4A_730/2016: Anlageberatung / Margin Call / Pflichten der Bank bei Verwertung verpfändeter Wertschriften

Im Entscheid 4A_730/2016 (frz.) hat­te sich das Bun­des­gericht mit einem Fall eines “Mar­gin Calls” (Auf­forderung der Bank an ihren Kun­den, zusät­zliche Sicher­heit­en beizubrin­gen) zu beschäfti­gen. Die Bank hat­te dem Kun­den Lom­bard­kred­ite gewährt und sich als Deck­ung Wertschriften sowie Ver­sicherungspo­li­cen verpfän­den lassen. Die ver­tragliche Regelung sah vor, dass die Bank die verpfän­de­ten Titel sel­ber frei­händig verkaufen durfte, falls der Kunde einem…

4A_564/2014: Passivlegitimation bei Entsendung; Stellung als Arbeitgebergesellschaft bezüglich Lohn

…in die Schweiz bei der Bank A eine adäquate Stelle ange­boten erhalte. In der Folge unterze­ich­neten B und die Bank A1 einen Arbeitsver­trag und B trat die Stelle 2011 in Nas­sau an. Im Jahr 2012 wurde die A1 von der Bank A an die K (Bahamas) Ltd. verkauft. B prüfte eine Rück­kehr nach Zürich, doch die Bank A teilte ihm mit,…

2C_237/2009: verfassungskonforme Auslegung von BankG 34 III iVm 24 II (obiter)

…nach dem 11. (“Mass­nah­men bei Insol­ven­zge­fahr”) und dem 12. Abschnitt (“Liq­ui­da­tion insol­ven­ter Banken”) des BankG nach BankG 24 II nur in Aus­nah­me­fällen (u.a. bei Ver­w­er­tung­shand­lun­gen) vorge­se­hen ist. Dage­gen liess X. Beschw­erde ans BGer führen; für die Anwen­dung von BankG 24 II im Zusam­men­hang mit der Zuweisung von Ver­mö­genswerten beste­he keine geset­zliche Grund­lage. Andern­falls müsse BankG 24 II ver­fas­sungskon­form so ausgelegt…

4A_81/2016: Faustpfand zur Sicherung einer künftigen Forderung (amtl. Publ.)

…im Zusam­men­hang mit diesen bei­den Fonds gel­tend. Gegen die Bank sel­ber war noch kein gerichtlich­es Ver­fahren ein­geleit­et wor­den, allerd­ings wurde sie darüber informiert, dass eine Klageein­leitung zu einem späteren Zeit­punkt nicht aus­geschlossen sei. Die Bankkundin ver­langte zwis­chen­zeitlich ihre Ver­mö­genswerte von der Bank zurück, woraufhin die Bank das Kon­toko­r­rentver­hält­nis mit sofor­tiger Wirkung kündigte. Sie informierte die Bankkundin, dass sie einen Teil…

4A_360/2021: Sachliche Zuständigkeit des Arbeitsgerichts; Vertragsqualifikation

…Zusam­me­nar­beitsvere­in­barung hät­ten die Parteien eine tem­poräre Zusam­me­nar­beit von rund zwei Monat­en vere­in­bart, während welch­er, so das Bun­des­gericht, die Beschw­erde­führerin als Kon­sulentin unter dem Label der Beschw­erdegeg­ner­in anwaltliche Dien­stleis­tun­gen zu erbrin­gen habe. Die Beschw­erdegeg­ner­in habe ihr dazu einen Arbeit­splatz, die Infra­struk­tur sowie ihre Akquise-Kanäle zur Ver­fü­gung gestellt und bei Bedarf beste­hende Man­date an die Beschw­erde­führerin über­tra­gen. Als Entschädi­gung sei vere­in­bart worden,…

4A_547/2012: Liquidation eines Kontos/Depots; insbes. OTC-Optionen

…Kun­den auf, Nach­schuss zu leis­ten (“mar­gin call”). Der Kunde kam dieser Auf­forderung nicht nach, worauf die Bank die noch vorhan­de­nen Anla­gen liq­ui­dierte, darunter 12 OTC-Optio­nen auf amerikanis­che Aktien. Aus der Liq­ui­da­tion resul­tierte zulas­ten des Kun­den ein Schuld­sal­do in Höhe von rund USD 1.6 Mio., welchen die Bank ein­klagte. Der Kunde machte u.a. gel­tend, die Bank habe die anlässlich der Liquidation…

Urteil des Bundesgerichts in Sachen FINMA/UBS

…Steuer­sachen. Art. 25 BankG und Art. 26 BankG bilden nach ihrer Auf­fas­sung keine genü­gende geset­zliche Grund­lage für den inter­na­tionalen Infor­ma­tion­saus­tausch und die Lüf­tung des Bankgeheimniss­es. (Erw. 3.1) Die FINMA stützte die ange­focht­ene Ver­fü­gung auf Art. 25 und 26 BankG. Sie begrün­dete ihren Entscheid, die Beschw­erdegeg­ner­in zur Her­aus­gabe von Kun­den­dat­en zu verpflicht­en, damit, dass die Bank anson­sten in ern­sthafte Liq­uid­itätss­chwierigkeit­en geraten…

4A_525/2021: materielle Rechtskraft eine Forderungsverfahrens (amtl. Publ.)

…der A. Ltd und der Bank B. AG. Da es im Kon­to der A. Ltd zu ein­er Unter­deck­ung kam, erliess die Bank B. AG einen Mar­gin Call (Forderug zusät­zlich­er Sicher­heit­en), welchem die A. Ltd keine Folge leis­tete. Daraufhin kündigte die Bank B. AG die Bankbeziehung, stellte die von der A. Ltd gehal­te­nen Posi­tio­nen glatt und liq­ui­dierte die verbleiben­den Posi­tio­nen. Anschliesslich…

2C_127/2010: Datenherausgabe durch die FINMA an die USA: keine gesetzliche Grundlage, aber polizeiliche Generalklausel; Befangenheit von Eugen Haltiner (amtl. Publ.)

…das Bankkun­denge­heim­nis zu durch­brechen […]. Die expliz­it genan­nten Mass­nah­men richt­en sich in erster Lin­ie an die Beauf­sichtigten, d.h. die Banken sel­ber […]. Zwar ist die Aufzäh­lung der möglichen Mass­nah­men in Art. 26 BankG nicht abschliessend und kann die FINMA gestützt darauf auch andere Anord­nun­gen im Inter­esse der Gläu­biger und des Finanz­platzes zum Schutz der Banken vor nicht erfüll­baren Rück­zü­gen (“bank run”)…

4A_10/2013: auf den Direktanspruch bei mehrgliedrigen Banküberweisungen anwendbares Recht

Das BGer hat­te im vor­liegen­den Fall Ansprüche des Kun­den ein­er Bank gegenüber ein­er Drittbank im Zusam­men­hang mit ein­er mehrgliedri­gen Banküber­weisung zu beurteilen. Der Kläger (Bankkunde) ist eine aus­tralis­che Gesellschaft. Er hat­te seine aus­tralis­che Bank damit beauf­tragt, eine Über­weisung die beklagte Bank zugun­sten des Kon­tos ein­er bes­timmten Gesellschaft zu täti­gen. Die Über­weisung von USD 5 Mio. erfol­gte über eine US-Bank und…