5A_267/2016: Verzicht auf einen Anspruch als Entäusserung von Vermögenswerten i.S.v. Art. 527 Ziff. 4 ZGB

Dem Entscheid lag fol­gen­der Sachver­halt zugrunde: Die Ehe­gat­ten C. und D. hat­ten zwei gemein­same Kinder, den Sohn A. und die Tochter B. Vater C. ver­starb im Jahr 1983. In ein­er let­ztwilli­gen Ver­fü­gung set­zte er seine Ehe­frau D. als Vorerbin und seinen Sohn A. als Nacher­ben von zwei Grund­stück­en ein. Die Kinder set­zte er auf den Pflicht­teil und die ver­füg­bare Quote…

5A_117/2021: Aufteilung des Barunterhalts und Berechnung der Betreuungsanteile

…Eltern­teilen befür­worten. Vor diesem Hin­ter­grund und da kein offen­sichtlich­er Ver­stoss gegen die Grund­sätze zur Aufteilung des Barun­ter­halts und der Recht­sprechung ersichtlich sei, könne die Lösung der Vorin­stanz nicht als willkür­lich beze­ich­net wer­den. Auch der gewählte Aufteilungss­chlüs­sel sei nicht willkür­lich. In einem früheren Urteil (BGer 5A_743/2017 vom 22.5.2019 E. 2.2) habe das Bun­des­gericht fest­ge­hal­ten, der Betreu­ungsan­teil von Schulkindern könne ermit­telt werden,…

4A_178/2019, 4A_192/2019: Zahlungsauftrag per gefälschter E‑Mail, Rückerstattungsanspruch des Bankkunden und Gegenanspruch auf Schadenersatz der Bank (amtl. Publ.)

…ungewöhn­lich gewe­sen, und zwar auf­grund deren Häu­figkeit (innert weniger Tage), deren Höhe und der Tat­sache, dass bei­de Aufträge iden­tis­che Beträge betrof­fen hät­ten. Unter diesen Umstän­den, so das Bun­des­gericht, scheinen die Fehler, welche die Vorin­stanz der Buch­hal­tungsangestell­ten und damit der A. AG zugeschrieben hätte (Art. 101 OR), in der Kette der Ursachen, die zum Schaden geführt hät­ten, weit ent­fer­nt zu sein,…

5A_294/2021: Kompetenzabgrenzung zwischen Eheschutz- und Scheidungsgericht (amtl. Publ.)

…dürfe erst erge­hen, wenn das Gericht über sämtliche Entschei­dungs­grund­la­gen ver­füge, um zu beurteilen, ob der gel­tend gemachte Anspruch begrün­det oder unbe­grün­det sei (sog. Spruchreife). Das Gericht müsse alle Tat­sachen und Beweis­mit­tel berück­sichti­gen, die eine Partei zuläs­siger­weise in den Prozess ein­bringe. Dem Eheschutzgericht obliege es daher, das Eheschutzver­fahren unter Ein­schluss sämtlich­er nach Art. 229 und 317 ZPO zu berück­sichti­gen­den Tat­sachen und

5A_712/2021: Verhältnis zwischen vorsorglichem Massnahmen- und Endentscheid bei selbständiger Unterhaltsklage

…der Beschw­erde­führer dage­gen, dass die Vorin­stanz die Unter­halts­beiträge im Endentscheid trotz Vor­liegen eines vor­sor­glichen Unter­halt­sentschei­ds rück­wirk­end fes­tlegte und deut­lich erhöhte. Das Bun­des­gericht erwog, vor­sor­gliche Mass­nah­men wür­den bis zum Ein­tritt der Recht­skraft des Endentschei­ds gel­ten. Mit Ablauf der Rechtsmit­tel­frist trete bei vor­sor­glichen Mass­nah­men die formelle Recht­skraft ein und sie kön­nten grund­sät­zlich wed­er rück­wirk­end wider­rufen noch abgeän­dert wer­den. Gemäss Recht­sprechung zum Scheidungsrecht…

5A_597/2022: Überschussanteil des Kindes unverheirateter Eltern

…eige­nen Bedarfs, dem Bedarf von C. und dem Betreu­ung­sun­ter­halt für C. ein Über­schuss von Fr. 2’000.–. Vari­ante 1 (Mehrheitsmei­n­ung): Der obhuts­berechtigte Eltern­teil A. wird in die Berech­nung des Über­schus­san­teils mitein­be­zo­gen, wie wenn die Eltern ver­heiratet wären. Der Über­schuss wird rech­ner­isch nach grossen und kleinen Köpfen auf A. (2/5), B. (2/5) und C. (1/5) aufgeteilt. C. hat entsprechend Anspruch auf einen Überschussanteil…

5A_176/2023: Abänderung des Kindesunterhalts wegen Mehreinkommens des betreuenden Elternteils (amtl. Publ.)

…kein Grund mehr, weit­er­hin Betreu­ung­sun­ter­halt auszuricht­en. Daher dürfe in diesem Fall eine Abän­derung des Betreu­ung­sun­ter­halts nicht prinzip­iell aus­geschlossen wer­den. Vielmehr habe eine Anpas­sung des Betreu­ung­sun­ter­halts zu erfol­gen, sofern die einge­tretene Änderung dauer­haft und wesentlich sei. Eine weit­erge­hende Gesamt­be­tra­ch­tung erweise sich beim Betreu­ung­sun­ter­halt als unzuläs­sig (E. 5.3.3).  Anderes gelte beim Barun­ter­halt, der die (direk­ten) Kosten für das Kind abdecke. Bei dessen…

5A_108/2023: Angabe eines Mindestwerts bei unbezifferter güterrechtlicher Forderung

…Partei, die eine unbez­if­ferte Forderungsklage erhebe, einen Min­dest­wert für die Forderung angebe. Dieser Min­dest­wert gelte als vor­läu­figer Stre­itwert. Dieses Erforder­nis habe mehrere Gründe: Es diene in erste Lin­ie dazu, die sach­liche Zuständigkeit des Gerichts und die Ver­fahren­sart festzule­gen. Weit­er könne es notwendig sein, um den Kosten­vorschuss und eine allfäl­lige Sicher­heit­sleis­tung festzule­gen (E. 5.2.1). Die güter­rechtliche Auseinan­der­set­zung in einem Schei­dungsklagev­er­fahren sei…

5A_847/2021: Erstmalige Bezifferung der güterrechtlichen Forderung im Schlussvortrag

…Okto­ber 2013 eine Schei­dungsklage ein, in der sie beantragte, das Gericht solle die Parteien güter­rechtlich auseinan­der­set­zen. Erst­mals in ihrem Schlussvor­trag vom 13. Dezem­ber 2019 bez­if­ferte sie ihre güter­rechtliche Forderung und beantragte, der Ehe­mann habe ihr Fr. 124’521’191.50 zzgl. 5 % Zins ab Urteils­da­tum zu bezahlen. Vor Bun­des­gericht rügte der Ehe­mann, die Voraus­set­zun­gen der unbez­if­fer­ten Forderungsklage seien nicht erfüllt, und selbst…

5A_256/2016 — Hirschmann II: Persönlichkeitsverletzung durch Medienkampagne; Substantiierung bei Stufenklage; erneute Rückweisung ans HGer ZH (amtl. Publ.)

und Schaden­er­satz. Das BGer hiess eine Beschw­erde gegen dieses Urteil im genan­nten Entscheid vom Mai 2015 teil­weise gut und wies die Sache an das HGer zurück, u.a. betr. die Ansprüche auf Gewinnher­aus­gabe und auf Genug­tu­ung. Das Han­dels­gericht hat­te darauf (im Feb­ru­ar 2016) ein neues Urteil gefällt, wobei die Ansprüche Gewinnher­aus­gabe und Schaden­er­satz erneut abgewiesen wur­den. Dage­gen ist Hirschmann nochmals ans…