Strit­tig war im beurteil­ten Fall die Trag­weite fol­gen­der Schied­sklausel eines Gen­fer Anwalts:

Pour tous lit­iges qui résul­teraient du présent man­dat, le client et l’av­o­cat déclar­ent accepter expressé­ment la com­pé­tence de la Com­mis­sion de tax­a­tion en matière d’hono­raires d’av­o­cat, siégeant à Genève en qual­ité de tri­bunal arbi­tral, en appli­ca­tion de l’ar­ti­cle 46 de la loi genevoise sur la pro­fes­sion d’av­o­cat.”

Das stre­it­be­trof­fene Man­dat war gerichtet auf «toute démarche en vue d’une domi­cil­i­a­tion (per­mis B) à Genève». Nach Erfül­lung dieses Auf­trags beri­et der Anwalt die gle­iche Partei in Steuer­fra­gen und verur­sachte dadurch Schaden. Auf Klage des Auf­tragge­bers vor dem staatlichen Gericht erhob der Anwalt (erfol­g­los) die Einrede der Unzuständigkeit auf­grund der Dero­ga­tion­swirkung der Schied­sklausel.

Das BGer hält fest, dass das ursprüngliche Man­dat und damit der Man­datsver­trag mit der Schied­sklausel durch Erfül­lung been­det war, als die Aufen­thalts­be­wil­li­gung erteilt war. Dass das Fol­ge­man­dat mit dem ersten Man­dat einen fak­tis­chen Zusam­men­hang hat­te (Ken­nt­nis des Anwalts von der finanziellen Sit­u­a­tion des Auf­tragge­bers), änderte nichts daran, dass ein neuer Ver­trag — ohne Schiedsabrede — geschlossen wurde.

David Vasella

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RA Dr. David Vasella ist Gründer von swissblawg und Partner bei Walder Wyss. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert, betreibt den Blog daten:recht und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich.