2C_988/2017: Vertraulichkeit von Vergleichsgesprächen; Verstoss gegen die anwaltlichen Berufsregeln (Art. 12 lit. a BGFA; amtl. Publ.)

…Strafanzeige ein­gere­icht wor­den sei oder werde. Darüber hin­aus habe sich der Anwalt sel­ber der Gefahr aus­ge­set­zt, wegen Ver­stoss gegen Art. 179ter Abs. 2 StGB strafrechtlich ver­fol­gt zu wer­den. Da aus dem ange­focht­e­nen Entscheid nicht her­vorge­he, dass der Anwalt tat­säch­lich auf dieser Basis verurteilt wor­den sei, stelle sich die Frage ein­er erneuten Ver­let­zung von Art. 12 lit. a BGFA indessen nicht…

1B_504/2011: Anspruch auf amtliche Verteidigung im Jugendstrafverfahren (amtl. Publ.)

…dürfe jedoch dem Jugendlichen nicht den Rechtss­chutz entziehen, der dem erwach­se­nen Beschuldigten zuste­ht, jeden­falls dann nicht, wenn er mit ver­gle­ich­baren Sank­tio­nen strafrechtlich­er Natur zu rech­nen hat. Dass Jugen­dan­wältin­nen und Jugen­dan­wälte die Offizial­maxime anzuwen­den und primär die Entwick­lung des fehlbaren Jugendlichen (und erst sekundär das Ver­hält­nis der zu ver­hän­gen­den Strafe oder Mass­nahme zur Tatschuld) zu berück­sichti­gen hät­ten, ver­möge daran nichts zu…

2C_776/2013: EMRK 6 auf spielbankenrechtliche Sanktionen anwendbar; Zugriff auf Pflichtdokumentation; Verjährung; Verwendung von GwG-Daten; Sanktionsbemessung (amtl. Publ.)

…Unter­la­gen trotz entsprechen­der geset­zlich­er Grund­la­gen nicht mehr zurück­greifen, würde eine auf­sichts- bzw. damit ver­bun­dene strafrechtsähn­liche Durch­set­zung der materiellen geset­zlichen Pflicht­en in beauf­sichtigten Wirtschafts­bere­ichen (Finanz­markt, Spiel­banken usw.) prak­tisch verun­möglicht. Bildet der nemo-tene­tur-Grund­satz bei natür­lichen Per­so­n­en (auch) einen Aus­fluss aus der Men­schen­würde, fehlt dieser — spez­i­fisch grun­drechtliche — Aspekt bei geset­zlichen Her­aus­gabepflicht­en von juris­tis­chen Per­so­n­en und Unternehmen. […] Was sodann die Ver­jährung betrifft,…

Inkrafttreten von NSAG und NSAV

…Dezem­ber 2011 in Kraft zu set­zen. Die Auto­bah­n­vi­gnette kostet weit­er­hin 40 Franken pro Jahr. Die Busse für das Fahren ohne Vignette wird von 100 auf 200 Franken erhöht. Neu kann der Zoll die Kon­trollen an der Gren­ze und die Ahn­dung von Vignetten­ver­stössen pri­vat­en Organ­i­sa­tio­nen über­tra­gen. Die mehrfache Ver­wen­dung oder die Manip­u­la­tion ein­er Vignette kann nach dem schweiz­erischen Strafrecht geah­n­det werden.…

RR.2009.329: Haftentlassung Polanskis

…ver­mö­gen, son­dern lediglich nachträglich anzeigen kön­nen, wie das Gericht ein­räumt, wird Polan­s­ki so überwacht in seinem Gstaad­er Ferien­haus auf eine allfäl­lige Aus­liefer­ung an die amerikanis­che Strafjus­tiz warten, die ihn wegen des sex­uellen Miss­brauchs ein­er Min­der­jähri­gen vor über 30 Jahren strafrechtlich zur Ver­ant­wor­tung ziehen will. Durch die genan­nten Mass­nah­men soll die – nach wie vor hoch eingestufte – Flucht­ge­fahr „nach menschlichem…

Rückerstattung von Potentatengeldern: RuVG in Kraft getreten

…(IRSG). Es sieht einen von der Strafver­fol­gung der PEP zu unter­schei­den­den Ver­fahrensweg vor, indem es die Einziehung von Ver­mö­genswerten, die offen­sichtlich unrecht­mäs­siger Herkun­ft sind, ohne vorgängige strafrechtliche Verurteilung der betr­e­f­fend­en PEP ermöglicht. In der heuti­gen Medi­en­mit­teilung des Eid­genös­sis­chen Departe­ments für auswär­tige Angele­gen­heit­en (EDA) heisst es zum Ver­fahren: In diesem Sinne kann der Bun­desrat das Eid­genös­sis­che Finanzde­parte­ment (EFD) beauf­tra­gen, vor dem…

1B_134/2011: Ausschluss eines Gerichtsberichterstatters aus einer strafgerichtlichen Hauptverhandlung (amtl. Publ.)

…Bere­ich des Strafrechts in den meis­ten Fällen auch ent­behrlich ist. Indes kann eine Berichter­stat­tung mit Namen­snen­nung im Zusam­men­hang mit dem Ver­dacht, es sei eine Straftat began­gen wor­den, bei Per­so­n­en der Zeit­geschichte je nach der Inter­essen­lage gerecht­fer­tigt sein (BGE 129 III 529 E. 3.2 S. 532 f. mit Hin­weisen). Um Per­so­n­en der Zeit­geschichte han­delte es sich bei den Parteien des bezirksgerichtlichen…

6B_851/2010: Pfändungsbetrug

…der schweiz­erischen Zwangsvoll­streck­ung ent­zo­gen, könne aber für die Bes­tim­mung des Exis­tenzmin­i­mums sowie für die Frage, ob in der Schweiz gele­gene Gegen­stände unpfänd­bar seien, eine Rolle spie­len (E. 2.3.2 mit Hin­weis auf BGE 114 IV 11 E. 1b). Diese Über­legung müsste auch in die strafrechtliche Bew­er­tung der Infor­ma­tion­spflicht bezüglich Geld, das aus dem Exis­tenzmin­i­mum anges­part wurde, ein­fliessen: 2.3.2 […] Der Schuldner…

4A_15/2009: Das Anwaltsgeheimnis muss Erben des Klienten entgegengehalten werden (amtl. Publ).

…par­ti­c­ulières [sc. das strafrechtlich geschützte Beruf­s­ge­heim­nis] pri­ment les règles générales con­cer­nant le con­trat de man­dat [sc. die all­ge­meine Ver­schwiegen­heit­spflicht des Beauf­tragten, die nach dem Tod des Auf­tragge­bers gegenüber den Erben fortbeste­ht und diesen fol­glich nicht ent­ge­genge­hal­ten wer­den kann], en tant qu’elles ne con­cor­dent pas entière­ment avec ces dernières. Il s’ensuit que, con­for­mé­ment à l’opinion de la doc­trine presque unanime, le…