4A_525/2011: Anlageberatungsvertrag, Emittentenrisiko, Lehman Brothers

Im Entscheid 4A_525/2011 hat­te sich das Bun­des­gericht mit diversen Fra­gen zu den Pflicht­en der Bank im Rah­men eines Anlage­ber­atungsver­hält­niss­es zu äussern. Gegen­stand der Stre­it­igkeit waren Ver­luste im Zusam­men­hang mit einem struk­turi­erten Pro­dukt, das von Lehman Broth­ers emit­tiert wor­den war. Die Bankkundin warf ihrer Hausbank (Cred­it Suisse) vor, ihrer börsen­ge­set­zlichen und ver­traglichen Aufk­lärungs- und Infor­ma­tion­spflicht bzw. ihrer Warnpflicht nicht nachgekom­men zu sein.…

4A_429/2014: Madoff / Vertraglicher Befreiungsanspruch der Bank gegenüber Bankkundin bejaht

…definierte Peri­ode vor Auf­fliegen des Mad­off-Betrugs ein. Die Klage der Liq­uida­toren umfasste auch die hier rel­e­vante Auszahlung von rund USD 1 Mio. In diesem Umfang weigerte sich die Bank, gegenüber der Bankkundin Liq­uid­ität freizugeben bzw. Auszahlun­gen von den Bankkon­ten vorzunehmen. Vor Bun­des­gericht war im Wesentlichen strit­tig, inwiefern sich die Bank auf­grund ihrer Inanspruch­nahme im US-Ver­fahren gegenüber ihrer Bankkundin auf einen…

4A_331/2010: Vermögensverwaltung, Aufklärungspflicht der Bank

…von der Bank darauf hingewiesen wor­den, dass sie die gewün­scht­en Titel nicht kenne und diese mit Risiken ver­bun­den seien. Gemäss Bun­des­gericht war die Bank damit ihrer Aufk­lärungspflicht gehörig nachgekom­men:   2.3 […] Mehr durfte von der [Bank] nicht erwartet wer­den. Wenn der [Kunde] trotz dieser War­nun­gen am Kau­fauf­trag fes­thielt, so kann er nicht nachträglich die [Bank] für die mit den Aktien…

2C_276/2009: Unerlaubte Entgegennahme von Publikumseinlagen sowie unbewilligte Tätigkeit als Bank und Emissionshaus/Liquidation (Gruppenbegriff)

…Effek­ten­händlern vor­be­hal­te­nen Tätigkeit­en nach, kann die EBK bzw. FINMA sie auf­sicht­srechtlich liq­ui­dieren. Das Vorge­hen soll dabei den Hauptzweck­en der finanz­mark­trechtlichen Geset­zge­bung Rech­nung tra­gen. Erweist sich das Unternehmen als über­schuldet oder dauernd zahlung­sun­fähig, ist über den unbe­wil­ligt auftre­tenden Finanz­in­ter­mediär ana­log den Art. 33 ff. BankG der Bankenkonkurs zu eröff­nen und durchzuführen. Die Sanierungs­fähigkeit (Art. 28 ff. BankG) braucht in der Regel…

4A_406/2014: Anspruch auf Kopien von Dokumenten, die an amerikanische Behörden übermittelt wurden (amtl. Publ.)

…in den Räum­lichkeit­en der Bank genügte nicht. Die Bank wurde überdies verpflichtet bekan­nt zu geben, an welchem Datum die Unter­la­gen an welche amerikanis­che Behörde über­mit­telt wor­den waren. Das Bun­des­gericht bestätigte den kan­tonalen Entscheid. Die Bank berief sich vor Bun­des­gericht verge­blich auf Art. 47 BankG und Art. 162 StGB (E. 5). Das Bun­des­gericht erwog, die Bank habe sel­ber aus­ge­führt, die Kundendaten…

4A_688/2011 (amtl. Publ.) / Auskunftspflicht Bank über bankinterne Personendaten / Art. 8 DSG

Im Entscheid 4A_688/2011 (zur amtl. Publ. vorge­se­hen) bejahte das Bun­des­gericht die grund­sät­zliche Pflicht der Bank, Kun­den Auskun­ft über bankinterne, sie betr­e­f­fende Per­so­n­en­dat­en zu erteilen.  Dem Entscheid lag verkürzt fol­gen­der Sachver­halt zugrunde: Zwei Bankkun­den macht­en gel­tend, die Bank habe über ihr Konto/Depot eigen­mächtige Option­s­geschäfte abgewick­elt. Vor­prozes­su­al ver­langten sie von der Bank die Doku­men­ta­tion ins­beson­dere zum Kun­den­pro­fil und zum Anlageziel. Die Bank

2C_929/2010: Entgegennahme von Publikumseinlagen / Werbeverbot / “naming and shaming”

Im Entscheid 2C_929/2010 hat­te sich das Bun­des­gericht mit Fra­gen der bewil­li­gungslosen Ent­ge­gen­nahme von Pub­likum­sein­la­gen sowie dem sog. Wer­be­ver­bot bzw. der auf­sicht­srechtlichen Mass­nahme des soge­nan­nten “nam­ing and sham­ing” zu befassen. Zunächst erin­nert das Bun­des­gericht an die Regelung in Art. 1 Abs. 2 BankG, wonach es Per­so­n­en, die dem Bankenge­setz nicht unter­ste­hen, ver­boten ist, gewerb­smäs­sig Pub­likum­sein­la­gen ent­ge­gen­zunehmen, d.h. das sog. bankenmäs­siges Passivgeschäft…

4A_170/2015, 4A_168/2015: Anspruch eines Bankkunden auf Barauszahlung bejaht, auch ohne vorherige Unterzeichnung einer Steuerkonformitätsbescheinigung

Das Bun­des­gericht hat­te in den Entschei­den 4A_168/2015 und 4A_170/2015 die Gele­gen­heit, sich zur Frage der Barauszahlung von Kon­toguthaben aus­ländis­ch­er Bankkun­den zu äussern. Bei­den Fällen lag fol­gen­der Sachver­halt zugrunde: Kläger waren je ital­ienis­che Staats­bürg­er, die eine mehrjährige Ver­trags­beziehung zur beklagten Schweiz­er Bank hat­ten. Im Okto­ber 2013 forderte die Bank die Kun­den auf, eine Steuerkon­for­mitäts­bescheini­gung abzugeben. Im Feb­ru­ar 2014 teilte die Bank

WEKO: Bussen gegen Grossbanken wegen Zinsderivat-Kartellen

…Selb­stanzeige von Deutsche Bank (Sank­tion­ser­lass); Bonus­regelung für Bar­clays,  Roy­al Bank of Scot­land und Société Générale (Sank­tion­sre­duk­tion); Ver­fahren gegenüber diesen vier Banken mit ein­vernehm­lichen Regelun­gen abgeschlossen. Weit­er­führung des Ver­fahrens gegen fünf weit­ere Banken, konkret BNP Paribas, Crédit Agri­cole, HSBC, JPMor­gan und Rabobank. 4. Yen LIBOR/Euroyen TIBOR: Sank­tio­nen gegen Cit­i­group, Deutsche Bank, JPMor­gan und Roy­al Bank of Scot­land; Ver­fahren gegenüber diesen vier…

6B_729/2010: Mangelnde Sorgfalt bei Finanzgeschäften; Geldwäscherei, Kriminelle Organisation (amtl. Publ.)

…ver­haftet wur­den. Die brasil­ian­is­che Presse, welche der Bankmitar­beit­er täglich las, berichtete ab Novem­ber 2003 aus­führlich über den Fall. Im Novem­ber 2003 informierte der Bankmitar­beit­er die Com­pli­ance-Abteilung über die Ver­haf­tung der Mut­ter des wirtschaftlich Berechtigten sowie über weit­ere erste Erken­nt­nisse aus dem brasil­ian­is­chen Strafver­fahren. Seinem Vorge­set­zten schlug er vor, das Kon­to intern zu block­ieren, indes vor­erst noch keine Mel­dung an die…