Die Arbeit­nehmerin forderte eine Entschädi­gung für geleis­tete Über­stun­den, da sie durch­schnit­tlich min­destens zwei Stun­den Mehrar­beit pro Tag geleis­tet hat­te. Die Arbeit­nehmerin hat­te Ferien bezo­gen und Über­stun­den mit ins­ge­samt 12 Tagen Freizeit kom­pen­siert. Vor Bun­des­gericht war unter anderem strit­tig, wie die Entschädi­gung für geleis­tete Über­stun­den zu berech­nen war (Urteil 4A_28/2018 vom 12. Sep­tem­ber 2018, E. 7).

Die Arbeit­ge­berin machte vor Bun­des­gericht gel­tend, die Vorin­stanz habe es unter­lassen, die Kom­pen­sa­tion­stage bei der Berech­nung der Anzahl zu entschädi­gen­den Über­stun­den zu berück­sichti­gen (E. 7.1.1). Das Bun­des­gericht schützte dieses Vor­brin­gen (E. 7.1.2).

Die Vorin­stanz hat­te zunächst die Anzahl Arbeit­stage berech­net (284 Arbeit­stage). Davon zog sie die Feri­en­t­age sowie die Kom­pen­sa­tion­stage ab und kam zu einem Total von ins­ge­samt 254 Arbeit­sta­gen. Unter der Annahme, dass die Arbeit­nehmerin min­destens 2 Stun­den pro Tag Über­stun­den geleis­tet hat­te, berech­nete die Vorin­stanz das Über­stun­den­sal­do mit 508 Über­stun­den (E. 7.1.1). Das Bun­des­gericht stellte fest, von diesem Sal­do müssten nochmals 96 Stun­den abge­zo­gen wer­den, da diese Über­stun­den durch 12 Tage Freizeit kom­pen­siert wor­den seien. Das zu entschädi­gende Über­stun­den­sal­do betrug daher lediglich noch 412 Stun­den (E. 7.1.2).

Roland Bachmann

Posted by Roland Bachmann

Roland Bachmann ist Partner bei Wenger Plattner. Sein Schwerpunkt als Wirtschaftsanwalt ist die Prozessführung. Vor seiner Tätigkeit in der Advokatur arbeitete Roland Bachmann als juristischer Sekretär des Obergerichts Zürich und des Bezirksgerichts Zürich. Er studierte an den Universitäten von Zürich, Tours (Frankreich) und Ann Arbor in Michigan (USA).