wett­be­werbs­kom­mis­si­on (WEKO) hat Bus­sen im Umfang von ins­ge­samt rund CHF 8 Mio gegen neun Feu­er­ver­zin­ker aus der Deutsch­schweiz und dem fran­zö­si­schen Teil des Wal­lis aus­ge­spro­chen. Nach den Fest­stel­lun­gen der WEKO hat­ten die Ver­zin­ke­rei­en im Zeit­raum zwi­schen 2004 und Anfang 2016 wie­der­holt hori­zon­ta­le Preis­ab­spra­chen getrof­fen (Art. 5 Abs. 3 lit. a KG).

Die soge­nann­te Feu­er­ver­zin­kung ist ein Kor­ro­si­ons- oder Rost­schutz­ver­fah­ren für Stahl. Dabei wer­den Stahl­tei­le (von Schrau­ben über Bal­kon- und Trep­pen­ge­län­der bis hin zu Stahl­trä­gern, Strom- und Seil­bahn­ma­sten) durch Ein­tau­chen in geschmol­ze­nes Zink mit einer lang­haf­ten­den Zink­schicht über­zo­gen. Damit wird ver­hin­dert, dass der Stahl rostet. Kon­kret hat­ten sich die Ver­zin­ke­rei­en über Min­dest­prei­se für die Feu­er­ver­zin­kung, ver­schie­de­ne Preis­zu­schlä­ge und gele­gent­li­che Preis­er­hö­hun­gen abge­spro­chen. Die Abre­den der Unter­neh­men sei­en an Sit­zun­gen der Ver­ei­ni­gung Schwei­ze­ri­scher Ver­zin­ke­rei­en (VSV) getrof­fen wor­den, bzw. an Sit­zun­gen von deren Fach­stel­le, der Schwei­ze­ri­schen Fach­stel­le Feu­er­ver­zin­ken (SFF).

Die Unter­su­chung gegen die Ver­zin­ke­rei­en wur­de im Febru­ar 2016 mit Haus­durch­su­chun­gen eröff­net und ging auf die Selbst­an­zei­ge eines der betei­lig­ten Unter­neh­men zurück. Im Rah­men der Kron­zeu­gen­re­ge­lung kam die­ses Unter­neh­men in den Genuss eines voll­stän­di­gen Sank­ti­ons­er­las­ses. Das Ver­fah­ren konn­te gemäss WEKO zügig abge­schlos­sen wer­den, weil sämt­li­che Ver­zin­ke­rei­en wie auch die Ver­ei­ni­gung Schwei­ze­ri­scher Ver­zin­ke­rei­en (VSV) im Ver­fah­ren “sehr gut” koope­rier­ten und ins­be­son­de­re zum Abschluss ein­ver­nehm­li­cher Rege­lun­gen Hand boten. In den ein­ver­nehm­li­chen Rege­lun­gen sei­en für die Zukunft kla­re Ver­hal­tens­wei­sen fest­ge­legt wor­den.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen: Medi­en­mit­tei­lung vom 3. Novem­ber 2017 (HTML).

 

Oliver Kaufmann

Posted by Oliver Kaufmann

RA Dr. Oliver Kaufmann hat an der Universität Zürich studiert und war danach als wissenschaftlicher Mitarbeiter auf dem Sekretariat der WEKO tätig. Er arbeitet als Rechtsanwalt und Partner bei Streichenberg in Zürich.