5A_363/2017: Befugnis der Quotenvermächtnisnehmerin das Willensvollstreckerhonorar im Rahmen einer Verantwortlichkeitsklage gegen den Willensvollstrecker überprüfen zu lassen (amtl. Publ.)

…sich nicht um den erbrechtlichen Anspruch auf Aus­liefer­ung des Ver­mächt­niss­es, son­dern um eine gegen den Wil­lensvoll­streck­er per­sön­lich gerichtete Forderung han­delt (E. 5.2.1.). Gemäss Bun­des­gericht richtet sich die Ver­ant­wortlichkeit­sklage gegen den Wil­lensvoll­streck­er nach Auf­tragsrecht und nach Art. 97 OR (E. 5.2.2.). Weit­er ver­wies das Bun­des­gericht auf ein Urteil aus dem Jahr 1975, in welchem das Bun­des­gericht fest­ge­hal­ten habe, dass die Verantwortlichkeitsklage…

5A_195/2013: (keine) Befugnis der Aufsichtsbehörde, den Bestand des Willensvollstreckermandats festzustellen

…wird in der Lehre teil­weise (wenn auch ohne weit­ere Begrün­dung) die Zuständigkeit der Auf­sichts­be­hörde befür­wortet, festzustellen, dass das Man­dat des Wil­lensvoll­streck­ers been­det ist ( CHRIST/EICHNER, in: Praxiskom­men­tar Erbrecht, 2. Aufl. 2011, N. 97 zu Art. 518). Der Beschw­erde­führer beruft sich denn auch auf diese Lehrmei­n­ung. Ob ein der­ar­tiges Fest­stel­lungs­begehren in jedem Fall und los­gelöst vom konkreten Kon­flikt von der Aufsichtsbehörde…

5A_234/2012: Hinzurechnung von Zahlungen an die Mutter des ausserehelichen Kindes zur Errungenschaft (amtl. Publ.)

…ver­ste­hen, welche die Errun­gen­schaft ver­min­dert oder deren Zunahme ver­hin­dert haben […]. 3.3.1 Laut der Botschaft [Botschaft über die Änderung des ZGB [Wirkun­gen der Ehe im all­ge­meinen, Ehegüter­recht und Erbrecht] vom 11. Juli 1979, BBl. 1979 II 1191 Ziff. 222.532, S. 1317] fall­en unter die unent­geltlichen Zuwen­dun­gen auch “Leis­tun­gen auf­grund ein­er moralis­chen Verpflich­tung”. Nach der Lehre soll der Begriff “unent­geltliche Zuwen­dun­gen” möglichst gleich…

In eigener Sache: RA Sabine Herzog, LL.M., und RA Philipp Kruse, LL.M., verstärken swissblawg

…bericht­en. Sabine Her­zog ist Recht­san­wältin bei Bak­er & McKen­zie in Zürich. Zuvor arbeit­ete sie als juris­tis­che Sekretärin am Bezirks­gericht Hor­gen und am Han­dels­gericht Zürich. Sie ist auf Prozess­führung und Nach­lass­pla­nung spezial­isiert und pro­moviert über ein The­ma im Bere­ich IPR und Erbrecht. Bei Swiss­blawg übern­immt sie die Gebi­ete Erb- und Fam­i­lien­recht. Damit beste­ht das Redak­tion­steam von swiss­blawg nun­mehr aus elf Juristen. …

BGE 151 III 361 (BGer 5A_89/2024 vom 16. Dezember 2024)

Das Bun­des­gericht hat einen wichti­gen Grund­satzentscheid betr­e­f­fend die Behand­lung aus­ländis­ch­er Trusts im Schweiz­er Erbrecht gefällt. Das zu beurteilende liecht­en­steinis­che Treu­un­ternehmen qual­i­fizierte vor­liegend auf­grund sein­er Rechtsper­sön­lichkeit zwar nicht als Trust i.S. des Haager Trust-Übereinkom­mens (HTÜ), wies aber ver­schiedene Par­al­le­len mit Trusts auf. Entsprechend wandte das BGer die für Trusts entwick­el­ten Grund­sätze ana­log an, weshalb die Fest­stel­lun­gen für die Schweiz­er Trust-Recht­sprechung wegweisend…

14.3782 — Postulat Richtlinien für den “digitalen Tod”: Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates

Mit dem von Jean Christophe Schwaab ein­gere­icht­en Pos­tu­lat wird der Bun­desrat beauf­tragt zu prüfen, ob das Erbrecht ergänzt wer­den muss, um die Rechte der Erbin­nen und Erben auf Per­so­n­en­dat­en und dig­i­tale Zugänge der ver­stor­be­nen Per­son sowie um die Auswirkun­gen des Todes auf deren virtuelle Präsenz zu regeln. Der Bun­desrat beantragt die Annahme des Postulates.…

5A_883/2010 + 5A_887/2010: (Nicht) anfechtbarer Entscheid; Erbteilung

…Schlus­surteil über den verbliebe­nen Prozess­ge­gen­stand im Wider­spruch zum bere­its recht­skräftig aus­ge­fäll­ten Teil­urteil ste­ht (vgl. BGE 135 III 212 E. 1.2.2 und 1.2.3 S. 217). Die Voraus­set­zun­gen dürften bei ver­bun­de­nen erbrechtlichen Kla­gen häu­fig erfüllt sein. So ist das Urteil über die Ungültigkeit­sklage im Rah­men des Ungültigkeits- und Her­ab­set­zung­sprozess­es […] als Teilentscheid anfecht­bar (Urteil 5A_12/2009 vom 25. März 2009 E. 1 […]).…

5D_63/2014: Konkursamtliche Liquidation eines Nachlasses: Fehlt eine Forderung des Nachlasses in der Verteilungsliste und der Kosten- bzw. Schlussrechnung, so führt dies nicht zum Untergang dieser Forderung

…entsprechende Schuld unterge­he (E. 2.1). Mit Bezug auf die Verteilung des Über­schuss­es hielt das Bun­des­gericht fest, dass der Über­schuss an die Berechtigten zurück­ge­he, wie wenn diese nicht aus­geschla­gen hät­ten (E. 2.2). Allerd­ings dürfe Art. 573 Abs. 2 ZGB nicht so ver­standen wer­den, dass die Berechtigten an den Aktiv­en wie Erben berechtigt seien. Der Über­schuss sei nicht erbrechtlich­er son­dern oblig­a­torisch­er Natur…

Homepages zum internationalen Recht

Die deutsche Kester-Haeusler-Stiftung unter­hält ver­schiedene rechtswis­senschaftliche Forschungsin­sti­tute, z.B. für inter­na­tionales Bank- und Kap­i­ta­lan­lagerecht, inter­na­tionales Immo­bilien­recht und inter­na­tionales Erbrecht, auf deren Home­pages ver­schiedene Beiträge zu den genan­nten Rechts­ge­bi­eten erhältlich sind.…

A‑5390/2013: Gruppenersuchen gestützt auf DBA-USA 96 in casu nicht zulässig (Bundesverwaltungsgericht)

…steuerpflichti­gen Ehep­aars, welch­es offen­bar zwecks Ver­mei­dung US-erbrechtlich­er Fol­gen ein Bankkon­to auf eine Dom­izilge­sellschaft über­tra­gen hat­te, schien dem Gericht ein betrugsähn­lich­es Ver­hal­ten denkbar. Gemäss IRS hät­ten diese Bankkun­den mit­tels Deb­itkarten unter Mis­sach­tung der zivil­rechtlichen Struk­tur Bezüge von den Fir­menkon­ten getätigt (E. B.j). Die entsprechen­den Tat­sachen­vor­brin­gen wur­den vom Gericht jedoch als – für ein Grup­pen­er­suchen — zu wenig sub­stan­ti­iert erachtet (E. 7.2.6).…