4A_598/2012: Coop/JaMaDu-Figur: (hier keine) Kündigung aus wichtigem Grund wegen unautorisierten Veränderungen von Illustrationen

Das BGer verneint das Recht zur Kündi­gung eines langfristi­gen Illus­tra­tionsver­trags aus wichtigem Grund durch die Illus­tra­toren. Uner­laubte Verän­derun­gen der Illus­tra­tio­nen durch Dritte wogen hier — im Rah­men ein­er Inter­essen­ab­wä­gung — nicht schw­er genug. Coop hat­te für die Lancierung des JaMaDu-Pro­duk­t­pro­gramms ein­er Wer­beagen­tur mit der Idee eines Roten Vari (ein mada­gas­sis­ch­er Lemur) den Zuschlag gegeben. Für die Umset­zung dieser und weiterer…

4A_623/2018: Zustimmung zur Übertragung von Aktien und Eintragung im Aktienbuch (Business Judgment Rule, Durchgriff; amtl. Publ.)

Dem Urteil lag vere­in­facht fol­gen­der Sachver­halt zugrunde: Die C. AG als Haup­tak­tionärin der A. AG (Beklagte und Beschw­erde­führerin in diesem Ver­fahren) verkaufte ihre Aktien, woraufhin B (Klägerin und Beschw­erdegeg­ner­in in diesem Ver­fahren) ein ihr zuste­hen­des Vorkauf­s­recht gel­tend machte. Das Bezirks­gericht Plessur verpflichtete die C. AG auf Klage von B hin, 963 einzeln beze­ich­nete Name­nak­tien blanko indossiert und Zug um Zug…

4A_586/2017: Schadensberechnung bei Anlageberatung (amtl. Publ.)

Hin­ter­grund dieses Urteils bilde­ten Schaden­er­satzansprüche, die ein Bankkunde gegen seine Bank erhob. Der Kunde machte gel­tend, dass er durch nicht von ihm ange­ord­nete oder nicht genehmigte Transak­tio­nen einen Schaden erlit­ten hätte. Das Han­dels­gericht Zürich hiess die Klage teil­weise gut. Es stellte dabei fest, dass die Kun­den­ber­a­terin der Bank 16 Posi­tio­nen für das Depot des Klägers ohne dessen Weisung erwor­ben hätte.…

Teilrevision der PBV in Kraft per 1.7.2015 — u.a. “Button”-Lösung für bestimmte Dienstleistungen

…erfol­gen hat, mit welch­er das Ange­bot angenom­men wird (Bestä­ti­gungs- oder Okay-Feld), oder — u.U.! — in deren unmit­tel­baren Nähe. Text der Änderun­gen Erläuterun­gen des Seco Über­sicht über die Änderun­gen mit Beispie­len für zuläs­sige und für unzuläs­sige Schalt­flächen  Aus den Erläuterun­gen: […] Die Preis­bekan­nt­gabe hat unmit­tel­bar auf der Schalt­fläche zu erfol­gen, auf der das Ange­bot angenom­men wird (auf dem sog. Bestä­ti­gungs- oder Okay-Feld).…

Aufhebung der Bestimmungen zum Vorauszahlungsvertrag per 1. Juli 2014

Im Gefolge der unbe­strit­te­nen par­la­men­tarischen Ini­tia­tive 07.500 «Aufhe­bung der Bes­tim­mungen zum Vorauszahlungsver­trag» hat der Bun­desrat am 7. März 2014 beschlossen, die Bes­tim­mungen zum Vorauszahlungsver­trag (Art. 227a-228 OR) ersat­z­los aufzuheben (vgl. Medi­en­mit­teilung). Der Bun­desrat hat die entsprechen­den Änderun­gen des OR und von UWG 3 Abs. 1 lit. m und UWG 4 lit. d auf den 1. Juli 2014 in Kraft gesetzt.…

4A_571/2020: Mieterausweisung; Hinterlegung bereits fälliger Mietzinse (amtl. Publ.)

Das Bun­des­gericht klärte in diesem Urteil, dass die Hin­ter­legung von bere­its fäl­li­gen Miet­zin­sen respek­tive das Zufall­en nicht gültig hin­ter­legter Miet­zinse an die Ver­mi­eterin gemäss Art. 259h Abs. 1 OR nicht mit ein­er rechtzeit­i­gen Zahlung gle­ichzuset­zen sei, die eine Zahlungsverzugskündi­gung auss­chliessen würde. Zum Hin­ter­grund: Der Mieter machte Män­gel gel­tend und set­zte dem Ver­mi­eter Frist zu deren Behe­bung an, unter Andro­hung, künftige…

4A_524/2015: Qualifikation der Ersatzvornahme gemäss Art. 98 OR (amtl. Publ.)

Der Beschw­erde­führer ersuchte um Ermäch­ti­gung zur Ersatzvor­nahme betr­e­f­fend die Behe­bung von Schä­den auf seinem Grund­stück. Er berief sich dabei auf Zusicherun­gen der Beschw­erdegeg­ner­in, welche diese anlässlich von Besich­ti­gun­gen abgegeben haben soll. Aus diesen Zusicherun­gen leit­ete der Beschw­erde­führer einen Erfül­lungsanspruch ab und stützte sich für dessen Gel­tend­machung auf Art. 98 Abs. 1 OR ab. Die kan­tonalen Instanzen trat­en auf die Klage nicht…

4A_575/2009: Unterscheidung zwischen Rechtsgeschäften unter Lebenden und solchen von Todes wegen

Das BGer qual­i­fiziert die Ein­räu­mung eines im Grund­buch vorzumerk­enden Kaufrechts über eine Liegen­schaft, das früh­estens auf auf den Zeit­punkt des Ablebens der Kaufrechts­ge­berin­nen ausüb­bar war, wobei sich diese vor­be­hiel­ten, die Zus­tim­mung zur Ausübung des Kaufrechts allen­falls schon früher zu erteilen, und sich gle­ichzeit­ig verpflichteten, die Liegen­schaft ohne Zus­tim­mung des Berechtigten nicht weit­er zu belas­ten, als Rechts­geschäft unter Leben­den. Zur Abgrenzung…

2C_291/2013; 2C_292/2013: Zu tiefer Zinssatz für ein Darlehen an den Aktionär | (misslungener) Nachweis der Marktmässigkeit vs. EStV-Rundschreiben

Strit­tig und vom BGer zu beurteilen war in einem Gen­fer Fall die Frage, ob ein vom EStV-Rund­schreiben (Zinssätze 2009 für die Berech­nung geld­w­ert­er Leis­tun­gen: „RS“) abwe­ichen­der Zinssatz eines Dar­lehens an die Aktionärin dem Drittver­gle­ich stand­hielt, resp. ob die entsprechende Dif­ferenz eine verdeck­te Gewin­nauss­chüt­tung darstellte. Die Beschw­erde­führerin (eine Immo­bilienge­sellschaft: „AG“) hat­te ihrer Aktionärin ein Dar­lehen gewährt, dessen Zinssatz im Ver­gle­ich zum…