5A_208/2012: diskriminierende Nichtzulassung zur Korporation Zug

Das BGer hat in BGE 132 I 68 in Sachen Mäch­ler c. Genos­same Lachen entsch­ieden, dass eine öffentlichrechtliche Kor­po­ra­tion, die nicht von Bun­desrechts wegen gezwun­gen ist, die Bes­tim­mungen des Namens- und Bürg­er­rechts anzuwen­den, immer­hin BV 8 ver­let­zt, wenn sie die Weit­er­gabe der Mit­glied­schaft durch ver­heiratete Kor­po­ra­tions­bürg­erin­nen und ledi­ge Kor­po­ra­tions­bürg­er auss­chliesst. Im vor­liegen­den Fall ging es nun um ein Gesuch um…

2C_1246/2012: “Puls”-Sendung zu Botox hat Sachgerechtigkeitsgebot verletzt

Das BGer bestätigt den Entscheid der UBI, die eine Beschw­erde des VgT gegen eine “Puls”-Sendung zum The­ma Botox gut­ge­heis­sen hat­te. Der VgT hat­te kri­tisiert, das Pub­likum habe sich keine eigene Mei­n­ung zum The­ma bilden kön­nen, da die für die Pro­duk­tion von “Botox” nöti­gen “grausamen” Tierver­suche nicht erwäh­nt wor­den seien. Die UBI stellte fest, dass die Sendung das Sachgerechtigkeits­ge­bot ver­let­zt hatte.…

9C_125/2012: Patronale Wohlfahrtsfonds müssen ein Anlagereglement haben, das aber uU einfach gehalten werden darf (amtl. Publ.)

Das BGer hat­te im vor­liegen­den Urteil zu entschei­den, ob ein patronaler Wohlfahrts­fonds gehal­ten ist, ein Anlagere­gle­ment zuer­stellen. Diese Frage ste­ht im Zusam­men­hang mit dem Urteil 9C_2/2012 (dazu unser früher­er Beitrag), in dem das BGer fest­ge­hal­ten hat, dass patronale Wohlfahrts­fonds vom Anwen­dungs­bere­ich von ZGB 89bis VI nicht ausgenom­men sind und dass die BVG-Nor­men, auf die darin ver­wiesen wird, auf Wohlfahrts­fonds anwendbar…

BPG/BPDV: erweiterter Schutz von Personendaten des Bundespersonals

Der Bun­desrat hat gestern die neue Verord­nung über den Schutz von Per­so­n­en­dat­en des Bun­des­per­son­als (BPDV) gut­ge­heis­sen und die neuen Artikel des Bun­des­per­son­alge­set­zes (BPG) auf 1. Jan­u­ar 2012 in Kraft geset­zt. Die Art. 27a‑c BPG bilden die Grund­lage für beste­hende und neue Infor­ma­tion­ssys­teme im Per­son­al­we­sen, beispiel­sweise das Per­son­al­in­for­ma­tion­ssys­tem (BV PLUS), das elek­tro­n­is­che Bewer­bungs­man­age­ment (E‑Recruiting) oder das elek­tro­n­is­che Per­son­al­dossier (E‑Personaldossier). Die bisherige…

5A.190/2007: Persönlichkeitsverletzung durch Namensänderung der Kinder (Massnahmeverfahren)

Wenn die Mut­ter nach ein­er Schei­dung und Wiederver­heiratung beantragt (Gesuch um Namen­sän­derung, ZGB 30 I), die Kinder nicht mehr mit dem geset­zlichen Namen (dem Namen des Exmannes) zu benen­nen, son­dern mit dem Namen des neuen Ehe­manns, so kann dies den Vater der Kinder in sein­er Per­sön­lichkeit ver­let­zen. Das Inter­esse der Kinder, nach dem Ersatz­vater zu heis­sen, war nicht aus­re­ichend, um…

2C_335/2007: erhöhte Sorgfalt bei Medienberichten vor Urnengängen (amtl. Publ.)

Erwin Kessler, Präsi­dent des VgT, gelangte gegen einen Beitrag des Schweiz­er Fernse­hens (Schweiz Aktuell) über Pas­cal Cormin­boeuf, einen Staat­srat aus dem Kan­ton Freiburg, an die UBI mit der Rüge, der Beitrag sei unaus­ge­wogen pos­i­tiv aus­ge­fall­en (der VgT hat­te Cormin­boeuf zur Nichtwieder­wahl emp­fohlen). Die UBI hiess die Beschw­erde teil­weise gut. Das BGer weist eine dage­gen gerichtete Beschw­erde ab. Die gesteigerten Sorgfaltspflichten…

2C_1032/2012: Ungerechtfertigte Weigerung, einen Spot des VgT auszustrahlen; Grundrechtsbindung der Publisuisse (amtl. Publ.)

Das Bun­des­gericht hat eine Beschw­erde des Vere­ins gegen Tier­fab­riken (VgT) gegen die ver­weigerte Ausstrahlung eines Werbespots “Was das Schweiz­er Fernse­hen totschweigt” gut­ge­heis­sen und den Entscheid der UBI als Vorin­stanz aufge­hoben. Es gab dabei zwei Ver­sio­nen des Spots. In der ersten Ver­sion, die aus­ges­trahlt wor­den war, lautete die For­mulierung “was andere Medi­en totschweigen”. In der zweit­en Ver­sion wurde sie durch die…

5A_827/2009: Widerruf der Einwilligung in eine Persönlichkeitsverletzung (amtl. Publ.)

In einem bere­its am 6. Sep­tem­ber 2010 veröf­fentlicht­en Entscheid hat­te das BGer fest­ge­hal­ten, dass ver­tragliche Ver­fü­gun­gen über das Recht am eige­nen Bild im Rah­men von ZGB 27 grund­sät­zlich zuläs­sig sind. Dem­nach sind auch Klauseln über eine Rück­trittsentschädi­gung im Fall des Wider­rufs der Zus­tim­mung nicht per se unverbindlich. Für “ganz aussergewöhn­liche Lebensla­gen” sei es aber denkbar, dieses Prinzip streng handzuhaben (vgl. dazu Haas,…

5A_576/2009: (Keine) wichtigen Gründe für eine Namensänderung (amtl. Publ.)

Auf­grund ein­er Namen­sän­derung iSv ZGB 30 trug die Tochter eines Ehep­aars mit Nach­na­men “R.” for­t­an den Fam­i­li­en­na­men “Y.” und, nach ein­er Heirat mit X., den Allianz­na­men “X.-Y.” Später stellte sie das Gesuch, ihren Fam­i­li­en­na­men von “X.-Y.” auf “R.-X.” ändern zu dür­fen. Das Gesuch wurde abgewiesen. Gegen das Urteil des OGer ZH gelangte X.-Y. ans BGer, das die Beschw­erde abweist. Das…

2C_380/2009: Anforderungen an eine Zugangsbeschwerde nach RTVG 97 II b (amtl. Publ.)

Das BGer hat eine Beschw­erde des VgT, han­del­nd durch Erwin Kessler, gegen einen Entscheid der UBI gutheis­sen und die Sache zu neuer Entschei­dung zurück­gewiesen (vgl. zu einem früheren Urteil i.S. VgT unseren früheren Beitrag). Die UBI war auf eine Beschw­erde gegen die ange­bliche Boykottprax­is zu Las­ten des VgT zu Unrecht nicht einge­treten. Sie musste die Beschw­erde zwar nicht als Programmbeschwerde…