Ein Arbeit­nehmer war als Sim­u­la­rpi­lot im Stun­den­lohn tätig. Obwohl das Arbeitsver­hält­nis als unechte Arbeit auf Abruf qual­i­fiziert wurde, dauerte das Arbeitsver­hält­nis beina­he fünf Jahre, wobei es regelmäs­sig zu Arbeit­sein­sätzen mit durch­schnit­tlich rund 66 Stun­den pro Monat kam. Der Ferien­lohn war gemäss Arbeitsver­trag im Stun­den­lohn inbe­grif­f­en, aber auf den monatlichen Lohnabrech­nun­gen nicht geson­dert aus­gewiesen wor­den (Urteil 4A_72/2015 vom 11. Mai 2015, E. 3 und 3.1).

Der Arbeit­nehmer klagte deshalb am Ende des Arbeitsver­hält­niss­es auf Nachzahlung des Ferien­lohns. Das Bezirks­gericht Uster hiess die Klage teil­weise gut; das Oberg­ericht Zürich wies die Beru­fung der Arbeit­ge­berin ab. Die gegen den oberg­erichtlichen Entscheid erhobene Beschw­erde wies das Bun­des­gericht ab.

Das Bun­des­gericht liess offen, ob bei unechter Arbeit auf Abruf mit unregelmäs­si­gen Arbeit­sein­sätzen eine Abgel­tung des Ferien­lohns im Stun­den­lohn grund­sät­zlich zuläs­sig ist (E. 3.2 und 3.3). Gemäss Bun­des­gericht wäre in allen Fällen uner­lässlich, dass der für die Ferien bes­timmte Betrag sowohl aus dem Arbeitsver­trag wie auch aus den einzel­nen Lohnabrech­nun­gen ein­deutig her­vorge­ht (E. 3.3).

Im vor­liegen­den Fall fehlten die Angaben zum Ferien­lohn auf den einzel­nen Lohnabrech­nun­gen (E. 3.4). Beson­dere Umstände, die das Vorge­hen des Arbeit­nehmers als rechtsmiss­bräuch­lich erschienen liessen, lagen gemäss Bun­des­gericht keine vor (E. 3.6). Der Sim­u­la­rpi­lot war aus­ge­bilde­ter Jurist und hat­te die Arbeit­ge­berin auf die man­gel­haften Lohnabrech­nun­gen hingewiesen. Die Arbeit­ge­berin nahm die Ergänzun­gen jedoch erst über drei Jahre später vor (E. 3.6.2 und 3.6.3).

Roland Bachmann

Posted by Roland Bachmann

Roland Bachmann ist Partner bei Wenger Plattner. Sein Schwerpunkt als Wirtschaftsanwalt ist die Prozessführung. Vor seiner Tätigkeit in der Advokatur arbeitete Roland Bachmann als juristischer Sekretär des Obergerichts Zürich und des Bezirksgerichts Zürich. Er studierte an den Universitäten von Zürich, Tours (Frankreich) und Ann Arbor in Michigan (USA).