ZIS: Aufsätze zum Wirtschaftsstrafrecht

In der aktuellen Aus­gabe der Zeitschrift für Inter­na­tionale Strafrechtsdog­matik (ZIS 1/2011) find­en sich unter anderem fol­gende Beiträge (kosten­frei ein­se­hbar): ein Auf­satz zur “Beteili­gung durch Unter­lassen an frem­den Straftat­en” von Matthias Krüger, der sich mit der Straf­barkeit eines untätig bleiben­den Com­pli­ance Offi­cers auseinan­der­set­zt (S. 1 ff.), sowie ein Artikel über “Organ­i­sa­tion­sh­errschaft und Selb­stver­ant­wor­tung­sprinzip” im Strafrecht von Luís Gre­co, welch­er der Frage nachgeht,…

ZIS-Beitrag: Strafrechtliche Verantwortung von Compliance-Beauftragten

In der neuesten Aus­gabe der Zeitschrift für Inter­na­tionale Strafrechtsdog­matik (ZIS 7/2001) äussern sich Hen­drik Schnei­der und Peter Gottschaldt zu “Offe­nen Grund­satzfra­gen der strafrechtlichen Ver­ant­wortlichkeit von Com­pli­ance-Beauf­tragten in Unternehmen”. Die Aus­führun­gen beziehen sich zwar vor­rangig auf das deutsche Recht, lassen sich aber auf schweiz­erische Rechtsver­hält­nisse über­tra­gen. Die Autoren kom­men zu fol­gen­den Ergeb­nis­sen: Die Garan­ten­stel­lung des Com­pli­ance-Ver­ant­wortlichen ergibt sich aus dem Arbeitsvertrag,…

6B_490/2010: Anrechnung vorsorglicher jugendstrafrechtlichen Schutzmassnahme auf Freiheitsentzug (amtl. Publ.)

…zum Tra­gen, wenn der neben der Mass­nahme aus­ge­sproch­ene Frei­heit­sentzug nicht bere­its erstanden ist. Die Beschw­erde­führerin weist in diesem Zusam­men­hang darauf hin, dass die im Jugendstrafrecht ver­gle­ich­sweise kurzen Frei­heit­sentzüge durch die Anrech­nung vor­sor­glich­er Schutz­mass­nah­men im Zeit­punkt des Stra­furteils regelmäs­sig bere­its abge­golten sind […] Mit Blick auf das dual­is­tis­che Sys­tem des neuen Jugend­strafrechts erscheint es sin­nvoll, den Zeit­punkt der Anrech­nung ein­er Massnahme…

6B_540/2009: Beschwerdelegitimation des Geschädigten

…Bun­desrecht­spflege und mit dem Wort­laut der Norm: 1.6 […] Eine Legit­i­ma­tion des Geschädigten zur Beschw­erde in Straf­sachen im strafrechtlichen Schuld­punkt wäre im Ver­gle­ich zum bish­eri­gen Recht eine radikale Neuerung, welche im Übri­gen eine erhe­bliche Zunahme von Beschw­er­den an das Bun­des­gericht zur Folge hätte, zumal die Beschw­erde in Straf­sachen als soge­nan­nte „Ein­heits­beschw­erde“ sowohl die eid­genös­sis­che Nichtigkeits­beschw­erde als auch die staat­srechtliche Beschw­erde gemäss…

4A_532/2016: Teilweise Gutheissung einer Schiedsbeschwerde wegen Verletzung des rechtlichen Gehörs

…der Begrün­dung abgewiesen, das Glücksspielver­bot nach palästi­nen­sis­chem Strafrecht ver­bi­ete die Ausstel­lung von Lizen­zen für den Betrieb von Casi­nos. Obwohl sich die Beschw­erde­führerin im Schiedsver­fahren auf die Zuläs­sigkeit des Hotel­be­triebs berufen habe, liesse sich dem Schied­sentscheid keine Begrün­dung dazu ent­nehmen, ob und weshalb vom strafrechtlichen Glücksspielver­bot auch die beantragten Lizen­zen zum Betrieb des Hotels “E.” betrof­fen sein sollen. Das Schieds­gericht sei…

6B_1360/2021: Rassendiskriminierung auf Facebook (amtl. Publ.)

…enthält keine Norm, die spez­i­fisch die strafrechtliche Ver­ant­wortlichkeit von Inter­net­di­en­stleis­tern wie Face­book oder der Nutzer dieser Net­zw­erke regelt. Die Staat­san­waltschaft machte jedoch gel­tend, dass sich die strafrechtliche Ver­ant­wortlichkeit des Kon­toin­hab­ers aus den beste­hen­den Grund­sätzen des Strafrechts ergebe (E. 3.3.1). Das Bun­des­gericht stellte zunächst fest, dass der Betrof­fene seine Face­book-Seite als Diskus­sions­fo­rum betrieb. Indem der Kon­toin­hab­er seine Pin­nwand öffentlich gemacht und…

1B_3/2011: Einstellung des Verfahrens; Entscheidbegründung und Unschuldsvermutung

Im Zusam­men­hang mit der soeben zusam­menge­fassten Entschei­dung (siehe unten­ste­hen­den Beitrag) reichte die Unfall­beteiligte eine weit­ere Beschw­erde ein, hinge­gen mit Urteil vom 20. April 2011 (1B_3/2011) abgewiesen wurde. Die Beschw­erde richtete sich gegen die Ein­stel­lung der Stra­fun­ter­suchung, welche gegen die Beschw­erde­führerin selb­st geführt wurde, mit dem Antrag, in der Entschei­d­be­grün­dung festzuhal­ten, dass ein sie tre­f­fend­es strafrechtlich­es Ver­schulden aus­drück­lich zu verneinen sei.…

Änderung des BEHG vom 28. September 2012 betr. Insiderdelikte: Referendumsfrist bis am17. Januar 2013

 Der Bun­desrat hat die Änderung des BEHG vom 28. Sep­tem­ber 2012 betr. Insid­erde­lik­te veröf­fentlicht. Die Ref­er­en­dums­frist endet am 17. Jan­u­ar 2013. Kern der Änderung ist die Über­führung des Insid­er­tatbe­standes aus dem StGB in das BEHG. Dazu hat­te der Bun­desrat in der Botschaft Fol­gen­des fest­ge­hal­ten (vgl. auch die Uber­sicht beim SIF): Über­sicht Mit der Vor­lage wer­den sowohl im Bere­ich des Strafrechts als…

1C_176/2013, 1C_684/2013: Hooligan-Konkordat teilweise verfassungswidrig (amtl. Publ.)

…Mass­nah­men sind auf das zukün­ftige Ver­hal­ten aus­gerichtet und gelan­gen unab­hängig von der strafrechtlichen Beurteilung bere­its verübter Gewalt­tat­en zur Anwen­dung Auf die Lehrmei­n­ung, dass Ray­on­ver­bote für Hooli­gans pönale ver­wal­tungsrechtliche Sank­tio­nen seien, die ana­log zum Strafrecht nur auf­grund eines Ver­schuldens in einem kor­rek­ten Ver­fahren ver­fügt wer­den dür­fen, geht das BGer dabei nicht weit­er ein. Das BGer prüft die im Konko­r­dat vorge­se­henen Mass­nah­men sodann…

6B_1000/2010: (Keine) Einziehung von Entgelt aus Schwarzarbeit (amtl. Publ.)

…unver­braucht­en Teil ihres Lohnes beschlagnahmt und einge­zo­gen wurde.  Das Bun­des­gericht kommt zu dem Schluss, dass das Zivil­recht und das öffentlich­es Recht aus­ländis­che Arbeit­nehmer ohne Arbeits­be­wil­li­gung in ihren arbeit­srechtlichen Ansprüchen schützen, weshalb die ein­schlägi­gen Bes­tim­mungen des Oblig­a­tio­nen­rechts (Art. 320 Abs. 2 OR) und des Geset­zes über die Bekämp­fung der Schwarzarbeit (Art. 14 und 15 BGSA) als spezialge­set­zliche Nor­men der strafrechtlichen Aus­gle­ich­seinziehung (Art.…