4A_105/2012 (amtl. Publ.): Revisionsentscheid des kantonalen Gerichts unterliegt der Beschwerde an das Bundesgericht

Im Entscheid 4A_105/2012 vom 28. Juni 2012 befasste sich das Bun­des­gericht mit der Frage, ob der Entscheid eines oberen kan­tonalen Gerichts, mit dem ein Gesuch auf Revi­sion eines in einem inter­nen Schiedsver­fahren ergan­genen Schiedsspruchs abgewiesen wurde, mit Beschw­erde an das Bun­des­gericht ange­focht­en wer­den kann.

Der Beschw­erde­führer hat­te beim Kan­ton­s­gericht Waadt mit einem Revi­sion­s­ge­such um Aufhe­bung eines Schiedsspruchs ersucht. Das Kan­ton­s­gericht wies das Revi­sion­s­ge­such ab. Gegen diesen Entscheid erhob der Beschw­erde­führer Beschw­erde beim Bun­des­gericht.

Das Bun­des­gericht erk­lärte zunächst, dass der Revi­sion­sentscheid des Kan­ton­s­gerichts mit Beschw­erde ange­focht­en wer­den kann. “Endgültig” i.S.v. Art. 390 Abs. 2 ZPO seien nur Beschw­erdeentschei­de des oberen kan­tonalen Gerichts (E.1.1):

Le code de procé­dure ne prévoit pas que la déci­sion du tri­bunal can­ton­al stat­u­ant sur la demande en révi­sion soit défini­tive, con­traire­ment à ce qui pré­vaut lorsque le tri­bunal can­ton­al stat­ue sur un recours “ordi­naire” con­tre la sen­tence arbi­trale (art. 390 al. 2 2ème phrase CPC; MICHAEL MRÁZ, in Basler Kom­men­tar, Schweiz­erische Zivil­prozes­sor­d­nung, 2010, n° 12 ad art. 399 CPC).

Das Bun­des­gericht wandte sich danach dem Revi­sion­s­grund von Art. 396 Abs. 1 lit. a ZPO zu.  Das Bun­des­gericht erk­lärte, dass ein neu erstelltes Gutacht­en, das auf densel­ben Fak­ten beruht, die bere­its im Schiedsver­fahren bekan­nt waren, wed­er eine Tat­sache darstellt, die der Beschw­erde­führer “nachträglich erfährt”, noch eine Tat­sache darstellt, die der Beschw­erde­führer “im früheren Ver­fahren nicht beib­rin­gen kon­nte”.