SPK‑N: Neues Grundrecht auf “informationelle Selbstbestimmung”; (vorläufig) keine neuen Verwaltungssanktionen bei Datenschutzverletzungen

​Die Staat­spoli­tis­che Kom­mis­sion (SPK) des Nation­al­rates hat der par­la­men­tarischen Ini­tia­tive (14.413 — Grun­drecht auf infor­ma­tionelle Selb­st­bes­tim­mung) von NR Daniel Vis­ch­er mit 12:8 Stim­men Folge gegeben, welche in der Bun­desver­fas­sung ein neues Grun­drecht auf infor­ma­tionelle Selb­st­bes­tim­mung festschreiben will. Die aus­drück­liche Ver­ankerung dieses Grun­drechts führt der SPK‑N zufolge zu einem “Par­a­dig­men­wech­sel”, der sein­er­seits “zu ein­er Beweis­las­tumkehr zu Las­ten von Staat und kommerziellen…

Datenschutz Self Assessment Tool (www.dsat.ch)

Die Vor­bere­itung auf das neue Daten­schutzrecht — das rev­i­dierte DSG, vor allem aber die Europäis­che Daten­schutz-Grund­verord­nung — beschäftigt zur Zeit eine Vielzahl von Unternehmen. Zur Erle­ichterung der Umset­zungsar­beit­en hat David Rosen­thal von der Kan­zlei Hom­burg­er AG ein Self-Assess­ment-Tool entwick­elt. Das Tool wird von ihm zusam­men mit David Vasel­la redak­tionell betreut und ist zur freien Ver­wen­dung (gemäss Lizenzbe­din­gun­gen) unter www.dsat.ch verfügbar.…

Bundesgericht/EDÖB: IP-Adressen sind Personendaten im Sinne des Datenschutzgesetzes

…es das höch­ste Gericht in ein­er Mehrheit­sentschei­dung als unzuläs­sig, wenn pri­vate Unternehmen heim­lich IP-Adressen aus­forschen. Dafür, so der Bun­des­gericht­sentscheid, fehle ein aus­re­ichen­der Recht­fer­ti­gungs­grund. Gemäss Bun­des­gericht ver­stiess damit das Geschäftsmod­ell ein­er pri­vat­en Aktienge­sellschaft, dass darin beste­ht, im Auf­trag von Urhe­ber­rechtsin­hab­ern in Peer-to-Peer-Net­zw­erken nach dort ille­gal ange­bote­nen urhe­ber­rechtlich geschützten Werken zu suchen, gegen das Daten­schutzgesetz. Medi­en­mit­teilung Medi­en­mit­teilung des Bun­des­gerichts 1C_285/2009 und 1C_295/2009…

Datenbank zum Datenschutzrecht

Das Insti­tut für Euro­parecht der Uni­ver­sität Freiburg hat in Zusam­me­nar­beit mit dem Eid­genös­sis­chen Daten­schutz- und Öffentlichkeits­beauf­tragten (EDÖB) sowie mit pri­va­tim, der Vere­ini­gung der schweiz­erischen Daten­schutzbeauf­tragten, eine Daten­bank auf dem Gebi­et des Daten­schutzes erstellt. Die Daten­bank bietet einen Überblick über die kan­tonale Recht­sprechung zum Daten­schutzrecht (derzeit ca. 100 Entschei­de). Die — nach Schlag­wörtern und Kan­to­nen geord­neten — Urteile wer­den jew­eils zusammengefasst…

EDOB: Erläuterungen zum Datenschutz in Bibliotheken

Der Eid­genös­sis­che Daten­schutzbeauf­tragte hat Erläuterun­gen zum Daten­schutz in Bib­lio­theken veröf­fentlicht. Sie konzen­tri­eren sich auf den daten­schutzkon­for­men Umgang mit Benutzer­dat­en und Per­so­n­en­dat­en aus Arbeitssta­tio­nen mit Inter­ne­tan­schluss und auf Beson­der­heit­en in Verbundsystemen.…

Parlamentarische Initiative 14.404 “Für wirklich abschreckende Sanktionen bei Datenschutzverletzungen”

NR Schwaab hat mit Datum vom 19. März 2014 eine par­la­men­tarische Ini­tia­tive mit fol­gen­dem Wort­laut ein­gere­icht: Das Daten­schutzgesetz wird wie fol­gt geän­dert: Der Eid­genös­sis­che Daten­schutz- und Öffentlichkeits­beauf­tragte (EBÖD) wird ermächtigt, bei ein­er Ver­let­zung von Bes­tim­mungen des Bun­desrechts über den Daten­schutz wirk­same, ver­hält­nis­mäs­sige und abschreck­ende Ver­wal­tungssank­tio­nen auszus­prechen. Das Gesetz regelt das Ver­fahren und die Rechtsmit­tel­belehrung.  Die Höhe der Ver­wal­tungs­busse wird unter…

4A_180/2020: De lege lata keine Möglichkeit, Hauptverhandlungen in Zivilprozessen ohne Zustimmung der Parteien mittels Videokonferenzen durchzuführen (amtl. Publ.)

Das Bun­des­gericht stellte in diesem Urteil klar, dass de lege lata Videokon­feren­zen in der ZPO nicht vorge­se­hen seien. Vielmehr set­ze die elek­tro­n­is­che Kom­mu­nika­tion mit den Parteien grund­sät­zlich deren Ein­ver­ständ­nis voraus. Die zivil­prozess­rechtliche Grund­lage für die Abnahme gewiss­er Beweise mit­tels Videokon­ferenz solle erst geschaf­fen wer­den und es gehe nicht an, dieser geset­zge­berischen Entwick­lung vorzu­greifen. Hin­ter­grund bildete ein Ver­fahren vor dem Handelsgericht…

Polizei JU: Registrierung von verwarnten Autofahrern illegal

Die Prax­is der Polizei im Kan­ton Jura, diejeni­gen Auto­mo­bilis­ten zu reg­istri­eren, die lediglich ver­warnt wur­den, ist unzuläs­sig. Nach einem heutigem Bericht der NZZ hat die kan­tonale Daten­schutzkom­mis­sion das Sam­meln dieser Dat­en nach unter­sagt und die Löschung der 2700 schon erfassten Ver­war­nun­gen ver­langt. Der Ein­trag von Ver­war­nun­gen in eine Daten­bank der Polizei ver­stösst laut der Kom­mis­sion gegen das Legal­ität­sprinzip. Das Vorgehen…

Bericht des Bundesrates zu Open Government Data

…im Besitz der Ver­wal­tung sind und deren Ver­wen­dung nicht ein­schnei­dend eingeschränkt ist, ins­beson­dere aus daten­schutz‑, urhe­ber­rechts- und infor­ma- tion­ss­chutzrechtlichen Grün­den. Typ­is­che Beispiele sind Statistik‑, Geo‑, Umwelt oder Wet­ter­dat­en. Der Bericht geht auf ein im Dezem­ber 2011 über­wiesenes Pos­tu­lat von NR Wasser­fall­en “11.3884 «Open Gov­ern­ment Data als strate­gis­ch­er­Schw­er­punkt im E‑Government» zurück. Der Bun­desrat beant­wortet die darin gestell­ten Fra­gen nun wie fol­gt: Welche…

4A_506/2014; 4A_524/2014: Rechtsmissbräuchlichkeit eines Auskunftsgesuchs (DSG 8); Verweigerungsgrund des Gesetzes (DSG 9 I lit. a)

Das BGer hat­te im vor­liegen­den Urteil die Frage zu beurteilen, ob ein auf Art. 8 DSG gestütztes Auskun­fts­begehren eines Ver­sicher­ers gegen einen in Liq­ui­da­tion befind­lichen Rück­ver­sicher­er im konkreten Fall rechtsmiss­bräuch­lich war und ob ein Auskun­ftsver­weigerungsrecht bestand. Das BGer ver­weist zunächst auf die Fall­grup­pen des Rechtsmiss­brauchs, die es in sein­er jüng­sten Recht­sprechung zum Auskun­ft­srecht entwick­elt hat (BGE 141 III 119 E.…