5A.35/2006: Erwerb im Sinne von BGBB 61 I

In einem der eher sel­te­nen Entschei­de zum BGBB (zur amtl. Publ. vorge­se­hen) hat das BGer fest­ge­hal­ten, dass ein Trans­fer eines bäuer­lichen Grund­stücks inner­halb ein­er Unternehmensgruppe einen Verkauf im Sinne von BGBB 61 I darstellt, eine Bewil­li­gung also notwendig ist.…

5A_349/2011: Ausnahme von der Bindung des Zivilrichters an rechtskräftige Entscheide des öffentlichen Baurechts (amtl. Publ.)

In ein­er nach­bar­rechtlichen Stre­it­igkeit hält das BGer zunächst fest, dass der Zivil­richter an recht­skräftige Entschei­de des öffentlichen Bau­rechts gebun­den ist. Das BGer stützt sich dabei auf das erbrechtliche Urteil BGE 137 III 8 E. 3.3.1: 3.3.1 Nach schweiz­erisch­er Recht­sauf­fas­sung sind Gerichte und Behör­den befugt, Vor­fra­gen aus einem anderen Zuständigkeits­bere­ich zu beurteilen, solange darüber die hiefür zuständi­gen Behör­den und Gerichte im…

Mietrechtlicher Referenzzinssatzes: künftig Ermittlung durch kaufmännische Rundung

Der auf dem Durch­schnittszinssatz basierende hypothekarische Ref­erenzzinssatz wird kün­ftig durch kaufmän­nis­che Run­dung fest­gelegt. Der Bun­desrat hat heute eine Änderung der Verord­nung über die Miete und Pacht von Wohn- und Geschäft­sräu­men (VMWG) ver­ab­schiedet. Bish­er richtet sich der Ref­erenzzinssatz nach einem Durch­schnittszinssatz von 3,43 Prozent. Das kaufmän­nis­che Run­dungsmod­ell soll die Berech­nung vere­in­fachen und Ungle­ichgewichte bei der Miet­zins­gestal­tung ver­hin­dern. Seit Sep­tem­ber 2008 wird…

5A_888/2012: Papier-Schuldbrief als Rechtsöffnungstitel für das Dritt-Grundpfandrecht (amtl. Publ.)

Das BGer hat­te im vor­liegen­den, zur amtlichen Pub­lika­tion vorge­se­henen Entscheid zu beurteilen, ob ein Inhab­er­schuld­brief auch dann einen Recht­söff­nungsti­tel darstellt, wenn das Grund­stück, auf dem der Inhab­er­schuld­brief lastet, vor der Betrei­bung veräussert wor­den war und der Erwer­ber als Drittp­fandge­ber die durch den Schuld­brief sichergestellte Forderung nicht selb­st anerkan­nt hat (zB durch Über­nahme der Schuld in Anrech­nung an den Kauf­preis). Anders…

5A_80/2013: keine Verwaltung von Grundstücken im Eigentum eines Drittansprechers

Das BGer bestätigt, dass die Ver­wal­tung eines nach VZG 10 gepfän­de­ten Grund­stücks, das im Eigen­tum ein­er Drit­tansprecherin ste­ht, durch das Betrei­bungsamt nicht in Betra­cht kommt; eine solche Mass­nahme erschiene vor Abschluss des Wider­spruchsver­fahrens als unver­hält­nis­mäs­sig.   Daran ändert die For­mulierung von 16 I VZG (“Das Betrei­bungsamt sorgt von Amtes wegen, solange die Pfän­dung beste­ht, für die Ver­wal­tung und Bewirtschaf­tung des Grundstückes…

5A_217/2013: Aufschiebende Wirkung der Berufung bei vorsorglichen Massnahmeentscheiden (amtl. Publ.)

X. (Beschw­erde­führerin) ist Eigen­tümerin eines Grund­stücks, das an das benach­barte Grund­stück von Y. angren­zt. Auf dem Grund­stück von Y. ist zugun­sten des Grund­stücks von X. ein Fahrwe­grecht im Grund­buch einge­tra­gen. Ein Bezirks­gericht im Kan­ton Luzern erliess am 25. April 2012 einen vor­sor­glichen Mass­nah­meentscheid, in dem es die sofor­tige Ent­fer­nung des auf der Erschlies­sungsstrasse abgestell­ten Trak­toran­hängers anord­nete und Y. unter­sagte, die…

4A_119/2007: Zuständigkeit am Ort der gelegenen Sache nur bei “dinglichem Bezug” (amtl. Publ.)

Nach Art. 19 Abs. 1 GestG ist das Gericht am Ort, an dem das Grund­stück im Grund­buch aufgenom­men ist oder aufzunehmen wäre, nicht nur zuständig für dingliche Kla­gen (lit. a) und für Kla­gen gegen die Stock­w­erkeigen­tümerge­mein­schaft (lit. b), son­dern auch für “andere Kla­gen, die sich auf das Grund­stück beziehen” (lit. c). Stre­it­ig ist, welch­er Art dieser Bezug zum Grund­stück bei…

6B_339/2024: Veruntreuung von Darlehen

Im Urteil 6B_339/2024 vom 14. August 2024 befasste sich das Bun­des­gericht mit der Verun­treu­ung von Dar­lehen. Der Beschuldigte hat­te sich von Anlegern gestützt auf abgeschlossene Aktienkauf- und Dar­lehensverträge über Fr. 6 Mio. auszahlen lassen, wovon er über Fr. 3 Mio. für eigene Zwecke ver­wen­det hat­te. Gemäss Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB macht sich der Verun­treu­ung schuldig, wer ihm anver­traute Vermögenswerte…

6B_93/2010: mehrfache Veruntreuung

Das Bun­des­gericht fes­tigt mit dem Urteil 6B_93/2010 vom 12. April 2010 seine Recht­sprechung zur Anwend­barkeit der Verun­treu­ung (Art. 138 StGB) auf Dar­lehen. 2.3.3 […] Wie die Vorin­stanz zu Recht erwäh­nt, hat das Bun­des­gericht ver­schiedentlich fest­ge­hal­ten, dass auch Dar­lehen dem Verun­treu­ungstatbe­stand unter­liegen kön­nen. Dabei kommt eine unrecht­mäs­sige Ver­wen­dung anver­traut­en Gutes nur in Betra­cht, wenn der Treuhän­der verpflichtet ist, dem Treuge­ber den…