Im vor­liegen­den, zur amtlichen Pub­lika­tion vorge­se­henen Urteil set­zte sich das Bun­des­gericht mit der Frage auseinan­der, welche Anforderun­gen die Erk­lärung des Drit­ten, der ein Pfan­drecht an einem ver­ar­restierten Gegen­stand gel­tend machen will, erfüllen muss, damit der Anspruch des Drit­ten vorge­merkt respek­tive den Parteien angezeigt wer­den kann (Art. 106 Abs. 1 SchKG).

Das Bun­des­gericht erwog, dass das Gesetz für die Erk­lärung des Drit­ten i.S.v. Art. 106 Abs. 1 SchKG wed­er eine Frist noch For­mvorschriften vorse­he. Aus der Erk­lärung des Drit­ten müsse grund­sät­zlich nur her­vorge­hen, wer in Bezug auf welchen Ver­mö­genswert welchen Anspruch gel­tend mache. Zudem habe die Erk­lärung gemäss Recht­sprechung innert angemessen­er Frist zu erfol­gen (E. 5.1.2.2). Darüber hin­aus habe der Dritte, der ein Pfan­drecht an ein­er ver­ar­restierten Sache gel­tend mache, jedoch zusät­zlich auch den Betrag der durch das Pfand gesicherten Forderung anzugeben. Dies erlaube es dem Gläu­biger, abzuschätzen, ob er den Anspruch des Drit­ten nach Art. 107 oder Art. 108 SchKG bestre­it­en wolle. Fehle die Angabe des Betrags, so müsse das Betrei­bungsamt dem Drit­ten eine Frist zur nachträglichen Bez­if­fer­ung set­zen (E. 5.1.2.3).

Lukas Wiget

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RA Dr. Lukas Wiget, LL.M, ist als Rechtsanwalt bei Blum&Grob Rechtsanwälte AG tätig. Nach dem Studium an der Universität Zürich arbeitete er zunächst als wissenschaftlicher Assistent, später am Bezirksgericht Horgen und in einer grösseren Zürcher Wirtschaftskanzlei. Das LL.M.-Studium absolvierte er in Sydney an der University of New South Wales.