Das BGer heisst eine Beschw­erde gegen einen Entscheid des BVGer in Sachen “Hei­di-Alp Bergkäse” gut. Es hält — übere­in­stim­mend mit dem BVGer — fest, dass BAIV (die Berg- und Alp-Verord­nung) das Gebot der Gle­ich­be­hand­lung der Gewer­begenossen nicht ver­let­zt, obwohl sie nur für in der Schweiz hergestellte Pro­duk­te gilt (BAIV 1). Da bei vorver­pack­ten Lebens­mit­teln das Pro­duk­tion­s­land anzugeben ist (LMG 21; LGV 26 I d), dür­fen aus­ländis­che Pro­duk­te darf als Berg- oder Alp­pro­dukt beze­ich­net wer­den, aber nicht als “Schweiz­er” Berg- oder Alp­pro­dukt. Die Pro­duzen­ten von schweiz­erischen Berg- und Alp­pro­duk­ten kön­nen den Nachteil durch die Beschränkung des Anwen­dungs­bere­ichs der BAIV also kom­pen­sieren, weshalb die

BAlV nicht ungeeignet zur Erre­ichung des geset­zlichen Ziels [ist und] auch nicht die Gle­ich­be­hand­lung der Gewer­begenossen [ver­let­zt].

Nach BAIV 3 I darf die Beze­ich­nung “Alpen” auch für Pro­duk­te ver­wen­det wer­den, die nicht von ein­er “Alp” (d.h. einem Söm­merungs­ge­bi­et) stam­men, wenn sich die Beze­ich­nung im konkreten Fall offen­sichtlich auf die Alpen als geografis­ches Gebi­et bezieht (und eben nicht auf die Alpen als Söm­merungs­ge­bi­ete). Das war klar der Fall, wie das BGer ent­ge­gen dem BVGer fes­thielt: “Alpen” im Plur­al beze­ich­net näm­lich nicht den Plur­al ein­er Alp, son­dern eben die Alpen, also das Gebi­et.

David Vasella

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RA Dr. David Vasella ist Gründer von swissblawg und Partner bei Walder Wyss. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert, betreibt den Blog daten:recht und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich.