5A_163/2009: Kein Recht des Klienten auf Zeugnis des Anwalts (amtl. Publ.)

Der Anwalt, der sein Beruf­s­ge­heim­nis ver­let­zt, bege­ht gegenüber seinem Klien­ten eine Per­sön­lichkeitsver­let­zung, wie das BGer bere­its früher fest­gestellt hat. Im vor­liegen­den Fall hat das BGer entsch­ieden, dass der Klient aus seinem Per­sön­lichkeit­srecht gegenüber seinem Anwalt aber kein Recht auf Beweis ableit­en kann, das den Anwalt dazu verpflicht­en würde, in einem Ver­fahren als Zeuge über Tat­sachen auszusagen, die dem Beruf­s­ge­heim­nis unterstehen.…

UBI: SF-Berichterstattung zum Fall Holenweger verletzte das Sachgerechtigkeitsverbot

Die Unab­hängige Beschw­erde­in­stanz für Radio und Fernse­hen (UBI) hat eine Beschw­erde gegen einen Beitrag der “Tagess­chau” vom 18. Dezem­ber 2009 teil­weise gut­ge­heis­sen. Der Entscheid bet­rifft die Berichter­stat­tung über den Abschluss der Vorun­ter­suchung im Fall Holen­weger. Es wurde ein ein­seit­iges Bild zum Abschluss der Vorun­ter­suchung im Fall Holen­weger ver­mit­telt, indem nur der Stand­punkt des Unter­suchungsrichters wiedergegeben wur­den. Dies ver­let­zt das Sachgerechtigkeitsgebot…

5A_658/2014: Carl Hirschmann — Persönlichkeitsverletzungen durch Medien; Bestimmtheit des Rechtsbehrens; “Mitwirkung” durch Verlinkung?;

Nach Medi­en­bericht­en über Carl Hirschmann, in denen Hirschmann diverse Charak­ter­män­gel und Ver­hal­tensweisen vorge­wor­fen wur­den, klagte dieser vor dem Han­dels­gericht Zürich gegen Tame­dia, 20 Minuten und Espace Media u.a. auf Fest­stel­lung der Wider­rechtlichkeit bes­timmter Aus­sagen, auf Schaden­er­satz und auf Genug­tu­ung. Das HGer ZH hat­te die Klage teil­weise gut­ge­heis­sen und wenige Artikel als per­sön­lichkeitsver­let­zend beurteilt. Das BGer hat­te in seinem (stel­len­weise eher…

5A_561/2010: Persönlichkeitsverletzung durch forensisches Gutachten “durch Gesetz” gerechtfertigt

Wird durch eine foren­sis­che Begutach­tung im Rah­men eines Strafver­fahrens die Per­sön­lichkeit des Proban­den ver­let­zt, ist dies “durch Gesetz” gerecht­fer­tigt (ZGB 28 II), denn der Gutachter übt als Hil­f­sper­son des Gerichts eine hoheitliche Tätigkeit aus. Das BGer kon­nte im vor­liegen­den Fall, in welchem der Proband in die Begutach­tung überdies eingewil­ligt hat­te, offen­lassen, ob eine Diag­nose über­haupt eine Per­sön­lichkeitsver­let­zung darstellt. Das KGer…

5A_843/2013: Anordnung einer Beistandschaft in der Regel nicht ohne externes Gutachten (amtl. Publ.)

Anlass zum vor­liegen­den Urteil des BGer gab die Errich­tung ein­er umfassenden Bei­s­tand­schaft ohne Beizug eines Experten. Das Gen­fer Tri­bunal de pro­tec­tion de l’adulte et de l’enfant hat­te nach einem Hin­weis eines Kranken­haus­es nach Anhörung der behan­del­nden Ärzte und auf der Grund­lage der Akten eine Bei­s­tand­schaft ange­ord­net. Die zweite Instanz hat­te diese Mass­nahme bestätigt. Das BGer hebt diesen Entscheid auf. Eine…

5A_275/2011: Kriterien der Rechtsmissbräuchlichkeit einer Gegendarstellung nach Berichtigung durch das Medium (amtl. Publ.)

Das BGer schützt ein Gegen­darstel­lungs­begehren der Kranken­ver­sicher­er ÖKK und Sym­pa­ny, das sich gegen den K‑Tipp bzw. dessen franzö­sis­chsprachiges Pen­dant Bon à savoir richtete. Die Zeitschriften hat­ten in ein­er Umfrage zur Kun­den­zufrieden­heit bei Kranken­ver­sicher­ern die ÖKK und die Sym­pa­ny als Ein­heit behan­delt, obwohl bei­de eigen­ständi­ge Ver­sicher­er sind. Der K‑Tipp und Bon à savoir hat­ten jew­eils auf ihrer Web­site frei­willig einen Kor­rek­turhin­weis angebracht,…

Datenbank zum Datenschutzrecht

Das Insti­tut für Euro­parecht der Uni­ver­sität Freiburg hat in Zusam­me­nar­beit mit dem Eid­genös­sis­chen Daten­schutz- und Öffentlichkeits­beauf­tragten (EDÖB) sowie mit pri­va­tim, der Vere­ini­gung der schweiz­erischen Daten­schutzbeauf­tragten, eine Daten­bank auf dem Gebi­et des Daten­schutzes erstellt. Die Daten­bank bietet einen Überblick über die kan­tonale Recht­sprechung zum Daten­schutzrecht (derzeit ca. 100 Entschei­de). Die — nach Schlag­wörtern und Kan­to­nen geord­neten — Urteile wer­den jew­eils zusammengefasst…

2C_899/2008: Kündigung des Vertrags mit U1TV durch die Cablecom rechtmässig (amtl. Publ.)

Nach­dem Cable­com den Ver­trag mit U1 TV über die analoge Ver­bre­itung des Pro­gramms gekündigt hat­te, hielt das BGer fest, dass diese Kündi­gung zu Recht erfol­gte und nicht gegen die “Must car­ry-Rule” von RTGV 60 ver­stiess. Nach RTVG 60 I kann das Bakom eine Fer­n­melde­di­en­stan­bi­eterin wie die Cable­com verpflicht­en, ein Pro­gramm für eine bes­timmte Dauer in einem bes­timmten Gebi­et zu verbreiten,…

5A_376/2013: Ehrverletzung durch den “Blick” zulasten von Michael von der Heide durch Fotomontage; keine Satire

Den Euro­vi­sion Song Con­test 2010 hat­te Lena Mey­er-Lan­drut für Deutsch­land gewon­nen. Für die Schweiz war Michael von der Hei­de mit wenig Erfolg ange­treten. In der Folge hat­te der “Blick” eine Fotomon­tage veröf­fentlicht, die den Kopf von von der Hei­de auf dem Kör­p­er von Mey­er-Lan­drut zeigte, mit der Schlagzeile: «Wir wollen auch eine Lena! … aber keine mehr von der Heide».…

4A_647/2014: SRG-Werbespot kein nur symbolischer oder plakativer Werbevergleich

Das BGer schützt ein Urteil des HGer ZH in einem Stre­it zwis­chen Tame­dia und der SRG. Den Anlass dazu gab ein Werbespot der SRG in eigen­er Sache auf der SRG-Web­site und auf Youtube, in dem die SRG u.a. behauptete,  die Kosten für das tägliche Fernse­hen seien niedriger als jene fürdie  tägliche Zeitungslek­türe. Die Tame­dia hat­te darauf beim HGer ZH erfolgreich…