4A_125/2010: Umfang des Formerfordernisses beim Zessionsvertrag; genügende Bestimmbarkeit der abgetretenen Teilforderungen bei Partialzession

Das BGer hält fest, dass bei ein­er Par­tialzes­sion, bei welch­er es zu ein­er Spal­tung der Forderung kommt, die abge­tretene Teil­forderung nicht nur betragsmäs­sig, son­dern auch in Bezug auf den Gegen­stand der Teil­forderung genü­gend klar bes­timmt bzw. bes­timm­bar sein muss. Die “Inter­na­tion­al Foot­ball Hall of Cham­pi­ons” in Paris war ursprünglich von der Y und der Z errichtet wor­den. … weit­er­lesen

B‑317/2010: “LIFETEX” und “LIFETEA” nicht verwechselbar

Das BVer­wGer lässt die Frage offen, ob zwis­chen Haarpflegemit­teln und phar­mazeutis­chen Pro­duk­ten Waren­gle­ichar­tigkeit beste­he. Entschei­dend war vor­liegend, dass zwis­chen den Wort­marken “LIFETEX” und “LIFETEA” ohne­hin keine Ver­wech­slungs­ge­fahr bestand. Die Verkehrskreise sehen “Life-” als aus­tauschbare Anpreisung. Daher fall­en die Unter­schiede in der Schlusssilbe, die abwe­ichende Vokalfolge (Ä/I), das unter­schiedliche Aus­laut­en, das ver­schiedenar­tige Schrift­bild und vor allem die Unter­schiede im Sin­nge­halt ins Gewicht, … weit­er­lesen

B‑4719/2010: Prüfungsbefugnis der Handelsregisterbehörden, “stes AG” und “STE’S AG” identisch

In einem der nicht allzu zahlre­ichen Urteile zum Fir­men­recht fasst das BVer­wGer die Grund­sätze der Prü­fungs­befug­nis der Han­del­sreg­is­ter­be­hör­den zusam­men und stellt fest, dass die Fir­men “stes AG” und “STE’S AG” iden­tisch sind. Dazu vgl. auch die Weisung an die Han­del­sreg­is­ter­be­hör­den für die Prü­fung von Fir­men und Namen vom 1. April 2009 und die interne Weisung zur Prü­fung der … weit­er­lesen

4A_319/2010: Gebrauchsanweisungen elektrischer Geräte von Nutzern “im Detail” zu “studieren” — Reduktion des Schadenersatzes um 20% geschützt

Das BGer rech­net es als Selb­stver­schulden iSv OR 44 I an, ein elek­trisches Gerät (hier: ein Dampf­bügel­sys­tem) nach der Nutzung nicht vom Strom­netz zu tren­nen. Dabei han­dle es sich um eine klas­sis­che Vor­sichts­mass­nahme, die für alle Elek­trogeräte gilt, die im Bere­ich des Haushalts oder des Heimw­erkens ver­bre­it­et genutzt wer­den. Unklar bleibt im vor­liegen­den Urteil, ob … weit­er­lesen

4A_301/2010: Absichtliche Täuschung im Unternehmenskauf durch Verschweigen einer drohenden Klage

Beim Verkauf eines Unternehmens hat­te die Verkäuferin bestätigt, dass keine Klage gegen das verkaufte Unternehmen hängig sei oder dro­he (in den Worten des BGer, dass “il n’existait aucune procé­dure en cours ou menaçant d’être inten­tée con­tre A. ou encore sus­cep­ti­ble de l’être”). Sie ver­schwieg dabei, sowohl im Rah­men der Due Dili­gence als auch im Dis­clo­sure … weit­er­lesen

4A_313/2010: Duldungsvollmacht des Leiters einer Baustelle für die Bestellung eines Krans

Das BGer hält fest, dass die Bestel­lung eines Krans durch den Leit­er ein­er Baustelle, der wed­er Organ noch Bevollmächtiger der Bauher­rin ist, von ein­er Dul­dungsvoll­macht gedeckt sein kann. Im vor­liegen­den Fall hat­te es die Bauher­rin geduldet, dass der Leit­er als Koor­di­na­tor der Bauar­beit­en gegen aussen auf­trat. Darin lag eine kon­klu­dente Voll­macht­skundgabe iSv OR 33 III. … weit­er­lesen

4A_210/2010: Längere strafrechtliche Verjährungsfrist (OR 60 II) bei Einstellung des Strafverfahrens bzw. Unterlassen eines Strafantrags; Reichweite der Verjährungseinrede (amtl. Publ.)

Im Rah­men eines Ver­fahrens betr. eine Ver­ant­wortlichkeit­sklage fasst das BGer die Wirkung eines Strafver­fahrens auf OR 60 II (län­gere strafrechtliche Ver­jährungs­frist für den Zivi­lanspruch) zusam­men: Die Anwen­dung von OR 60 II ist auch durch eine recht­skräftige strafrechtliche Ver­fahren­se­in­stel­lung nur dann aus­geschlossen, wenn diese Ein­stel­lung darauf beruht, dass ein (objek­tives oder sub­jek­tives) Tatbe­standsmerk­mal nicht erfüllt ist. Andern­falls bleibt … weit­er­lesen

B‑7346/2009: “MUROLINO/MURINO” verwechselbar; Warengleichartigkeit

Das BVer­wGer hält die Wort­marken “Muri­no” und “Muroli­no” für ver­wech­sel­bar iSv MSchG 3 I c. Zwis­chen  “Klasse 19: Wärmedäm­mende, tra­gende Bauele­mente (nicht aus Met­all)” und “Klasse 19: Bau­ma­te­ri­alien, nicht aus Met­all, ins­beson­dere Ziegel­steine” beste­ht Waren­gle­ichar­tigkeit, so dass die Ver­wech­slungs­ge­fahr nach einem stren­gen Massstab zu prüfen ist. “Muroli­no” wird durch die Verkehrskreise zwar als “Mäuerchen” ver­standen und … weit­er­lesen

4A_70/2010: Offengelassen, ob und allenfalls wie OR 23 ff. auf normative Bestimmungen von Sozialplänen anwendbar sind

Das BGer lässt die Frage, ob die all­ge­mein gel­tenden Vorschriften über Män­gel des Ver­tragss­chlusses (OR 23 ff.) auf nor­ma­tive Bes­tim­mungen von Sozialplä­nen anwend­bar sind, oder ob für die Aufhe­bung ein­er nor­ma­tiv­en Bes­tim­mung eines Sozialplans wegen Wil­lens­man­gels stren­gere Voraus­set­zun­gen gel­ten, aus­drück­lich offen. Im vor­liegen­den Fall fehlte es jeden­falls am Kausalzusam­men­hang zwis­chen dem Irrtum bzw. der Täuschung … weit­er­lesen

5a_313/2010: Verrechnung mit einer bestrittenen Gegenforderung wirkt trotz OR 120 II erst bei gerichtlicher Bestätigung der Gegenforderung; solche Verrechnung daher keine taugliche Einwendung gegen def. Rechtsöffnung (amtl. Publ.)

Beruht eine Forderung auf einem voll­streck­baren Urteil ein­er Behörde des Bun­des oder des Kan­tons, in dem die Betrei­bung ein­geleit­et ist, wird die defin­i­tive Recht­söff­nung nach SchKG 81 I erteilt, wenn  der Betriebene nicht durch Urkun­den beweist, dass die Schuld seit Erlass des Urteils getil­gt oder ges­tun­det wor­den ist, oder die Ver­jährung anruft. Als Tilgung kommt nach der … weit­er­lesen