5A_709/2022: Wegfall des Schlichtungsverfahrens bei selbständiger Unterhaltsklage wegen Vermittlungsversuch der Kindesschutzbehörde

…im Stre­it­fall jedoch keine Entschei­dungskom­pe­tenz zukommt. Da der Beschw­erde­führer die Berech­nungs­grund­lage und damit den neuen Unter­haltsver­trag bestrit­ten habe, habe die KESB also nicht noch eine Eini­gungsver­hand­lung anset­zen müssen, son­dern haben auf Scheit­ern des Eini­gungsver­suchs schliessen und die Parteien auf die Ein­leitung eines Gerichtsver­fahrens ver­weisen dür­fen. Sodann bestre­ite der Beschw­erde­führer nicht, dass vor dem Kan­ton­s­gericht anlässlich der Hauptver­hand­lung ein Ver­mit­tlungsver­such unternommen…

5A_582/2018: Erfüllung der Unterhaltspflicht aus Millionenerbe (amtl. Publ.)

…dage­gen vor Bun­des­gericht und rügte den ihm zuge­muteten Ver­mö­gensverzehr als willkür­lich. Das Bun­des­gericht nutzte die Gele­gen­heit, die Grund­sätze des Ver­mö­gensverzehrs im Unter­halt­srecht aus­führlich darzule­gen (E. 6.1) und kam danach zum Schluss, die Vorin­stanz habe diese Grund­sätze in dreifach­er Hin­sicht ver­let­zt. Sie habe verkan­nt, dass Erb­ver­mö­gen grund­sät­zlich nicht für die Sich­er­stel­lung des Unter­halts beige­zo­gen wer­den könne. Ein Aus­nah­me­fall müsse begrün­det wer­den. Dafür…

5A_1048/2019: Aktienkurse börsenkotierter Gesellschaften nicht notorisch

…ihr Urteils­da­tum hin nochmals aktu­al­isieren müssen. Zu diesen Zeit­punk­ten hat­te das Depot gegenüber dem 8.10.2018 rund Fr. 190‘000.— bzw. rund Fr. 130‘000.— an Wert einge­büsst. Das Bun­des­gericht erwog, es sei nicht zu bean­standen, wenn das Beru­fungs­gericht für den Zeit­punkt der güter­rechtlichen Auseinan­der­set­zung das Datum des erstin­stan­zlichen Urteils als mass­gebend erachtete, da es nicht refor­ma­torisch über den güter­rechtlichen Aus­gle­ich­sanspruch entsch­ieden habe.…

5A_24/2024: Hälftige Teilung der Vorsorgeguthaben trotz langer Trennungsdauer (amtl. Publ.)

…eine im Ver­hält­nis zum effek­tiv­en Zusam­men­leben lange Tren­nung grund­sät­zlich allein keinen wichti­gen Grund im Sinne von Art. 124b Abs. 2 ZGB dar. Aus­nahm­sweise könne eine Abwe­ichung in Betra­cht kom­men, wenn ein Ehe­gat­te nach­weise, aus ern­sthaften und objek­tiv­en Grün­den auf eine frühere Schei­dungsklage verzichtet zu haben, ins­beson­dere weil er die Reak­tion seines Ehe­gat­ten legit­imer­weise habe befürcht­en müssen. Die Ehe­frau habe indessen…

5A_776/2021: Freiburger Rechtsprechung zum “theoretischen Einkommen”

…Das the­o­retis­che Einkom­men ist vom hypo­thetis­chen Einkom­men unter­schei­den. Anders als let­zteres kann es ab Erre­ichung der entsprechen­den Schul­stufe ohne Über­gangs­frist und auch für die Zeit zwis­chen Recht­shängigkeit und Urteil berück­sichtigt wer­den. Es dient einzig dazu, jenen Anteil des Mankos zu bes­tim­men, der auf die Kinder­be­treu­ung zurück­zuführen und über den Betreu­ung­sun­ter­halt auszu­gle­ichen ist. Ob für die Zukun­ft und nach Gewährung einer…

5A_568/2021: Enge Auslegung des Begriffs der lebensprägenden Ehe (amtl. Publ.)

…“Kipp­schal­ters” zu. Die bish­er für das Vor­liegen von Leben­sprä­gung sprechen­den Ver­mu­tun­gen (namentlich das Vorhan­den­sein gemein­samer Kinder) seien zu rel­a­tivieren und hät­ten keine absolute Gel­tung. Leben­sprä­gend sei eine Ehe jeden­falls dann, wenn ein Ehe­gat­te seine ökonomis­che Selb­ständigkeit zugun­sten der Haushalts­be­sorgung und Kinder­be­treu­ung aufgebe und es ihm deswe­gen nach langjähriger Ehe nicht mehr möglich sei, an der früheren beru­flichen Stel­lung anzuknüpfen oder…

5A_454/2020: Definitiver Rechtsöffnungstitel über Volljährigenunterhalt

…“für die Dauer des Getren­ntlebens” vere­in­barten. Mit der Schei­dung trat eine Res­o­lu­tivbe­din­gung ein und der defin­i­tive Recht­söff­nungsti­tel fiel dahin. Grund­sät­zlich ist es rechtlich kri­tisch, wenn sich Eltern über den Kopf des volljähri­gen Kindes hin­weg über den Volljähri­ge­nun­ter­halt eini­gen. Dies tang­iert dessen Anspruch auf rechtlich­es Gehör. Das Bun­des­gericht löst das Prob­lem allerd­ings ele­gant, indem es fes­thält, es ste­he dem Kind offen, durch…

5A_75/2020: Passivlegitimation im Abänderungsprozess (amtl. Publ.)

und das Kind Prozess­parteien seien. Die neue Recht­sprechung entschlackt kün­ftige Abän­derung­sprozesse und ist aus Praxis­sicht zu begrüssen. Warum dem Gemein­we­sen die Schuld­ner­an­weisung zuste­hen soll, obwohl wed­er das Stamm­recht noch zukün­ftig zu bevorschussende Unter­halts­forderun­gen auf das Gemein­we­sen überge­hen, ver­mag das Bun­des­gericht dog­ma­tisch nicht zu begrün­den. Es geste­ht dies auch offen ein, wenn es die Schuld­ner­an­weisung dem Gemein­we­sen aus recht­spoli­tis­chen Grün­den zubilligt.…

5A_476/2022: Berücksichtigung des Einkommens volljähriger Kinder in der Unterhaltsberechnung

…Berech­nung von Volljähri­ge­nun­ter­halt zu befassen. Die Vorin­stanz hat­te bei der Unter­halts­berech­nung den Net­tolehrlingslohn des Kindes zu 30 % in die Unter­halts­berech­nung ein­be­zo­gen. Dage­gen beschw­erte sich der Vater vor Bun­des­gericht und argu­men­tierte unter Beru­fung auf die Lehrmei­n­ung von Patrick Stoud­mann, BGE 147 III 265 ver­lange, dass das gesamte Einkom­men des Kindes bei der Unter­halts­berech­nung berück­sichtigt werde (Stoud­mann, Le divorce en pratique,…

5A_1025/2020: Vorsorgliche Massnahmen vor Rechtshängigkeit der selbständigen Kinderunterhaltsklage

…Für das Erforder­nis der Recht­shängigkeit spreche auch die Kapitelüber­schrift von Art. 303 f. ZPO (“Unter­halts- und Vater­schaft­sklage”) sowie der Kon­text zur Ein­gangs­for­mulierung im zweit­en Absatz (“Ist die Unter­halt­sklage zusam­men mit der Vater­schaft­sklage ein­gere­icht wor­den […]”). Es sei kein sach­lich­er Grund ersichtlich, selb­ständi­ge Unter­halt­skla­gen und Unter­halt­skla­gen ver­bun­den mit ein­er Vater­schaft­sklage unter­schiedlich zu behan­deln. Es sei auch kein Bedürf­nis erkennbar, vor Recht­shängigkeit der…