Änderung des Firmenrechts: Vernehmlassung eröffnet

Am 22. Jan­u­ar 2014 wurde die Vernehm­las­sung für Anpas­sun­gen im Fir­men­recht für Kollektiv‑, Kom­man­dit- und Kom­man­di­tak­tienge­sellschaften sowie Einzelun­ternehmen eröffnet. Aus dem Begleit­bericht zur Vernehm­las­sungsvor­lage: Der Voren­twurf ver­fol­gt daher vier Hauptziele: Die ein­mal gewählte Fir­ma soll auf unbes­timmte Zeit weitergeführt wer­den können. Ins­beson­dere sollen bei Per­so­n­enge­sellschaften Gesellschafter­wech­sel ohne Änderung der Fir­ma möglich sein und die Umwand­lung in eine andere Rechts­form soll…

5A_197/2011: Nichtigkeit einer GV, wenn ein Aktionär nicht eingeladen wurde, auch ohne Kausalzusammenhang zu Beschlüssen; Begriff der Zahlungseinstellung iSv SchKG 190 I 2 (amtl. Publ.)

Im vor­liegen­den Entscheid war strit­tig, ob das vom Gläu­biger angerufene Konkur­samt zur Konkurs­eröff­nung iSv SchKG 190 I Ziff. 2 (Zahlung­se­in­stel­lung) zuständig war. Die Gesellschaft behauptete, sie habe zuvor ihren Sitz ver­legt. Die Gültigkeit des entsprechen­den Uni­ver­salver­samm­lungs­beschlusses war jedoch strit­tig; die Gläu­bigerin behauptete Nichtigkeit, weil nicht alle Aktionäre ein­ge­laden wor­den waren. Die Parteien hat­ten wider­sprüch­liche Aktien­büch­er ein­gere­icht. Die Vorin­stanz, das OGer…

4A_328/2011: Passivlegitimation der Muttergesellschaft aufgrund Sphärenvermischung bejaht (amtl. Publ.)

Im vor­liegen­den Fall war nicht klar, welche von zwei Gesellschaften haft­bar war, weil die Gesellschaften (Mut­ter und Tochter) von aussen kaum zu unter­schei­den waren. Weil bei­de den gle­ichen Sitz hat­ten, einen ähn­lichen Zweck, diesel­ben Vertreter und ähn­liche Fir­men (“Y.A. ___ Société Anonyme” vs. “Y.A. _____ Inter­na­tion­al SA”), bestand eine Ver­mis­chung der Sphären bei­der Gesellschaften. Das BGer schützt den Kläger daher…

4A_442/2017: Teilklage, objektive Klagehäufung — Praxisänderung (amtl. Publ.)

Gegen­stand dieses Urteils bildete eine aktien­rechtliche Ver­ant­wortlichkeit­sklage, in welch­er die Klägerin mit­tels Teilk­lage einen Betrag von CHF 3 Mio. forderte, unter Vor­be­halt des Nachk­lagerechts. Das Han­dels­gericht des Kan­tons Aar­gau trat auf die Klage nicht ein. Es erwog unter Beru­fung auf BGE 142 III 683 (die Zusam­men­fas­sung auf swiss­blawg find­en Sie hier), die Klägerin habe mit ihrer Klage sechs Schadenposten/Teilansprüche geltend…

4A_96/2011: Prüfung der Angemessenheit der Entschädigung nach FusG 105 I / FusG 105 III vor BGer nicht anwendbar (amtl. Publ.)

Nach FusG 105 I kann ein Gesellschafter unter bes­timmten Umstän­den klageweise ver­lan­gen, dass das Gericht eine angemessene Aus­gle­ich­szahlung fest­set­zt, wenn bei ein­er Fusion, ein­er Spal­tung oder ein­er Umwand­lung die Anteils- oder Mit­glied­schaft­srechte nicht angemessen gewahrt wur­den oder die Abfind­ung nicht angemessen war. Das BGer äussert sich im vor­liegen­den Urteil aus­führlich zur Prü­fung der Angemessen­heit: “Bei der Bes­tim­mung der Angemessen­heit ist…

4A_536/2015: Handelsregistereintrag betreffend Zeichnungsberechtigung (amtl. Publ.)

Das Bun­des­gericht bestätigte in seinem Urteil seinen Leit­entscheid aus dem Jahr 1995 (BGE 121 III 368), wonach die Ein­tra­gung von Kollek­tivun­ter­schriften, bei denen die zur gemein­samen Unterze­ich­nung befugten Per­so­n­en namentlich genan­nt wer­den, zuläs­sig ist. Das Han­del­sreg­is­ter teilte der gesuch­stel­len­den Aktienge­sellschaft mit, dass es nur eine Beschränkung der Zeich­nungs­berech­ti­gung geknüpft an eine Funk­tion akzep­tiere. Die beantragte Ein­tra­gung geknüpft an bes­timmte Per­so­n­en (z.B.…

4A_138/2014: Verhältnis der Rückerstattungsklage (Art. 678 OR) zur aktienrechtlichen Verantwortlichkeitsklage (Art. 754 ff. OR), Zulässigkeit konzerninterner Darlehen, Verbot der Einlagerückgewähr (Art. 680 Abs. 2 OR) und Agio (amtl. Publ.)

Hin­ter­grund dieses Urteils des Bun­des­gerichts waren konz­ern­in­terne Dar­lehen ein­er Konz­ernge­sellschaft im Zusam­men­hang mit einem vom Konz­ern ein­gerichteten Zero Bal­anc­ing Cash Pool­ing. Im rel­e­van­ten Geschäft­s­jahr schrieb die Konz­ernge­sellschaft einen Bilanzgewinn von CHF 29.17 Mio. Die beklagte Revi­sion­sstelle bestätigte die Geset­zes­mäs­sigkeit und Statutenkon­for­mität ein­er Div­i­den­den­zahlung von CHF 28.5 Mio. an die Konz­ern­mut­ter als alleinige Aktionärin. Die Konz­ernge­sellschaft — mit­tler­weile in Nach­lassliq­ui­da­tion — fasste die Revi­sion­sstelle wegen dieser vorbehaltlosen…

5A_153/2009: Klagefrist nach Sühnversuch bei kürzerer bundesrechtlicher Frist (amtl. Publ.)

Wegen Ver­stoss­es gegen Bes­tim­mungen über die Zucht von Grosspudeln wurde die Beschw­erde­führerin durch ihren Zuchtvere­in mit ein­er ein­jähri­gen Ein­stel­lung ihrer Zucht­tätigkeit belegt. Ihr Ver­stoss gegen dieses Gebot wurde mit ein­er weit­eren, zwei­jähri­gen Sperre geah­n­det. Die Beschw­erde­führerin focht diesen Vere­ins­beschluss an und klagte auf Schaden­er­satz. Strit­tig war die Ein­hal­tung der Monats­frist von ZGB 75. Ein Sühn­begehren wahrt die Frist von ZGB

146 III 113: Rechtsschutzinteresse bei der Kollokationsklage bei mutmasslicher Nulldividende (amtl. Publ.)

Im vor­liegen­den, amtlich pub­lizierten Urteil ging es um die Frage des Rechtss­chutz­in­ter­ess­es bei der Kol­loka­tion­sklage bei mut­masslich­er Null­div­i­dende. Dem Urteil lag fol­gen­der Sachver­halt zugrunde: Über die B. AG war der Konkurs eröffnet wor­den. Als Gläu­biger in der drit­ten Klasse wur­den u.a. der Kan­ton Thur­gau mit ein­er Forderung von rund CHF 15 Mio., die Gemeinde U. mit ein­er Forderung von rund…

4A_288/2011; 4A_290/2011: mangelhafte Information der GV vor Sanierungsharmonika verletzt OR 732a — Anfechtbarkeit (amtl. Publ.)

OR 732a hat fol­gen­den Wort­laut: 1 Wird das Aktienkap­i­tal zum Zwecke der Sanierung auf null her­abge­set­zt und anschliessend wieder erhöht, so gehen die bish­eri­gen Mit­glied­schaft­srechte der Aktionäre mit der Her­ab­set­zung unter. Aus­gegebene Aktien müssen ver­nichtet wer­den. 2 Bei der Wieder­erhöhung des Aktienkap­i­tals ste­ht den bish­eri­gen Aktionären ein Bezugsrecht zu, das ihnen nicht ent­zo­gen wer­den kann. Im vor­liegen­den Urteil hat­te das BGer zunächst den…