In ein­er arbeit­srechtlichen Auseinan­der­set­zung war unter anderem umstrit­ten, ob der Arbeit­nehmer für die Nutzung eines Zim­mers in sein­er pri­vat­en Woh­nung als Arbeit­sz­im­mer eine Entschädi­gung ver­lan­gen kann (Urteil 4A_533/2018 vom 23. April 2019, E. 6). Das Bun­des­gericht bejahte im vor­liegen­den Fall eine Entschädi­gungspflicht.

Die Beschw­erde­führerin brachte verge­blich vor, im Arbeitsver­trag sei keine Entschädi­gungspflicht vorge­se­hen. Der Arbeit­ge­ber ist verpflichtet, dem Arbeit­nehmer einen geeigneten Arbeit­splatz zur Ver­fü­gung zu stellen. Hält der Arbeit­ge­ber keinen geeigneten Arbeit­splatz bere­it, so hat er die Kosten für die nötige Arbeitsin­fra­struk­tur zu Hause nach Art. 327a OR zu übernehmen. Gemäss Art. 327a OR hat der Arbeit­ge­ber dem Arbeit­nehmer alle durch die Aus­führung der Arbeit­en notwendig entste­hen­den Aus­la­gen zu erset­zen (E. 6.2).

Roland Bachmann

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Roland Bachmann ist Partner bei Wenger Plattner. Sein Schwerpunkt als Wirtschaftsanwalt ist die Prozessführung. Vor seiner Tätigkeit in der Advokatur arbeitete Roland Bachmann als juristischer Sekretär des Obergerichts Zürich und des Bezirksgerichts Zürich. Er studierte an den Universitäten von Zürich, Tours (Frankreich) und Ann Arbor in Michigan (USA).