4A_489/2011: Ungültigkeit eines Konkurrenzverbots wegen überwiegender persönlicher Bindung für Management-Training (amtl. Publ.)

Die Gültigkeit des nachver­traglichen arbeit­srechtlichen Konkur­ren­zver­bots nach OR 340 set­zt u.a. voraus, dass der Arbeit­nehmer den Arbeit­ge­ber durch die Ver­wen­dung sein­er Ken­nt­nisse von Kun­denkreis oder von Fab­rika­tions- und Geschäfts­ge­heimnis­sen schädi­gen kön­nte. Nach der Recht­sprechung trifft dies nicht zu, wenn die Beziehun­gen zwis­chen Kun­den und Arbeit­ge­ber stark per­sön­lich geprägt sind (denn dann wech­seln die Kun­den nicht); oder wenn die Beziehun­gen zwis­chen Kunden…

4A_358/2009: Umfang einer Schiedsklausel zugunsten des TAS

Das BGer heisst eine Beschw­erde gegen ein Urteil des TAS gut. Strit­tig war die Zuständigkeit des TAS. Während das TAS sich selb­st für zuständig erk­lärt hat­te, kam das BGer zum gegen­teili­gen Schluss. Das TAS hat­te seine Zuständigkeit mit ein­er Schied­sklausel begrün­det, die in einem “Play­er Entry Form” enthal­ten war (ein Anmelde­for­mu­lar, hier für die Eishock­ey-Welt­meis­ter­schaften). Die Teil­nehmer an der WM haben…

4A_244/2012: fehlende Schiedsvereinbarung zugunsten des TAS wegen fehlender Bestimmtheit der Schiedsvereinbarung

Das BGer heisst im vor­liegen­den Urteil eine Beschw­erde gegen einen Schied­sentscheid des TAS gut, weil das TAS seine Zuständigkeit zu Unrecht bejaht hat­te (vgl. die Zusam­men­fas­sung auf englisch bei PLC). Das TAS hat­te seine Zuständigkeit aus ein­er Schied­sklausel in einem Employ­ment Agree­ment zwis­chen einem Fuss­ball­club und einem Spiel­er abgeleit­et. Später hat­ten die Parteien jedoch mit Bezug auf das Arbeitsver­hält­nis ein…

8C_762/2014: Dirt-Biken ist ein absolutes Wagnis (amtl. Publ.)

Das Bun­des­gericht hat­te zu entschei­den, ob “Dirt-Biken” ein rel­a­tives oder absolutes Wag­nis darstellt und damit die oblig­a­torische Unfal­lver­sicherung ihre Leis­tun­gen kürzen oder ver­weigern kann, wenn es zu einem Nicht­beruf­sun­fall kommt (Urteil 8C_762/2014 vom 19. Jan­u­ar 2015, E. 2.3). Das Bun­des­gericht stufte “Dirt-Biken” als absolutes Wag­nis ein, bei dem sich die Ver­let­zungs­ge­fahren auch unter gün­sti­gen Umstän­den nicht auf ein vernün­ftiges Mass…

4a_456/2009: Entscheid des CAS iS Gert Thys wegen Unzuständigkeit aufgehoben

Das BGer hat erneut einen Entscheid des CAS aufge­hoben (vgl. bere­its hier). Das CAS hat­te in einem Ver­fahren des Langstreck­en­läufers Gert Thys (2006 in Seoul bei einem Marathon pos­i­tiv auf Dop­ing getestet) gegen die Diszi­pli­narkom­mis­sion seines Lan­desver­bands betr­e­f­fend Sperre und Aberken­nung der Preise und Ein­nah­men des Marathon­laufs in Seoul zu Unrecht angenom­men, es sei eine beson­dere Schiedsvere­in­barung zus­tande gekom­men. Nachdem…

4A_32/2016: Zulässigkeit der vom Generalsekretär des TAS verfassten Vernehmlassung

Mit Entscheid 4A_32/2016 vom 20. Dezem­ber 2016 wies das Bun­des­gericht eine Beschw­erde gegen einen Schiedsspruch des Tri­bunal Arbi­tral du Sport (“TAS”) ab. Im Rah­men des Schriften­wech­sels vor Bun­des­gericht reichte das TAS eine Vernehm­las­sung ein. Die Beschw­erde­führerin bestritt die Zuläs­sigkeit dieser Vernehm­las­sung mit dem Argu­ment, dass sie nicht im Namen des Schieds­gerichts ein­gere­icht wor­den sei, son­dern im Namen und Auf­trag des…

5C.248/2006: Verbot von Dopingmitteln unabhängig von der nachgewiesenen Menge nicht persönlichkeitsverletzend (amtl. Publ.)

Der Schweiz­er Pfer­derennsport-Ver­band durfte ein Pferd dis­qual­i­fizieren, nach­dem eine ver­botene Sub­stanz (4‑MAA; hier als Abbaupro­dukt des Medika­ments Metami­zol) nachgewiesen wor­den war, und zwar unab­hängig von der Konzen­tra­tion der Sub­stanz und der Frage, ob die nachgewiesene Menge über­haupt eine Leis­tungssteigerung bewirken kon­nte. Dies ergab sich aus ein­er Abwä­gung zwis­chen dem Inter­esse des Ver­bands an der Effizienz der Dop­ing­bekämp­fung ein­er­seits und dem…

4A_443/2010: konkludente Zustimmung zur Lohnkürzung und Verzicht auf Schriftformerfordernis

Nach der bun­des­gerichtlichen Recht­sprechung hat ein Arbeit­nehmer, der die Auszahlung eines tief­er­en Lohns wider­spruch­s­los annimmt, der Lohnkürzung zuges­timmt: “Das Bun­des­gericht erblick­te […] in der wider­spruch­slosen Annahme eines gekürzten Lohnes während ein­er fes­ten sechsmonati­gen Ver­trags­dauer eine kon­klu­dente Zus­tim­mung, obwohl der Arbeit­nehmer einen ihm vor Arbeit­santritt unter­bre­it­eten neuen Ver­trag, der die Lohnkürzung enthielt, nicht unterze­ich­net hat­te (Urteil 4C.242/2005 vom 9. Novem­ber 2005…

4A_490/2009: Beschwerde gegen das TAS wegen Verletzung des ordre public (mat. Rechtskraft) gutgeheissen (amtl. Publ.)

Im einem Ver­fahren des Club Atléti­co de Madrid SAD gegen Sport Lis­boa E Ben­fi­ca Fute­bol SAD und die FIFA heisst das BGer ein Urteil des CAS wegen Ver­let­zung des Ordre Pub­lic gut.  Im Sep­tem­ber 2000 war der Spiel­er Daniel da Cruz Car­val­ho von Ajax zu Liss­abon gewech­selt. Er kündigte seinen Ver­trag in der sel­ben Sai­son frist­los und wech­selte zu Madrid. In…

Fan-Transporte”: gelockerte Transportpflicht und subsidiäre Haftung der Clubs vorgeschlagen

Der Bun­desrat möchte durch eine Änderung des Per­so­n­en­be­förderungs­ge­set­zes den Trans­port von soge­nan­nten Fans im öffentlichen Verkehr strenger regeln. Bekan­ntlich stellt das Ver­hal­ten gewiss­er Fans ein Sicher­heit­srisiko für Per­so­n­en und Sachen dar.  Neu sollen sich Trans­portun­ternehmen deshalb von der Trans­portpflicht befreien kön­nen, indem sie dem jew­eili­gen Sportk­lub die Beförderung der Fans mit Char­terzü­gen oder ‑bussen anbi­eten.  Wird der Trans­port den­noch mit…