4A_426/2013: Unterscheidung zw. Schuldanerkennungen und Beweismitteln

Das BGer äussert sich im vor­liegen­den Urteil zum Unter­schied zwis­chen Schul­dan­erken­nun­gen und Beweis­mit­teln, wobei Schul­dan­erken­nun­gen eine Pflicht begrün­den, Beweis­mit­tel dage­gen nur eine vorbeste­hende Pflicht beweisen: Mit ein­er Schul­dan­erken­nung erk­lärt der Anerken­nende dem Anerken­nungsempfänger, dass er ihm gegenüber eine Schuld hat. Es han­delt sich also um eine rechts­geschäftliche Erk­lärung […]. Von ein­er rechts­geschäftlichen Erk­lärung im Sinne von Art. 17 OR abzugrenzen…

4A_465/2013: Einzel‑, gemeinschaftliche u. Teilgläubigerschaft; letztere als Regel, hier bei gemeinsamem Grundstückverkauf (amtl. Publ.)

Das BGer hat­te vor­liegend über die Aktivle­git­i­ma­tion von Grund­stück­verkäufern für die Kauf­pre­is­forderung zu entschei­den. Dabei war das Grund­stück als “Gesamt­sache” verkauft wor­den. Deshalb, so das KGer SG als Vorin­stanz, sei den Verkäufern die Kauf­pre­is­forderung nicht je zur Hälfte, son­dern gesamthaft zur gesamten Hand zuge­s­tanden, so dass die Verkäufer die Betrei­bung gemein­sam hät­ten ein­leit­en müssen. Das BGer unter­schei­det zunächst Einzel‑, gemeinschaftliche…

4A_307/2011: Verletzung der Dispositionsmaxime; Rücktrittsrecht bei Verletzung einer Nebenpflicht (offengelassen)?

Das deutsche Energie­un­ternehmen EnBW kaufte 1995 ca. 25% der Aktien eines Unternehmens, dessen Akti­va u.a. aus einem Patent bestanden. Der Kauf­preis entsprach dem entsprechen­den Anteil am Unternehmenswert, der sein­er­seits mit dem Ertragswert (zukün­ftige Net­to-Erträge während ein­er bes­timmten Zeit, mit einem bes­timmten Zinssatz kap­i­tal­isiert). Die Parteien einigten sich in ein­er Schiedsvere­in­barung später auf eine bes­timmte Per­son als Gutachter. Die EnBW zweifelte…

5A_545/2011: “persönlicher oder familiärer Gebrauch” (OR 40a, IPRG 120, ZPO 32

Das BGer äussert sich im Rah­men ein­er sub­sidiären Ver­fas­sungs­beschw­erde auf Willkür beschränkt zu den Erfordernissen des “per­sön­lichen oder famil­iären Gebrauch des Kun­den” iSv OR 40a, IPRG 120 und ZPO 32. Vor­liegend war ein Weit­er­bil­dungspaket zu beru­flichen Zweck­en erwor­ben wor­den, weshalb OR 40a nicht anwend­bar war: Danach ent­fällt das Wider­ruf­s­recht gemäss Art. 40a ff. OR zwar ein­hel­lig bei einem getätigten oder…

4A_197/2009: Annahme einer Anweisung durch einen Notar (amtl. Publ.)

Ein Notar war im Rah­men eines Grund­stück­verkaufs von den Verkäufern angewiesen wor­den, einen Teil des (auf sein Kon­to) ein­bezahlten Kauf­preis­es an X., Gläu­biger der Verkäufer, zu über­weisen. Dieser Anweisung kam der Notar nach, indem er seine eigene Bank anwies, die betr­e­f­fende Summe an X. zu über­weisen. In der Folge wider­rief der Notar diesen Zahlungsauf­trag, worauf er von X. eingeklagt wurde.…

5A_420/2013: im Konsensstreit ist der Wille des Vertreters massgeblich (amtl. Publ.)

Das BGer hält vor­liegend fest, dass beim Kon­sensstre­it der Wille des Stel­lvertreters mass­ge­blich ist, nicht jen­er des Vertrete­nen: Lorsqu’une par­tie au con­trat man­i­feste sa volon­té par l’intermédiaire d’un représen­tant (art. 32 al. 1 CO; […], c’est la volon­té exprimée par le représen­tant qui est déter­mi­nante pour la con­clu­sion du con­trat (art. 1 CO; […]). Dès lors, l’interprétation de celui-ci quant à son…

Aufhebung der Bestimmungen über den Vorauszahlungsvertrag

Die Kom­mis­sion für Rechts­fra­gen des Stän­der­ates (RK‑S) hat gestützt auf die par­la­men­tarische Ini­tia­tive von alt-SR Stähe­lin vorgeschla­gen, die Bes­tim­mungen des OR über den Vorauszahlungsver­trag (Art. 227a-228) man­gels prak­tis­ch­er Bedeu­tung ersat­z­los zu stre­ichen (vgl. den Bericht der RK‑S). Im Zuge dieser Bere­ini­gung soll auch UWG  3 lit. m und UWG 4 lit. d angepasst wer­den (jew­eils Stre­ichung der Bezug­nahme auf den…

4A_710/2014: Anscheinsvollmacht zur Unterzeichnung von Verjährungseinredeverzichtserklärungen (amtl. Publ.)

In einem Haftpflicht­prozess gestützt auf das Bun­des­ge­setz über die Haftpflicht der Eisen­bahn- und Dampf­schiff­fahrt­sun­ternehmungen und der Schweiz­erischen Post war unter anderem umstrit­ten, ob die durch den Beschw­erde­führer gel­tend gemacht­en Forderun­gen ver­jährt waren. Die Bah­nge­sellschaft hat­te in der Klageant­wort vorge­bracht, die Ver­jährung­seinre­de­v­erzicht­serk­lärun­gen seien jew­eils nur von ein­er Per­son unterze­ich­net wor­den, die im Han­del­sreg­is­ter nur mit Kollek­tivze­ich­nungs­befug­nis einge­tra­gen war. Das Han­dels­gericht des Kantons…

4A_727/2012: Rechtsfrage grds. Bedeutung; Gericht an die Wahl des Verteilschlüssels bei Mehrleistungen durch d. Vermieter grds. gebunden (amtl. Publ.)

…car­ac­térisée qu’il se jus­ti­fie de lever dans la mesure où cette ques­tion est man­i­feste­ment sus­cep­ti­ble de se pos­er à nou­veau. La con­di­tion de l’art. 74 al. 2 let. a LTF est réal­isée en l’espèce, de sorte que le recours en matière civile est recev­able sans égard à la valeur litigieuse. […] Diese Frage beant­wortet das BGer sodann dahinge­hend, dass das Gericht…

4A_580/2011: Verbot der Rückwärtsversicherung; Verletzung des rechtlichen Gehörs durch das BKGer BL

Das BGer hält im vor­liegen­den Urteil fest, dass das Ver­bot der Rück­wärtsver­sicherung iSv VVG 9 — vom Wis­sen der Parteien um den schon einge­trete­nen Ver­sicherungs­fall unab­hängig — nicht nur den Neuab­schluss ein­er Ver­sicherung bet­rifft, son­dern auch die Änderung und die Wiederinkraft­set­zung eines Ver­sicherungsver­trags: Dieses — zwin­gend gel­tende […] — Rück­wärtsver­sicherungsver­bot erfasst nicht nur den Neuab­schluss eines Ver­sicherungsver­trages, son­dern auch dessen…