5A_224/2009: Parteistellung bei Weiterziehung eines Konkursdekrets betr. eine GmbH (amtl. Publ.)

Eine über­schuldete GmbH unter­ste­ht densel­ben Vorschriften wie die AG (OR 820 iVm OR 725). Die Über­schul­dungsanzeige erfol­gt auf der Grund­lage eines gülti­gen Beschlusses der Geschäfts­führer. In der Prax­is wird ein Nach­weis für den Beschluss der Geschäfts­führer ver­langt; andern­falls kön­nte ein Geschäfts­führer ein­er GmbH den Über­schul­dungs­fall ohne Rück­sprache mit den anderen Geschäfts­führern anmelden, ohne dass ein … weit­er­lesen

5A_34/2009: Voraussetzungen der Absichtsanfechtung (amtl. Publ.)

Die vor BGer strit­tige Absicht­san­fech­tung (SchKG 288) richtete sich gegen den Verkauf von Anteilss­cheinen an einem Mehrfam­i­lien­haus durch den Schuld­ner, Mit­glied ein­er Baugenossen­schaft, für einen aus Sicht der Kläger zu niedri­gen Betrag. Umstrit­ten waren sämtliche Voraus­set­zun­gen der Absichtspau­liana: Der Wert von Genossen­schaft­san­teilen hängt u.a. davon ab, ob die Statuten im Fall eines Aus­tritts einen Anspruch … weit­er­lesen

5A_629/2008: Kollokationsstreit über arbeitsrechtliche Ansprüche kein arbeitsrechtlicher Fall iSv BGG 74 I (amtl. Publ.)

Das BGer behan­delt Ver­fahren über Bestand und Umfang von Ansprüchen eines Arbeit­nehmers im Rah­men eines Kol­loka­tionsver­fahrens trotz enger Ver­bun­den­heit mit ein­er materiell­rechtlichen Frage und ent­ge­gen ein­er in der Lit­er­atur vertrete­nen Auf­fas­sung nicht als arbeit­srechtliche Stre­it­igkeit, mit der Folge, dass die Stre­itwert­gren­ze nicht CHF 15’000 beträgt (BGG 74 I a), son­dern CHF 30’000 (BGG 74 I b). … weit­er­lesen

5A_199/2009: Anforderungen an Vollmachten zur Teilnahme an der 1. Gläubigerversammlung (amtl. Publ.)

Im Konkursver­fahren über eine Krankenkasse liess das Büro bei der ersten Gläu­bigerver­samm­lung den Beschw­erde­führer als Gläu­biger und Vertreter von 11 weit­eren Gläu­bigern als Teil­nehmer zu. Der Beschw­erde­führer kri­tisierte, dass die vorgelegten 71 Voll­macht­en nicht alle als gültig erachtet wur­den.  Das BGer schützt dage­gen diesem Entscheid. Bei der ersten Gläu­bigerver­samm­lung entschei­det das Büro über die Zulas­sung … weit­er­lesen

5A_39/2009: Vermutung des Eigentums aus dem Besitz (amtl. Publ.)

Das BGer bestätigt ein Urteil, wonach aus dem Besitz nur dann die Ver­mu­tung des Eigen­tums fol­gt,  wenn der Besitz so beschaf­fen ist, dass sich daraus vor­läu­fig, d.h. vor­be­hältlich der Wider­legung durch andere Tat­sachen, wirk­lich auf ein entsprechen­des Recht schliessen lässt. Vom Besitzer kann fern­er ver­langt wer­den, dass er über die Umstände seines Recht­ser­werbs Auskun­ft gibt.  Im vor­liegend … weit­er­lesen

5A_164/2008: Aberkennungsurteil als definitiver Rechtsöffnungstitel

Im zur Pub­lika­tion vorge­se­henen Entscheid 5A_164/2008 vom 9. Sep­tem­ber 2008 (publ. 24. Okto­ber 2008) äusserte sich das Bun­des­gericht zur strit­ti­gen Frage, ob ein Aberken­nung­surteil als Voll­streck­ungsti­tel i.S.v. Art. 80 SchKG dienen kann. Diese Frage wird in der Lehre kon­tro­vers disku­tiert (E. 5.2.1–5.2.3). Das Bun­des­gericht entsch­ied nun­mehr, dass eine defin­i­tive Recht­söff­nung auf Grund eines Urteils gewährt … weit­er­lesen

5D_139/2007: Anwaltsmonopol im SchKG-Beschwerdeverfahren

Im zur amtlichen Pub­lika­tion vorge­se­henen Entscheid 5D_139/2007 vom 10. April 2008 (pub­liziert am 4. August 2008) hat­te das BGer zu entschei­den, ob ein Treuhand­büro den Beschw­erde­führer vor Bun­des­gericht gültig vertreten kann. Die Beson­der­heit des vor­liegen­den Falls lag darin, dass die Beschw­erde des Beschw­erde­führers man­gels Stre­itwert und Rechts­frage von grund­sät­zlich­er Bedeu­tung nicht als Ein­heits­beschw­erde, son­dern lediglich … weit­er­lesen

5A_29/2007: Paulianische Anfechtung ZKB/SAirGroup

Am 29. Mai 2008 entsch­ied das Bun­des­gericht (5A_29/2007), dass die Zürcher Kan­ton­al­bank (ZKB) im Rah­men ein­er pau­lian­is­chen Anfech­tungsklage der SAir­Group in Nach­lassliq­ui­da­tion 80,5 Mio. CHF zahlen muss (NZZ, Han­del­szeitung). Das Bun­des­gericht hat gestern die Entschei­d­be­grün­dung veröf­fentlicht. Sachver­haltDie ZKB gewährte im August 1999 der SAir­Group einen Kred­it von CHF 100 Mio. (Blankolim­ite), der voll in Anspruch … weit­er­lesen

5A_418/2007: SchKG 331 II nur für Verdachts‑, nicht für Anfechtungsfristen (amtl. Publ.)

Die Swis­sair Schweiz­erische Luftverkehr-Aktienge­sellschaft in Nach­lassliq­ui­da­tion hat­te eine am Tag der pro­vi­sorischen Nach­lassstun­dung erfol­gte Zahlung der Swis­sair an die Exxon­Mo­bil u.a. iange­focht­en. Das Ver­fahren wurde in der Folge auf die Frage beschränkt, ob die Klage inner­halb der Ver­wirkungs­frist von SchKG 331 iVm SchKG 292 erfol­gt war.  Das HGer bejahte die Frage; das BGer weist eine dage­gen … weit­er­lesen

5A_498/200: Umgekehrter Durchgriff auf Familienstiftung

Im Rah­men eines Betrei­bungsver­fahrens gegen eine natür­liche Per­son für Steuer­schulden bezo­gen die kan­tonalen Instanzen auch das Ver­mö­gen ein­er vom Schuld­ner errichteten Fam­i­lien­s­tiftung in das Voll­streck­ungssub­strat mit ein. Das BGer schützt diesen umgekehrten Durch­griff. Zunächst stellte das BGer die wirtschaftliche Iden­tität zwis­chen dem Schuld­ner und der Fam­i­lien­s­tiftung fest, weil der Präsi­dent des Stiftungsrats allein ver­fü­gungs­befugt und … weit­er­lesen