8D_3/2013: Keine Gehaltskürzung als Disziplinarmassnahme gegen Betreibungsbeamte (amtl. Publ.)

Ein Betrei­bungs­beamter des Kan­tons Wal­lis hat­te anlässlich der Liq­ui­da­tion ein­er aus­geschla­ge­nen Erbschaft, die aus ein­er Yacht bestand, mehrfach gegen konkursrechtliche Vorschriften ver­stossen. Gegen den Betrei­bungs­beamten wurde deshalb ein Diszi­pli­narver­fahren eröffnet. Als Diszi­pli­n­ar­mass­nahme beschloss später der Staat­srat (Con­seil d’Etat), das Gehalt des Beamten während drei Monat­en um die Hälfte zu kürzen (Urteil 8D_3/2013 vom 22. Juli 2014). Dage­gen wehrte sich der…

1B_185/2016: Facebook Schweiz ist nicht “Inhaberin” von Facebook-Nutzerdaten und damit nicht zur Herausgabe zu verpflichten

…tout au moins en avoir le con­trôle, c’est-à-dire avoir un pou­voir de dis­po­si­tion, en fait et en droit, sur ces don­nées.  Die schweiz­erische Län­derge­sellschaft von Face­book ist jedoch nicht Inhab­erin der Nutzer­dat­en. Die Unter­suchung ergab vielmehr, dass Face­book als Dien­stleis­tung durch Gesellschaften in den USA und in Irland erbracht wer­den, und Face­book Irland ist Ver­tragspart­ner­in der Nutzer. Die “Google StreetView”-Rechtsprechung…

6B_660/2010 und 6B_661/2010: mehrfache Tierquälerei

…TSchG schuldig gesprochen wor­den, weil sie die geset­zlichen Anforderun­gen an die Grösse von Gehe­gen, die Beleuch­tung, das Raumk­li­ma, die angemessene Reini­gung und der Anzahl von Kotschalen nicht einge­hal­ten hat­ten. Der Ehe­mann brachte vor, “er habe mit der Pflege der Katzen nichts zu tun gehabt”, son­dern nur gele­gentliche Hil­feleis­tun­gen erbracht, die nicht mit der Hal­tung und Betreu­ung der Tiere zusam­men­hin­gen. Er…

Änderung der Steuererlassverordnung per 1. Juli 2009

…direk­ten Bun­dess­teuer im Umfang von weniger als 25 000 Franken pro Steuer­jahr. 3 Wird ein Gesuch für mehrere Steuer­jahre gestellt und beträgt die Steuer in einem dieser Jahre min­destens 25 000 Franken, so entschei­det die EEK über das Gesuch.” Eine weit­ere Änderung bet­rifft Erlass­ge­suche der Erben (Erlassverord­nung 17 II). Die Änderung tritt per 1. Juli 2009 in Kraft. Gesuche, die bis…

4A_234/2016: Haftung des unentgeltlichen Rechtsvertreters (amtl. Publ.)

…dass der unent­geltliche Rechtsvertreter wie auch ein erbeten­er Vertreter eine anwaltliche Tätigkeit ausübe, d.h. die unab­hängige Inter­essen­wahrung in einem Ver­fahren vor den Jus­tizbe­hör­den. An dieser Pflicht ändere auch die obrigkeitliche Bestel­lung durch die staatlichen Behör­den nichts. Der amtlich bestellte unent­geltliche Rechtsvertreter befinde sich denn auch hin­sichtlich der Man­dat­sausübung nicht in einem Unterord­nungsver­hält­nis zum Staat. Anders als in BGE 126 III

2C_1194/2013, 2C_645/2014: Tessiner Steueramnestiegesetz bundesrechts- und verfassungswidrig

…— dies zusät­zlich zu der seit 2010 schweizweit gel­tenden blossen Straf­be­freiung. (Die vere­in­fachte Nachbesteuerung in Erbfällen i.S.v. Art. 53a StHG war von den Tessin­er Neuerun­gen nicht tang­iert.) Gegen diese Bes­tim­mungen wur­den von diversen Pri­vat­per­so­n­en zwei Beschw­er­den in öffentlich-rechtlichen Angele­gen­heit­en (Art. 82 lit. b i.V.m. 87 Abs. 1 BGG) ergrif­f­en, die das BGer zu einem Ver­fahren vere­inigte. Anfech­tung­sob­jekt waren die Artikel…

4A_730/2016: Anlageberatung / Margin Call / Pflichten der Bank bei Verwertung verpfändeter Wertschriften

…auf die Bank, die einen Kred­it für den Erwerb von Wertschriften gewährt hat und dessen Rück­zahlung durch die Verpfän­dung der Titel im Depot gesichert ist [Ver­weis auf Recht­sprechung].” Der Kunde warf sein­er Bank vor, nur 85% des Nom­i­nal­w­erts der struk­turi­erten Pro­duk­te berück­sichtigt und zudem jegliche Erk­lärung dazu ver­weigert zu haben. In Bezug auf den Vor­wurf des Kun­den, die Bank habe…

9C_91/2014: Unverhältnismässige Nullverzinsung bei einer umhüllenden Vorsorgeeinrichtung (amtl. Publ.)

Eine Pen­sion­skasse, die als umhül­lende Vor­sorgeein­rich­tung über das Oblig­a­to­ri­um hin­aus­ge­hende Leis­tun­gen erbrachte, beschloss für das Rech­nungs­jahr 2008 eine Nul­lverzin­sung des gesamten Altersguthabens unter Vor­be­halt des Anrech­nung­sprinzips. Ende 2008 wies die Pen­sion­skasse einen Deck­ungs­grad von 104,4 % aus, wobei der Deck­ungs­grad zu Beginn des Jahres noch bei 117,2 % lag. Gemäss dem anwend­baren Regle­ment legte der Stiftungsrat am Ende jeden Jahres…

4A_636/2014: Keine Ungleichbehandlung, wenn das Schiedsgericht eine verspätete Eingabe berücksichtigt

…darin zu erblick­en, dass das Schieds­gericht die gegen­seit­ig vere­in­barten Fris­ten nicht beachtet und die Beschw­erdegeg­ner­in nach Fristablauf gar aus eigen­er Ini­tia­tive aufge­fordert habe, die Kosten­note nachzure­ichen.   Das Bun­des­gericht fol­gte dieser Argu­men­ta­tion nicht. Die Beschw­erde­führerin habe mit ihren Aus­führun­gen nicht aufzuzeigen ver­mocht, inwiefern die Parteien nicht in allen Ver­fahrens­ab­schnit­ten gle­ich behan­delt wor­den wären. Sie habe nicht etwa gel­tend gemacht, sie…

4A_221/2025: Anspruch auf Lohnfortzahlung bei Suchterkrankung (amtl. Publ.)

Erbringung der Arbeit­sleis­tung ver­hin­dert gewe­sen sei, gle­ichzeit­ig jedoch auch, weil er wissentlich und wil­lentlich alko­holisiert ein Motor­fahrzeug gelenkt habe und ihm infolgedessen der für die Arbeit­sausübung erforder­liche Führerausweis ent­zo­gen wor­den sei. Nach Auf­fas­sung der Beschw­erde­führerin ver­möge eine unver­schuldete Ver­hin­derung an der Arbeit­sleis­tung eine ver­schuldete Arbeitsver­hin­derung nicht zu heilen (E. 2.2). Dazu erwog das Bun­des­gericht, dass der Anspruch auf Lohn­fortzahlung nach…