EGMR-Urteil iS Stoll: Meinungsäusserungsfreiheit nicht verletzt

…ist über den konkreten Fall hin­aus bedeut­sam. Es enthält Antworten auf die Frage, in welchem Mass die Mit­glied­staat­en der Europäis­chen Men­schen­recht­skon­ven­tion (EMRK) die Ver­traulichkeit des diplo­ma­tis­chen Verkehrs auch mit strafrechtlichen Mit­teln schützen kön­nen, ohne dadurch die Mei­n­ungs­frei­heit zu ver­let­zen. In diesem Sinn wird das Urteil auch den Entscheid bee­in­flussen, ob Artikel 293 des Strafge­set­zbuch­es (Veröf­fentlichung amtlich­er geheimer Ver­hand­lun­gen) durch eine…

ZIS: Beiträge zur transnationalen Strafverfolgung

Die aktuelle Aus­gabe der Zeitschrift für Inter­na­tionale Strafrechtsdog­matik (ZIS 2/2011) berichtet über das 1. Tri­er­er Forum zum Recht der Inneren Sicher­heit (TRIFORIS) mit dem Schw­er­punk­t­the­ma “Transna­tionale Strafver­fol­gung”. Die in der ZIS erschienen Tagungs­beiträge sind kosten­los ein­se­hbar, unter anderem: Wolf­gang Bär, Transna­tionaler Zugriff auf Com­pu­t­er­dat­en (S. 53 ff.) Bernd Heck­er, Juris­dik­tion­skon­flik­te in der EU (S. 60 ff.) Mark A. Zöller, Der Aus­tausch von…

6B_567/2020: Würdigung eines Gutachtens (amtl. Publ.)

…Nach dem Grund­satz der freien Beweiswürdi­gung entschei­den die Organe der Strafrechtspflege frei von Beweis­regeln und nur nach ihrer per­sön­lichen Ansicht auf­grund gewis­senhafter Prü­fung darüber, ob sie eine Tat­sache für erwiesen hal­ten (vgl. Art. 10 Abs. 2 StPO). Die Prü­fung der Glaub­haftigkeit von Aus­sagen ist primär Sache der Gerichte. Bei Auf­fäl­ligkeit­en in der Per­son kann ein Glaub­haftigkeits- bzw. Glaub­würdigkeitsgutacht­en als sach­lich geboten…

Manifest zur Europäischen Kriminalpolitik

Die inter­na­tionalen Wis­senschaft­ler­gruppe “Euro­pean Crim­i­nal Pol­i­cy Ini­tia­tive” hat vorgestern ein “Man­i­fest zur Europäis­chen Krim­i­nalpoli­tik” ver­ab­schiedet. Das Man­i­fest kann hier in sieben ver­schiede­nen Sprachen einge­se­hen wer­den, und auf der Home­page der Euro­pean Crim­i­nal Pol­i­cy Ini­tia­tive und der Zeitschrift für inter­na­tionale Strafrechtsdog­matik (ZIS) find­en sich Hintergrundinformationen.…

6B_114/2008: Zäsur bei Dauerdelikten (amtl. Publ.)

…Anlass der Bestra­fung und Grund­lage der Strafzumes­sung, son­dern die von Zufäl­ligkeit­en abhängige Geschwindigkeit der Strafver­fol­gung, die zur Kon­struk­tion von Zäsur­wirkun­gen führt. Die Prob­lematik man­i­festiert sich im Beson­deren bei der Kon­stel­la­tion, in welch­er die infolge der Zäsur­wirkung in ver­schiede­nen Strafver­fahren aus­ge­sproch­enen Strafen die im fraglichen Tatbe­stand ange­dro­hte Höch­st­strafe in ihrer Gesamtheit über­schre­it­en. In diesem Fall wird das Schuld­prinzip, auf welchem das Strafrecht

6B_1310/2021: Keine adhäsionsweise Geltendmachung vertraglicher Ansprüche im Strafverfahren (amtl. Publ.)

…Eigen­tum stützen und die anerkan­nter­massen Gegen­stand ein­er Adhä­sion­sklage sein kön­nen, weisen die Gemein­samkeit des Vor­liegens ein­er rechtswidri­gen Hand­lung auf. Ver­tragliche Ansprüche beruhen jedoch auf Ver­trag und nicht auf dem Vor­liegen ein­er Straftat. Sie sind davon unab­hängig und kön­nen daher nicht aus ein­er strafrechtlich rel­e­van­ten Hand­lung abgeleit­et wer­den (E. 3.2.2). Das Bun­des­gericht kam deshalb zum Schluss, dass der Begriff der Zivilk­la­gen i.S.v.…

8C_343/2014: Weiterbeschäftigungsanspruch nach Strafverfahren gegen Stadtverwaltung verneint

…des Stad­trats und der Stadtschreiberin erstat­tet und ein Strafver­fahren wegen übler Nachrede bis vor Bun­des­gericht durchge­zo­gen habe, komme eine Weit­erbeschäf­ti­gung an einem anderen Ort inner­halb der Stadtver­wal­tung nicht mehr in Frage. Zwar stelle das strafrechtliche Vorge­hen ein legales Mit­tel zur Vertei­di­gung der eige­nen Rechte dar, doch sei damit auch das vorhan­dene starke Zer­würf­nis mit der Stadtver­wal­tung ins­ge­samt belegt (E. 6.4.2).…

Botschaft zur Änderung des Börsengesetzes verabschiedet

Der Bun­desrat hat am 31. August 2011 die Botschaft zur Änderung des Börsen­ge­set­zes (Börsende­lik­te und Mark­t­miss­brauch) ver­ab­schiedet. Aus der Medi­en­mit­teilung: “Mit der Revi­sion wer­den Nor­men geschaf­fen, die mark­t­miss­bräuch­lich­es Ver­hal­ten effizient bekämpfen und damit die Wet­tbe­werb­s­fähigkeit des schweiz­erischen Finanz­platzes stärken. Auf Ebene des Strafrechts wird ins­beson­dere der Straftatbe­stand des Insider­han­dels aus­gedehnt. Das Aus­nützen von Insid­er­in­for­ma­tio­nen ist neu für jed­er­mann ver­boten. Sowohl…

1C_420/2010: Wohnsitz im Sinne des OHG (amtl. Publ.)

…Wohn­sitz in der Schweiz war und ist gemäss Art. 11 Abs. 3 aOHG bzw. Art. 17 Abs. 1 OHG eine Voraus­set­zung für Entschädi­gung und Genug­tu­ung, sofern sowohl der strafrechtliche Bege­hungs- als auch der Erfol­gsort im Aus­land liegen (vgl. BGE 124 II 507 E. 2b S. 508 f.). Die Vorin­stanz hat­te den Wohn­sitz primär nach Art. 20 IPRG bes­timmt, was insofern…