4A_398/2015: Beweislast für die Zustellung des Formulars zur Mitteilung des Anfangsmietzinses (amtl. Publ.)

Das Bun­des­gericht hat­te in diesem Ver­fahren zu entschei­den, welch­er Partei die Beweis­last dafür obliegt, dass das genehmigte For­mu­lar zur Mit­teilung des Anfangsmi­et­zins­es gemäss Art. 270 Abs. 2 OR dem Mieter zugestellt wor­den ist. Zunächst wies das Bun­des­gericht darauf hin, dass gestützt auf Art. 8 ZGB die Beweis­last für die Zustel­lung dieses amtlichen For­mu­la­rs grund­sät­zlich den Versender, also den Ver­mi­eter trifft (E.…

4A_184/2015: Rechtsschutz in klaren Fällen; Ausweisung des Mieters (amtl. Publ.)

Die Ver­mi­eterin eines Bistro-Cafés mit Kiosk und Take Away in Zürich machte beim Han­dels­gericht Zürich ein Ausweisungs­begehren im Ver­fahren um Rechtss­chutz in klaren Fällen anhängig. Das Einzel­gericht am Han­dels­gericht Zürich hiess das Begehren gut und wies das Stad­tam­man­namt Zürich an, den Gerichts­be­fehl auf Ver­lan­gen zu voll­streck­en (Urteil 4A_184/2015 vom 11. August 2015). Gegen diesen Entscheid erhob die Mieterin (A. GmbH) Beschw­erde ans Bun­des­gericht. Sie…

4C.258/2006 und 4A_380/2007: Zahlung einer Fremdwährungsforderung in CHF Recht, nicht Pflicht (amtl. Publ.)

Bei Dar­lehensverträ­gen ohne Effek­tivk­lausel ist der Schuld­ner berechtigt, aber nicht verpflichtet (Alter­na­tiver­mäch­ti­gung), das Dar­lehen statt in der Währung des Dar­lehens in Schweiz­er Franken zurück­zuzahlen, wobei der Wech­selkurs zum Zeit­punkt der Fäl­ligkeit mass­gebend ist (OR 84 II). Bei der Zwangsvoll­streck­ung der Forderung auf Rück­zahlung des Dar­lehens gilt SchKG 67 I Ziff. 3; die Forderung ist in CHF anzugeben. Wie das BGer…

EStV: Rundschreiben betr. steuerlich anerkannte Zinssätze für Vorschüsse und Darlehen pro 2018 von/an Beteiligte und Nahestehende

Die Eid­genös­sis­che Steuerver­wal­tung (EStV) hat ihre jährlichen Rund­schreiben betr. steuer­lich anerkan­nte Zinssätze für Vorschüsse oder Dar­lehen an (resp. von) Beteiligte(n) oder ihnen nahe stehende(n) Dritte(n) für das Jahr 2018 pub­liziert: EStV-Rund­schreiben betr. steuer­lich anerkan­nte Zinssätze 2018 für Vorschüsse oder Dar­lehen in Schweiz­er Franken vom 19.2.2018; EStV-Rund­schreiben betr. steuer­lich anerkan­nte Zinssätze 2018 für Vorschüsse oder Dar­lehen in Fremd­währun­gen vom 20.2.2018. Diese…

BR: Botschaft zum Bundesgesetz über die Ladenöffnungszeiten (LadÖG)

Der Bun­desrat (BR) hat am Fre­itag, 28. Novem­ber 2014, die Botschaft zum Bun­des­ge­setz über die Ladenöff­nungszeit­en (LadÖG) ver­ab­schiedet. Aus der Botschaft: Inhalt der Vor­lage  Der Geset­ze­sen­twurf zu den Ladenöff­nungszeit­en erfüllt die Motion Lom­bar­di. Die Detail­han­dels­be­triebe dür­fen somit mon­tags bis fre­itags von 6 bis 20 Uhr und am Sam­stag von 6 bis 19 Uhr geöffnet sein. Die Abend‑, Nacht und Sonntagsarbeit…

Globalübernahme der SIA 118: Anerkennungsbefugnis des Bauleiters betr. die Schlussrechnung des Unternehmers für branchenfremden Bauherrn ungewöhnlich und unverbindlich

Das BGer schützt ein Urteil des KGer FR, wonach ein branche­nunkundi­ger Bauherr nicht damit rech­nen müsse, dass der baulei­t­ende Architekt ihn durch Anerken­nung der Schlussabrech­nung zur Zahlung des vom Unternehmer geforderten Betrages verpflicht­en könne (so SIA-Norm 118, Art. 154 III). Mit Bezug auf diesen Punkt komme vielmehr die Ungewöhn­lichkeit­sregel zur Anwen­dung, so dass die Glob­alüber­nahme mit Bezug auf SIA-Norm 118…

4A_703/2014: Doppelrelevante Tatsachen (amtl. Publ.)

Die spätere Erblasserin unterze­ich­nete in einem Hotel in Ital­ien eine Schul­dan­erken­nung, worin sie dem Kläger eine Zahlung von CHF 1’850’000 als Anerken­nung für die geleis­tete Hil­fe und Unter­stützung während den let­zten fünf Jahren ver­sprach. Der Kläger leit­ete später in der Schweiz Klage gegen die Erb­schaft der Ver­stor­be­nen ein, worauf die in Schwe­den ansäs­si­gen Erben die Einrede der örtlichen Unzuständigkeit erhoben…

5A_912/2013: Glaubhaftmachung der Zahlungsfähigkeit (Konkursaufhebungsverfahren)

Nach SchKG 174 II kann die Rechtsmit­telin­stanz die Konkurs­eröff­nung aufheben, wenn der Schuld­ner seine Zahlungs­fähigkeit glaub­haft macht und ein­er der Konkur­saufhe­bungs­gründe der Ziff. 1 bis 3 dieser Norm nachgewiesen wird. In diesem Zusam­men­hang — aber auch weit­erge­hend, mit Bezug auf den Begriff der Zahlung­sun­fähigkeit, der auch ausser­halb des SchKG Bedeu­tung hat, z.B. bei OR 83 — hält das BGer für…

4A_47/2010: Auslegung des Ausdrucks “habitation exclusivement” im Mietvertrag; keine analoge Anwendung von OR 262 (amtl. Publ.)

Ist ein Wohnob­jekt nach dem Mietver­trag “à l’habitation exclu­sive­ment” bes­timmt und ste­ht der wirk­liche Wille der Pateien nicht fest, darf und muss dieser Aus­druck nach dem vor­liegen­den Urteil lediglich als Auss­chluss geschäftlich­er Nutzung aufge­fasst wer­den. Der voraus­ge­set­zte Gebrauch umfasst daher die kosten­lose Beherber­gung von Ver­wandten. OR 262 (Unter­mi­ete) ist wed­er direkt noch indi­rekt anwend­bar. Im vor­liegen­den Fall ver­let­zte der Mieter die Pflicht zum sorgfälti­gen Gebrauch (OR

4A_351/2007: Fahrlässige Vermögensverwaltung

Das BGer schützt die Qual­i­fika­tion des Ver­hal­tens eines Ver­mö­gensver­wal­ters als grob­fahrläs­sig. Der Ver­wal­ter hat­te, obwohl der Kunde eine vor­sichtige Anlages­trate­gie ver­fol­gte, mehr als 70% des Ver­mö­gens in Aktien investiert und war dabei sog­ar Klumpen­risiken eingegangen.…